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Keine Zinsen aufs Tagesgeld: Auch bei Ihrer Bank?

  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt

Aktualisiert am 04.02.2020Lesedauer: 2 Min.
Nullzins-Politik: Auf Tagesgeldkonten bekommen Sparer immer seltener Zinsen.
Nullzins-Politik: Auf Tagesgeldkonten bekommen Sparer immer seltener Zinsen. (Quelle: picture alliance / Bildagentur-online/Joko/dpa-bilder)
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Sparer mit einem Tagesgeldkonto gehen immer häufiger leer aus. 500 Banken in Deutschland zahlen nicht einmal mehr einen symbolischen Zins. t-online.de zeigt die komplette Nullzins-Liste.

Immer mehr Banken in Deutschland zahlen Sparern keine Zinsen mehr. Eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die t-online.de vorliegt, zeigt: Bei 500 Kreditinstituten bekommen Kunden auf ein herkömmliches Tagesgeldkonto nicht einmal mehr einen symbolischen Niedrigzins – der Zinssatz liegt bei 0,00 Prozent.

Besonders häufig vertreten unter den Anbietern von Nullzins-Tagesgeldkonten sind Sparkassen und Volksbanken. t-online.de zeigt die gesamte Liste, in der Sie suchen können, ob auch Ihr Kreditinstitut betroffen ist.

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Verivox vergleicht für die Erhebung regelmäßig die Angaben von rund 800 Banken in Deutschland, die über ihre Kontenkonditionen online informieren. Die jetzt ermittelte Zahl von 500 Banken markiert nach Angaben des Vergleichportals einen neuen Höchststand. Bei der jüngsten Erhebung im vergangenen September boten noch 441 Banken ihren Tagesgeldkunden keine Zinsen. Zuletzt hatten einige Banken Neukunden sogar einen negativen Zins auferlegt. Das heißt: Wer ein neues Konto eröffnet, muss dafür zahlen, sein Geld bei der Bank zu lagern.

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"Der Nullzins frisst sich immer weiter vor", sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. "Doch auch im anhaltenden Zinstief sind Nullzinsen kein Naturgesetz." Wer Angebote vergleiche, finde auch bei Banken mit deutscher Einlagensicherung noch Tagesgeldangebote mit bis zu 0,31 Prozent Zinsen.

Auch Festgeldkonten böten bisweilen noch Zinserträge, erklärt Maier: "Wer sein Geld für zwei Jahre fest anlegen kann, erhält bei deutschen Banken bis zu 0,75 Prozent. Institute im EU-Ausland bieten teilweise noch eine höhere Verzinsung."

Aufgrund des anhaltenden Zinstiefs raten Experten auch Kleinsparern zu Alternativen zu herkömmlichen Kontenangeboten der Banken. Auch Maier empfiehlt, dass gerade langfristig orientierte Sparer nicht vor der Börse zurückschrecken und ihr Geld in Aktien anlegen sollten. "Wer in den Dax investiert und mindestens 15 Jahre gewartet hat, war noch nie im Minus und hatte im Durchschnitt eine Jahresrendite über fünf Prozent", sagt Maier.

Ultralockere Geldpolitik der EZB als Ursache für Niedrigzinsen

Ein Grund für die niedrigen Zinsen ist die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Um die Konjunktur anzukurbeln, versorgt die EZB die Wirtschaft seit mehreren Jahren mit billigem Geld.

Dafür kauft die Zentralbank unter neuer Führung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde einerseits im großen Umfang Staatsanleihen. Andererseits senkte sie zuletzt den Leitzins, zu dem Banken bei der EZB Geld parken können, auf minus 0,5 Prozent.

Die Folge: Anders als früher erhalten Banken und Sparkassen von der Zentralbank kein Geld, wenn sie Einlagen ihrer Sparer bei der EZB deponieren – sie müssen sogar dafür bezahlen. Den Banken fällt es deshalb immer schwerer, Einnahmen zu erwirtschaften, um ihren Kunden Zinsen zu zahlen. Deshalb erheben viele Kreditinstitute verstärkt Gebühren und senken die Zinsen auf Einlagen in Tages- und Festgeldkonten.

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Von Christine Holthoff
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