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Evergrande-Drama bedroht Bitcoin mit rapiden Verlusten

  • Nele Behrens
Von Nele Behrens

Aktualisiert am 21.09.2021Lesedauer: 3 Min.
Bitcoin-Symbol: Die drohende Evergrande-Insolvenz setzt auch den Kryptomärkten zu.
Bitcoin-Symbol: Die drohende Evergrande-Insolvenz setzt auch den Kryptomärkten zu. (Quelle: NurPhoto/imago-images-bilder)
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Parallel zum Aktienmarkt steigt die Unsicherheit auch am Kryptomarkt. Sowohl der Bitcoin als auch Ether m√ľssen am Dienstag Verluste hinnehmen. Doch der richtige Kursrutsch k√∂nnte noch auf die Anleger warten.

Die Ungewissheit rund um die Zukunft des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande l√§sst nicht nur die Nerven bei Aktienanlegern flattern. Auch der Markt f√ľr Kryptow√§hrungen steht unter Druck. In der Nacht auf Dienstag fiel der Kurs der √§ltesten und bekanntesten Digitalw√§hrung Bitcoin bis auf rund 40.200 US-Dollar. Noch vor wenigen Tagen hatte die nach Marktwert gr√∂√üte Kryptoanlage fast 10.000 Dollar mehr gekostet.

  • Aktueller Kurs: Wo steht die Evergrande-Aktie gerade?

Auch andere Digitalwerte standen weiter unter Druck. Die zweitgrößte Internetdevise Ether kostete am Dienstag am niedrigsten Punkt bei 2.871 Dollar. Anfang September hatte ein Ether noch knapp 4000 Dollar gekostet. Der Marktwert aller derzeit rund 12.000 Kryptoanlagen betrug am Dienstag etwa 1,8 Billionen Dollar. Noch am Wochenende waren es fast 400 Milliarden Dollar mehr gewesen.

Zwar erholten sich Bitcoin und Ether im Laufe des Dienstags etwas auf zwischenzeitlich 43.000 Dollar beziehungsweise 3.000 Dollar, aber der Optimismus bleibt aus. "Wir k√∂nnen noch keine sehr positive Sichtweise einnehmen, bevor wir nicht die n√§chsten Tage √ľberstanden haben", sagte Matthew Dibb, Manager beim Krypto-Indexfondsanbieter Stack Funds.

Anleger fl√ľchten sich in den Dollar

Krypto-Experte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus geht sogar noch einen Schritt weiter: "Der Mittwoch d√ľrfte sehr, sehr spannend werden. Sollte sich abzeichnen, dass Evergrande tats√§chlich insolvent geht, wird es noch einmal richtig rappeln", prognostiziert er.

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An den Finanzm√§rkten fragt man sich, welche Auswirkungen sich f√ľr die chinesische Volkswirtschaft und dar√ľber hinaus im Falle einer Zuspitzung der Problematik ergeben k√∂nnen. Der Immobiliensektor macht einen erheblichen Teil der chinesischen Volkswirtschaft aus.

Laut Emden entwickeln bei der aktuellen Situation viele Anleger daher eine Risikoaversion ‚Äď anstatt in Aktien oder noch risikoreichere Anlageklassen wie Kryptow√§hrungen zu investieren, suchen sie sichere H√§fen. "Die Anleger fl√ľchten sich in den US-Dollar, ganz nach der Maxime: 'Cash is king' ", so der Experte. Die Anleger gehen also zur√ľck zu Fiat-W√§hrungen und verlassen daf√ľr die risikoreicheren Kryptow√§hrungen.

Kryptowährungen sind keine Krisenanlagen

Bitcoin, Ether und Co. haben sich damit erneut nicht als Krisenwährung und damit als ausgleichendes Investment zum Aktienmarkt bewiesen. Bereits in der Corona-Krise verlief die Abwärtsbewegung der Aktien- und der Kryptomärkte sehr ähnlich.

"Die 'klassischen' Krisenanlagen sind weiterhin Gold, Silber und Rohstoffe ‚Äď Kryptos geh√∂ren nicht dazu", sagt Emden. Er verweist aber darauf, dass Anleger, die zu Beginn der Corona-Krise in Bitcoin oder Ether investiert haben, die aktuellen Schwankungen kaum sp√ľren konnten. Im vergangenen Jahr lag der Bitcoin im Tief noch bei unter 6.500 Dollar.

Tats√§chlich sei es langfristig sogar ein positives Zeichen f√ľr die Kryptow√§hrungen, wenn sie parallel zum Aktienmarkt verlaufen. Es zeigt, wie etabliert diese Anlageform bei professionellen Anlegern ist. "Wenn gro√üe Investoren ihre Wertpapiere absto√üen, sto√üen sie auch ihre Krypto-Assets ab. Dadurch sieht man vielmehr, wie wichtig Krypto geworden ist", sagt Emden.

Das d√ľrfte einer der Aspekte sein, warum die Kurse der gro√üen Kryptow√§hrungen in den vergangenen Monaten sensibler auf Meldungen der Notenbanken und Aktienm√§rkte reagiert haben als noch vor wenigen Jahren. Beim aktuellen Abverkauf seien aber in erster Linie Kleinanleger aus dem Markt ausgeschieden. "Investoren verfolgen ein langfristiges Ziel. Privatanleger, die bei der Aufw√§rtsbewegung zu hohen Preisen eingestiegen sind, bekommen bei solchen Abw√§rtsbewegungen verst√§rkt kalte F√ľ√üe", wei√ü Experte Emden.

Bitcoin könnte auf bis zu 35.000 Dollar abrutschen

Tats√§chlich k√∂nnten die Nerven der Kleinanleger in den kommenden Tagen auf eine harte Probe gestellt werden. Sollte Evergrande insolvent gehen, h√§lt der Experte auch einen Absturz auf bis zu 35.000 Dollar pro Bitcoin f√ľr m√∂glich. "Bei Kryptow√§hrungen gibt es oft einen finalen Ausverkauf, bevor es wieder bergauf geht."

Institutionelle Anleger d√ľrften von dieser Marktbereinigung sogar profitieren. "Kleinanleger werden von institutionellen Anlegern aus dem Markt gedr√§ngt. Viele Kleinanleger haben lieber verkauft und damit die Abw√§rtsbewegung forciert." F√ľr institutionelle Anleger, die langfristig in den Markt investieren wollen, bieten solche Momente dann sogar Chancen, ihre Positionen auszubauen.

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