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Deutschlands größte Erdölquelle sprudelt weiter

Von dpa-afx, rok

Aktualisiert am 27.08.2017Lesedauer: 2 Min.
Die Bohr- und Förderinsel "Mittelplate" in der Nordsee vor der Küste bei Büsum (Schleswig-Holstein), aufgenommen am 10.09.2012. Das Nordseeöl trägt einen erheblichen Anteil zur Versorgung Deutschlands bei.
Die Bohr- und Förderinsel "Mittelplate" in der Nordsee vor der Küste bei Büsum (Schleswig-Holstein), aufgenommen am 10.09.2012. Das Nordseeöl trägt einen erheblichen Anteil zur Versorgung Deutschlands bei. (Quelle: dpa-bilder)
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Deutschlands größtes Erdölvorkommen sprudelt seit 30 Jahren vor Schleswig-Holsteins Nordseeküste. Ein Spezialtanker brachte am 6. Oktober 1987 erstmals eine Ladung Rohöl vom Förderfeld Mittelplate quer durch das Wattenmeer an Land.

Heute wird das "schwarze Gold" durch eine Pipeline an Land gepumpt. Es sei ein wichtiger Beitrag, die Abhängigkeit Deutschlands von Importen zu verringern und so die Versorgungssicherheit zu stärken, sagte DEA-Sprecher Derek Mösche.


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Bis heute seien 34 Millionen Tonnen gefördert worden. Gut 20 Millionen Tonnen gelten technisch und wirtschaftlich noch als förderbar. Pro Jahr werden durchschnittlich 1,3 Millionen Tonnen gefördert. Das reicht für rund eine halbe Milliarde Liter Heizöl - eine Menge, um ein Jahr lang über eine Viertel Million Haushalte zu beheizen, sagte Mösche. "Darüber hinaus dient die Jahresproduktion als Ausgangsstoff für etwa 350 Millionen Liter Benzin." Die Ölförderung in Dithmarschen sei auch Basis für rund tausend Arbeitsplätze an der schleswig-holsteinischen Westküste.

Die Bohr- und Förderplattform Mittelplate liegt nach Angaben der Betreiber fest verankert auf einer Sandbank. "Sinken kann sie nicht", sagte Pressesprecher Mösche. Konstruiert wurde sie als flüssigkeitsdichte Wanne mit elf Meter hohen Wänden. Im "Worst-Case" könne sie mehr Öl auffangen, als auf der Insel gelagert werde oder in den Rohren vorhanden sei. Außerdem sei aus der Lagerstätte schon lange gefördert worden, dass der Druck so weit abgesunken sei, dass das Öl nur noch mit Pumpen an die Oberfläche gelangt.

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Betreiber sehen keine negative Beeinflussung der Umwelt

Nach Angaben der DEA hat sich die Bohr- und Förderinsel nach der Bauphase gut in die Umwelt integriert. Eine negative Beeinflussung sei nicht mehr nachweisbar, würden Referenzuntersuchungen an anderen, weiter entfernten Orten im Wattenmeer belegen. "Die Mittelplate gilt mittlerweile als Referenzprojekt für umweltverträgliche Ölförderung in einem sensiblen Naturraum", sagte der Leiter des Förderbetriebs Holstein, Wolfgang Faist.

Unter anderem sei das Stahlgerüst des 70 Meter hohen Bohrturms mit Edelstahlblechen verkleidet, um Geräusch- und Lichtemissionen zu verringern. "Wir haben dadurch die Lichtemissionen reduziert, um die Zugvögel auf ihrer Reise durch den Nationalpark Wattenmeer so wenig wie möglich zu stören", sagte Faist.

Umweltverbände warnen vor Eingriffen in das "sensible" Wattenmeer

Die Umweltverbände fordern seit Jahren einen Verzicht auf jegliche Ölförderung. Für sie ist der Ölturm im Nationalpark ein Skandal. "Die Ölförderung zieht immer neue Eingriffe im sensiblen Wattenmeer nach sich. Es ist ein Märchen, dass sie für die Natur harmlos sei", sagte WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner. "Wir fordern, dass DEA seine Ölinsel im Wattenmeer endlich abbaut", sagte Katharina Weinberg von der Naturschutzgesellschaft "Schutzstation Wattenmeer".

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) erklärte: "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Ölförderung mitten im Nationalpark ein schwarzer Fleck ist. Auch für den Klimaschutz brauchen wir einen Ausstieg aus den fossilen Energien." Die Mittelplate selbst sei aber genehmigt. "Und wir halten uns an geltendes Recht", betonte er. Für neue Explorationsbohrungen gelte: "Nicht im Nationalpark außerhalb der Mittelplate. Alles andere wäre mit dem Nationalparkrecht und dem Naturschutzgesetz nicht vereinbar."

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