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Was es bei Kryptowährungen steuerlich zu beachten gibt

Von dpa
Aktualisiert am 17.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Anlegerinnen und Anleger können Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple bequem per Smartphone kaufen und verkaufen.
Anlegerinnen und Anleger können Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple bequem per Smartphone kaufen und verkaufen. (Quelle: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn./dpa)
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Bremen/Berlin (dpa/tmn) - Die Zeiten, in denen Privatanleger Kryptowährungen als Spielgeld belächelt haben, sind längst vorbei. Virtuelle Währungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple, Avalanche, Cardano gelten als ernstzunehmende Alternative zu Aktien und Anleihen.

Solche Investitionen versprechen hohe Renditen, aber es gibt auch Risiken: Ebenso rasant, wie die Kurse der Kryptow√§hrungen nach oben schnellen, k√∂nnen sie auch wieder abst√ľrzen. Dennoch ist der Hype um Kryptow√§hrungen ungebrochen. Wer privat in sie investieren will, sollte sich aber mit den steuerlichen Aspekten auseinandersetzen.

Gewinne werden nicht wie Kapitalerträge besteuert

Aktuell gilt eine Investition in eine Kryptowährung steuerlich nicht als Kapitalanlage, so Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.

Sie verweist auf ein Urteil des Finanzgerichts Baden-W√ľrttemberg (Az: 5 K 1996/19). Demnach sind Kryptow√§hrungen "immaterielle Wirtschaftsg√ľter" und Gewinne aus Ver√§u√üerungen gelten als "sonstige Eink√ľnfte aus privaten Ver√§u√üerungsgesch√§ften".

Das bedeutet: "Damit scheidet aktuell eine Versteuerung der Gewinne aus Kryptowährungen als Kapitalanlage unter Inanspruchnahme des Sparerfreibetrags aus", so Karbe-Geßler. Die Gewinne werden also nicht wie Kapitalerträge mit der Kapitalertragsteuer besteuert.

Stattdessen gilt: "Die Gewinne fallen unter den persönlichen Einkommensteuersatz", erklärt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen.

Private Veräußerungsgeschäfte

Ein privates Veräußerungsgeschäft liegt vor, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Der Gewinn einer Veräußerung ergibt sich aus der Differenz zwischen erzielten Verkaufspreis und dem Einkaufspreis der Kryptowährung.

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Private Veräußerungsgeschäfte bleiben steuerfrei - bis zu einer Freigrenze von 600 Euro pro Jahr sowie nach einer einjährigen Spekulationsfrist.

Doch: "Anlegerinnen und Anleger sollten die Freigrenze nicht mit dem Freibetrag verwechseln", sagt Oelmann. Wer nur einen Euro √ľber der Freigrenze liegt, m√ľsse den kompletten Gewinn aus der Ver√§u√üerung besteuern.

Gegen Verzinsung die Kryptowährung verleihen

Es ist auch möglich, Kryptowährungen gegen eine Verzinsung zu verleihen - dann ist die Rede von Lending. "Dadurch verlängert sich die Spekulationsfrist von einem Jahr auf zehn Jahre", so Oelmann.

Die Einnahmen aus dem Lending bleiben Oelmann zufolge steuerfrei, wenn sie unter 256 Euro im Kalenderjahr liegen. Andernfalls m√ľssen Privatanleger sie mit ihrem pers√∂nlichen Steuersatz besteuern.

Beim Lending gibt es als Verzinsung meist eine Kryptowährung, daher sollten sich Anleger steuerlich beraten lassen - "das Thema ist sehr komplex", so Oelmann.

Gleiches gilt f√ľr das sogenannte Staking. Dabei sperrt der Staker bestimmte Einheiten einer virtuellen W√§hrung √ľber einen bestimmten Zeitraum. F√ľr das langfristige Halten der W√§hrung bekommt er eine Belohnung - meist zus√§tzliche Einheiten der virtuellen W√§hrung. Auch hier sollten Anleger einen Steuerexperten zu Rate ziehen.

Wann eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt

Oft erwerben Privatanleger Kryptos auf Online-Marktpl√§tzen. Die virtuellen W√§hrungen kann man aber auch durch Mining verdienen - also dem Sch√ľrfen. Dabei l√∂st der Computer des Anwenders schwierige mathematische Gleichungen. Doch aufgepasst: "Gewinne aus Mining sind grunds√§tzlich Eink√ľnfte aus gewerblicher T√§tigkeit", sagt Oelmann.

Mit der Folge, dass man je nach Umsatz einen Jahresabschluss - in Form einer Bilanz oder Einnahme-Überschuss-Rechnung - und eine Umsatzsteuervoranmeldung erstellen muss, erklärt Karbe-Geßler. Die Tätigkeit als Unternehmer oder Gewerbetreibender muss man zudem dem Finanzamt melden.

Eine Ausnahme gibt es laut Oelmann nur beim Mining im geringen Umfang. Einnahmen bis 256 Euro k√∂nnen steuerfrei bleiben. "Aber auch das ist eine Freigrenze", so Oelmann. Schon ein Euro √ľber der Freigrenze f√ľhrt zur vollen Steuerpflicht.

Und: "Die bloße Verwaltung eigenen Vermögens ist keine gewerbliche Tätigkeit", so Karbe-Geßler. Wann eine private Vermögensverwaltung vorliegt und wann nicht, hängt immer auch von den Umständen des Einzelfalls ab. Im Zweifel und bei Fragen sollten Anlegerinnen und Anleger sich an einen Steuerberater oder eine -beraterin wenden.

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