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Bonpflicht: Frankreich will Kassenzettel abschaffen

Gegen Müllberge  

Aus für Bonpflicht in Frankreich steht bevor

30.01.2020, 13:55 Uhr | AFP

Bonpflicht: Frankreich will Kassenzettel abschaffen. Kassenbon: In Deutschland müssen Händler und Restaurants seit dem 1. Januar jedem Kunden einen Bon aushändigen. (Quelle: Getty Images/Михаил Руденко)

Kassenbon: In Deutschland müssen Händler und Restaurants seit dem 1. Januar jedem Kunden einen Bon aushändigen. (Quelle: Михаил Руденко/Getty Images)

In Deutschland ärgern sich viele über die neue Kassenbonpflicht auch für Kleinbeträge, die Anfang 2020 in Kraft getreten ist. Frankreich geht nun einen anderen Weg und denkt nachhaltiger.

Im Kampf gegen Müllberge will das Parlament am Donnerstag das Aus für viele Kassenzettel besiegeln. Nach dem Gesetzentwurf der Regierung sollen ab September Bons bis zu zehn Euro nicht mehr ausgedruckt werden – außer, der Kunde wünscht dies ausdrücklich. Ab 2021 fallen Kassenzettel bis zu 20 Euro weg, ab 2022 solche bis zu 30 Euro.

Schon jetzt nehmen es die Franzosen mit der Bonpflicht nicht so genau: Wer sein Baguette in einer Bäckerei kauft, bekommt in vielen Fällen keinen Kassenzettel. In Deutschland müssen Händler und Restaurants dagegen seit dem 1. Januar jedem Kunden einen Bon aushändigen.

Frankreich denkt grün

Das französische Gesetz gegen "Verschwendung" sieht noch andere Maßnahmen zum Umweltschutz vor: Danach dürfen nicht verkäufliche Textilien und Hygieneartikel ab 2022 nicht mehr vernichtet werden, sondern müssen gespendet oder – im Fall von Textilien – recycelt werden. Zudem soll es ein neues Label für die "Reparierbarkeit" von Fernsehern oder Handys geben. Damit will die Regierung verhindern, dass wie bisher 60 Prozent der defekten Elektro-Geräte auf dem Müll landen.

Auch gegen die sich häufenden Plastikberge geht Frankreich vor: Schnellrestaurants müssen spätestens ab 2023 wiederverwendbare Verpackungen und Besteck nutzen. Ein zunächst geplantes Pfand für Plastikflaschen wie in Deutschland wird es aber vorerst nicht geben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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