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Riesterrente: Worauf es bei den Mitteilungen ankommt

dpa-tmn, t-online, dpa-tmn

Aktualisiert am 26.01.2012Lesedauer: 3 Min.
Riesterrente: Viele Anbieter informieren laut Finanztest die Sparer nur unzureichend
Riesterrente: Viele Anbieter informieren laut Finanztest die Sparer nur unzureichend (Quelle: /imago-images-bilder)
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Anbieter von Produkten fĂŒr die Riesterrente sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden regelmĂ€ĂŸig und umfassend ĂŒber den Vertragsverlauf aufzuklĂ€ren. Doch viele Verbraucher erhalten oft nur lĂŒckenhafte Informationen ĂŒber den Stand ihrer Altersvorsorge. Zwar sind die Mitteilungen, die meist zu Anfang eines jeden Jahres bei den Kunden im Briefkasten landen, seit einem ersten Test der Stiftung Warentest im Jahr 2008 deutlich besser geworden. Doch eine zweite Untersuchung der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 08/2011) im vergangenen Jahr hat gezeigt: "In einigen Bereichen gibt es nach wie vor MĂ€ngel", sagt "Finanztest"-Redakteur Roland Aulitzky.

Besonders kritisch beurteilen die Tester dabei die Informationen der Versicherer. "Die Renditeangaben können normale Kunden oft kaum verstehen", bemĂ€ngelt Aulitzky. Und auch die Kosten fĂŒr den Vertrag seien oft versteckt. "Da kann man sich die Frage stellen, ob das nicht vielleicht Methode hat", sagt er.

Nur geringe Umsetzung von Vorgaben

"Die jĂ€hrlichen Informationsmitteilungen der Lebensversicherer beruhen grundsĂ€tzlich auf gesetzlichen Vorgaben", hĂ€lt Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin dem entgegen. "Bei der konkreten Ausgestaltung gibt es natĂŒrlich einen gewissen Spielraum fĂŒr die Anbieter." Der GDV empfiehlt seinen Mitgliedern, eine Gesamtkostenquote auszuweisen, die alle Kosten berĂŒcksichtigt und deren Einfluss auf die Wertentwicklung zeigt. Umgesetzt wird das bisher allerdings nur vereinzelt.

FĂŒr durchaus aussagekrĂ€ftig hĂ€lt "Finanztest"-Redakteur Aulitzky den Wert fĂŒr die bisher angesparte garantierte Rente. "Dieser Wert ist aber meist niedrig." Daher weisen viele Anbieter zusĂ€tzlich eine sogenannte prognostizierte Rente aus. Diese Hochrechnung soll ĂŒber das bis zum Vertragsende angesparte Kapital aufklĂ€ren. "Dabei wird aber vorausgesetzt, dass bis zum Vertragsende alles gleich bleibt", bemĂ€ngelt Aulitzky. Das sei allerdings unrealistisch.

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Verschiedene Szenarien sollte dargestellt werden

"Die Angaben ĂŒber die mögliche Entwicklung einer Rentenversicherung sind naturgemĂ€ĂŸ mit gewissen Unsicherheiten behaftet", entgegnet GDV-Sprecher Suliak. "Wir empfehlen die Darstellung von verschiedenen Kapitalmarktszenarien, so dass dem Versicherten mögliche Schwankungen seiner Rentenhöhe vor Augen gefĂŒhrt werden."

Dabei ist die jĂ€hrliche Mitteilung fĂŒr Kunden durchaus wichtig. Denn sie informiert auch darĂŒber, ob alles richtig lĂ€uft. "Wenn das nicht der Fall ist, verliere ich möglicherweise den Anspruch auf die staatliche Zulage", erklĂ€rt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in DĂŒsseldorf. Im schlimmsten Fall werden die gezahlten Zulagen zurĂŒckgebucht. Und das geschieht möglicherweise erst nach Jahren, denn die PrĂŒfung durch die Zulagenstelle nimmt einige Zeit in Anspruch.

Verbraucher mĂŒssen aufmerksam sein

Ein wichtiger Grund fĂŒr Sparer, die Briefe des Riester-Anbieters nicht gleich abzuheften. "Man sollte schon prĂŒfen, ob alles korrekt ist", empfiehlt Scherfling. In jedem Fall sollten sich Kunden nach Ansicht des VerbraucherschĂŒtzers folgende Fragen stellen: "Sind die staatlichen Zulagen geflossen? War gegebenenfalls auch die Kinderzulage dabei? Wurde möglicherweise Geld zurĂŒckgebucht? Wenn ja, wann?"

Auch die Höhe der eingezahlten BeitrĂ€ge sollte kontrolliert werden. Denn Anspruch auf staatliche Zulagen besteht nur, wenn vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres, höchstens aber 2100 Euro, in den Vertrag eingezahlt wurden. Zahlen Sparer weniger ein, wird auch die Zulage gekĂŒrzt.

"Bei guten Anbietern kann man diese Informationen ĂŒbersichtlich auf einem DIN-A-4-Blatt finden", sagt Scherfling. "Allerdings gibt es Gesellschaften, die ihre Mitteilungen weniger ĂŒbersichtlich gestalten." Kunden sollten sich aber mit schlechten Informationen nicht zufriedengeben. "In ZweifelsfĂ€llen sollte man bei seinem Anbieter auch telefonisch oder schriftlich AufklĂ€rung fordern", empfiehlt Scherfling.

Zulagen fließen nicht automatisch

Die staatliche Zulage fĂŒr Riester-VertrĂ€ge bekommt man nicht automatisch, sondern sie muss jedes Jahr beantragt werden. Allerdings gibt es auch eine bequemere Lösung: Sparer könnten einen sogenannten Dauerzulagenantrag stellen, erklĂ€rt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Er ermĂ€chtigt die Gesellschaft, bei der der Riester-Vertrag abgeschlossen wurde, regelmĂ€ĂŸig die Zulage fĂŒr den Kunden zu beantragen. Verbraucher laufen auf diese Weise nicht Gefahr, Zulagen wegen VerjĂ€hrung zu verlieren.

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