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Wie viel Silvesterparty ist drin?

Von dpa
Aktualisiert am 19.12.2019Lesedauer: 3 Min.
Party! Aber bitte nicht zu laut: Auch ĂŒber den Jahreswechsel dĂŒrfen Feiern nicht aus dem Ruder laufen.
Party! Aber bitte nicht zu laut: Auch ĂŒber den Jahreswechsel dĂŒrfen Feiern nicht aus dem Ruder laufen. (Quelle: dpa-tmn./dpa)
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Bonn (dpa/tmn) - Gemeinsam mit Freunden oder der Familie das alte Jahr ausklingen lassen und das neue mit prĂ€chtigem Feuerwerk begrĂŒĂŸen? Na klar! Aber wer daheim feiert, sollte ein paar Dinge beachten, damit die Stimmung der Nachbarn nicht kippt.

Wie laut darf die Party werden?

Das ErnĂŒchternde gleich vorneweg: "Das Gesetz macht keine Ausnahme fĂŒr bestimmte AnlĂ€sse, zum Beispiel Weihnachten oder Silvester", sagt Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein. Die Nachtruhe gilt so wie im Rest des Jahres - und das ist weit vor Mitternacht. Allerdings setzen Gerichte nach Bartels Erfahrung fĂŒr LĂ€rm an diesen Feierhöhepunkten eine höhere Toleranzgrenze an.

Wann Nachtruhe ist, legt jedes Bundesland selbst fest. Üblich ist, dass es von 22.00 bis 6.00 Uhr im Haus und fĂŒr die Nachbarn ruhig sein soll, erklĂ€rt Petra Uertz vom Verband Wohneigentum in Bonn. "Nachtruhe bedeutet, dass außerhalb der Wohnung GerĂ€usche, die dort drinnen gemacht werden, nicht besonders störend wahrgenommen werden." Eine feste Dezibel-Grenze gibt es aber nicht. FĂŒr Mietwohnungen können Vermieter und Mieter auch andere Ruhezeiten vereinbaren.

Am 31. Dezember kommt noch etwas hinzu: "An Silvester ist es ja typischerweise nicht ganz ruhig. Wenn die GerÀuschkulisse im Wohnviertel insgesamt stark ist, darf auch die Party nebenan steigen", sagt Uertz. "Wenn in der direkten Umgebung sowieso sehr viel los ist, stört mein PartylÀrm nicht besonders."

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MĂŒssen Nachbarn vorher von der Feier wissen?

Eine Pflicht gibt es nicht. Die AnkĂŒndigung hat zudem rechtlich keine Wirkung: "Auch wenn man die Feier ankĂŒndigt, hat man keinen Freifahrtschein fĂŒr LĂ€rm bis in die Morgenstunden. Die Nachbarn können trotzdem um 22.00 Uhr klingeln und bitten, die BĂ€sse runterzudrehen", erklĂ€rt Uertz.

Trotzdem: "Es ist allgemein gĂ€ngig, dass man seine Nachbarn ĂŒber die geplante Party informiert und um VerstĂ€ndnis bittet. Dann können sie sich seelisch schon darauf einstellen", rĂ€t die Expertin. "Je nach VerhĂ€ltnis kann man sie auch zur Feier einladen - selbst wenn man weiß, dass sie nicht kommen." Mancher zeige sich dann toleranter.

Umgekehrt können Feiernde es ihren Nachbarn leichter machen, indem sie etwa selbst um 22.00 Uhr die Musik leiser stellen. "Und nachdem man um Mitternacht draußen war und das Feuerwerk gezĂŒndet oder sich zuprostend angeschaut hat, kann man darauf achten, dass die Nacht einen ruhigeren Ausgang hat", schlĂ€gt Uertz vor.

Wo darf geböllert werden?

Vom 31. Dezember ab 0.00 Uhr und bis 1. Januar um 24.00 Uhr darf es knallen: Auch ohne besondere Erlaubnis dĂŒrfen VolljĂ€hrige dann Feuerwerkskörper zĂŒnden.Tabusind aber die unmittelbare Umgebung von Kirchen, KrankenhĂ€usern, Kinder- und Altersheimen. Auch nah an besonders brandempfindlichen GebĂ€uden dĂŒrfen keine pyrotechnischen GegenstĂ€nde abgebrannt werden.

Manche StĂ€dte verbieten Feuerwerk und Böller zudem in bestimmten Bereichen. Mittlerweile werden Feuerwerksverbote in verschiedenen InnenstĂ€dten diskutiert. Feiernde informieren sich deshalb am besten ĂŒber die BeschrĂ€nkungen vor Ort.

Was aber klar ist: Böllern innerhalb von GebÀuden ist zu gefÀhrlich. Auch auf Balkon und Terrasse ist zu wenig Platz, und Raketen könnten sich verirren, warnt Bartels vom Berliner Mieterverein.

Wer haftet fĂŒr SchĂ€den?

LÀuft die Feier aus dem Ruder und etwas geht kaputt, ist die Reparatur aus Vermietersicht Angelegenheit des Mieters, erklÀrt Bartels.

Dies gelte auch, wenn ein Gast dafĂŒr verantwortlich war. "Typisch ist zum Beispiel, dass angetrunkene GĂ€ste auf dem Balkon Raketen zĂŒnden, und der Mieter schreitet nicht ein", fĂŒhrt Bartels aus. "Das wĂ€re gegenĂŒber dem Vermieter eine Vertragswidrigkeit. Es kann als bekannt vorausgesetzt werden, dass das zu gefĂ€hrlich ist."

GrundsĂ€tzlich gilt: Der Verursacher ist aber fĂŒr den Schaden verantwortlich und muss ihn dem Gastgeber ersetzen - ob in der Mietwohnung oder im Eigenheim. Darauf weist Bianca Boss vom Bund der Versicherten hin. "Es muss immer der den Schaden zahlen, der ihn verursacht hat." Hat er eine Haftpflichtversicherung, kann diese einspringen.

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