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Lohnt sich ein Riester-Vertrag?

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Wer mit seinem Riester-Vertrag nicht mehr zufrieden ist, sollte ihn nicht gleich kĂŒndigen.
Wer mit seinem Riester-Vertrag nicht mehr zufrieden ist, sollte ihn nicht gleich kĂŒndigen. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Klar ist: Die gesetzliche Rente allein wird fĂŒr viele im Alter nicht ausreichen, um den Lebensstandard zu halten. Das bedeutet: ZusĂ€tzliche private Vorsorge muss her, um die erwartete RentenlĂŒcke zu schließen. Um die private Altersvorsorge zu unterstĂŒtzen, wurde vor etwas mehr als 20 Jahren die Riester-Rente eingefĂŒhrt.

Doch die geförderte Altersvorsorge kommt offenbar nicht mehr gut an. NachErhebungen des Bundessozialministeriumsscheint die Zahl der VertrĂ€ge seit einiger Zeit zu stagnieren. "Inzwischen ist es schwierig, einen neuen Vertrag zu finden", sagt Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten in Hamburg. Denn viele Anbieter zögen sich aus dem GeschĂ€ft zurĂŒck.

FĂŒr Britta Langenberg ist das nicht unbedingt ĂŒberraschend. "20 Jahre Riester-Rente sind auch 20 Jahre vergebener Chancen fĂŒr eine bessere private Altersvorsorge", kritisiert die Vorsorgeexpertin der BĂŒrgerbewegung Finanzwende. "In Deutschland wurde viel zu lange an der Riester-Rente herumgeschraubt, an Kernproblemen wie den hohen Kosten hat sich wenig geĂ€ndert."

Sparer bekommen Förderung

Viele Riester-VertrÀge hierzulande sind VersicherungsvertrÀge. Die Branche verzeichnete im vergangenen Jahr im NeugeschÀft immerhin ein Plus von zwölf Prozent auf 310 500 neue VertrÀge, wie derGesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)am Donnerstag mitteilte. Der Bestand blieb damit weitgehend stabil bei rund 10,4 Millionen VertrÀgen.

Aus Sicht des Verbandes ist die geförderte Altersvorsorge damit nicht nur weit verbreitet, sondern funktioniert auch. Wer wie vorgesehen in einen Vertrag einzahle, könne mit einem Rentenplus von rund 20 Prozent rechnen, erklÀrt der Verband.

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GrundsĂ€tzlich unterstĂŒtzt der Staat Riester-VertrĂ€ge mit 175 Euro pro Jahr, erklĂ€rt dieVerbraucherzentrale Hamburg. FĂŒr Eltern gibt es zudem jĂ€hrlich 185 Euro fĂŒr jedes vor 2008 geborene Kind und 300 Euro fĂŒr den Nachwuchs, der seit 2008 geboren wurde. Wer beim Abschluss des Vertrages jĂŒnger als 25 Jahre ist, erhĂ€lt zudem einmalig einen Bonus in Höhe von 200 Euro.

Eigene Einzahlungen fallen geringer aus

Wer Riester-Zulagen erhalten will, muss SparbetrĂ€ge in Höhe von 4 Prozent des Bruttoeinkommens im Vorjahr einzahlen. Davon abgezogen werden aber die Zulagen, so dass die eigenen Einzahlungen geringer sind. Aus Sicht von VerbraucherschĂŒtzern lohnen sich VertrĂ€ge vor allem, wenn die Förderung hoch ist, also zum Beispiel fĂŒr Familien mit mehreren Kindern.

Geringverdiener könnten ebenfalls durch die Förderung profitieren. Und fĂŒr Gutverdiener kann Riestern nach Angaben der Hamburger Verbraucherzentrale lukrativ sein, weil sie ihre SparbeitrĂ€ge alternativ auch steuerlich absetzen können.

Alten Vertrag nicht gleich kĂŒndigen

Einen neuen Vertrag wĂŒrde Axel Kleinlein derzeit aber eher nicht abschließen. Vor allem Versicherungen wĂŒrden derzeit mit sehr hohen Lebenserwartungen kalkulieren, kritisiert der BdV-Vorstand. Am Ende der Laufzeit bekĂ€men Kunden daher oft "im besten Fall ein Taschengeld" ausgezahlt. Vor Vertragsschluss sollte ein Angebot in jedem Fall grĂŒndlich von einem unabhĂ€ngigen Experten geprĂŒft werden. Zentrale Frage: "Was verspricht die Versicherung?"

Wer noch einen Vertrag hat, mit dem er aber unzufrieden ist, sollte ihn nicht gleich kĂŒndigen. "In dem Fall muss die Förderung ja zurĂŒckgezahlt werden", sagt Axel Kleinlein. "Daher ist die Beitragsfreistellung das Mittel der Wahl."

Nach Ansicht von Britta Langenberg sollte die geförderte Altersvorsorge möglichst reformiert werden. "Damit den Menschen mehr Geld fĂŒrs Alter ĂŒbrig bleibt, muss jetzt umgesteuert werden", sagt die Expertin. Andere LĂ€nder wie Schweden zeigten mit einem kostengĂŒnstigen und staatlich organisierten Angebot, wie es besser geht. "Ein Neustart ist ĂŒberfĂ€llig."

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