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Detroit: US-Verein verkauft Mini-Häuser an Obdachlose


Elf Dollar pro Quadratmeter  

Vereine machen die Ärmsten zu Hausbesitzern

Von Sarah Thust

30.04.2019, 10:48 Uhr
Detroit: US-Verein verkauft Mini-Häuser an Obdachlose. Mini-Häuser in den USA (Quelle: Crystal Fox/TheWeatheredFox.com)

Mini-Häuser in den USA: Mieter zahlen einen US-Dollar pro Quadratfuß. Nach sieben Jahren können sie Haus und Grundstück kaufen. (Quelle: Crystal Fox/TheWeatheredFox.com)

In den USA bauen Vereine Minihäuser für Menschen mit geringem Einkommen. Dort können auch Obdachlose einziehen. Die Idee inspiriert auch Vereine in Deutschland.

Eine US-amerikanische Pfarrerin wollte ihren Mitmenschen aus der finanziellen Krise helfen. Auf verschiedenen Grundstücken in der ehemaligen Autostadt Detroit ließ sie Dutzende Minihäuser bauen. Wer dort sieben Jahre als Mieter wohnt, kann das Haus behalten.

Es ist nicht verwunderlich, dass diese Idee aus Detroit kommt, wo der Niedergang der amerikanischen Autoindustrie tiefe Spuren hinterlassen hat. Arbeitslosigkeit und Armut haben den Einwohnern in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt. Viele Menschen wurden arbeitslos, nachdem in der Automobilbranche diverse Fabriken dicht machten. Vor sechs Jahren ging die Stadt selbst offiziell bankrott.  

Pfarrerin Faith Fowler: Sie will finanziell schwachen Menschen mit den Minihäusern helfen. (Quelle: Todd McInturf/The Detroit News)Pfarrerin Faith Fowler: Sie will finanziell schwachen Menschen mit den Minihäusern helfen. (Quelle: Todd McInturf/The Detroit News)

Das kleinste Haus ist etwa 23 Quadratmeter groß

Darum startete Pfarrerin Faith Fowler ein Experiment: Ob Obdachloser, Veteran oder Witwer – sie alle sollten ein Haus kaufen können. Fowler gab dafür sogar ihr eigenes Grundstück her. Mit Hilfe des Vereins "Cass Community Social Services", den sie selbst gegründet hatte, wurden dort die ersten Mini-Häuser gebaut.

Dutzende freiwillige Helfer packten mit an. Sie sollten zunächst 25 Minihäuser bauen. Einige davon sind gerade mal 250 Quadratfuß groß, das sind umgerechnet 23 Quadratmeter. Doch wer dort einzieht, kann den Traum vom eigenen Haus wahr machen.

Nach sieben Jahren Eigentümer

Das funktioniert so: Wer in das Haus einziehen will, erstellt zunächst einen Finanzplan. Der Verein hilft den potenziellen Mietern bei der Entscheidung, ob sie sich das Haus leisten können. Die anfallenden Kosten sind überschaubar: Ein Quadratfuß kostet einen Dollar, pro Quadratmeter sind dies umgerechnet knapp 11 Dollar – Strom und Nebenkosten kommen dazu. Wer das sieben Jahre lang zahlt, wird als Eigentümer des Hauses eingetragen.

Ein Rechenbeispiel: Ein Minihaus von 250 Quadratfuß hat man nach sieben Jahren für insgesamt 21.000 US-Dollar gekauft – ohne Kredit oder Zinsen.

Die finanzielle Beratung würde den Menschen helfen, sagte Fowler dem US-Portal "Yes!". Das Programm ermutige sie mehr Geld zu verdienen und zu sparen. "Sie können bis zu 750 Dollar im Monat verdienen und in sieben Jahren Hausbesitzer sein."

Über einen der ersten Anwohner in der Minihaus-Siedlung berichtete "CNN Business". Der ehemalige Häftling Keith sieht das Haus als eine neue Chance. "Ich war im Gefängnis, also ist es ziemlich schwierig, jemanden zu finden, der dir eine zweite Chance gibt, eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus zu bekommen", sagte er dem Sender. "Ich bin über 50 und es ist meine erste Chance, ein Haus zu besitzen", sagte er.

Sind Minihäuser eine Alternative zur Wohnungsnot?

Nicht nur in Detroit werden Minihäuser genutzt, um Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln Alternativen zu bieten. Im US-Bundesstaat Washington baut derzeit eine Gemeinde Minihäuser für Obdachlose. Knapp ein Dutzend Häuser sollen bald in der Region Seattle stehen.


Auch in Deutschland ist die Idee mit dem "Tiny House" schon angekommen. Auf dem Bauhaus Campus in Berlin standen im vergangenen Jahr mehrere Minihäuser, in denen auch Obdachlose unterkommen konnten.

In Köln baut der Verein "Little Home" Minihäuser für Menschen in Wohnungsnot. Die kleinen Holzhäuser sind nur wenige Quadratmeter groß. Eins davon bekam Daniel aus Berlin, der vorher auf der Straße lebte. "Ich kann es immer noch nicht fassen, dass das mein neues Zuhause ist", sagte er im März der "Berliner Morgenpost". Vorher musste er immer Angst haben, dass etwas Sachen geklaut werde. Nun könne er alles wegschließen.

Verwendete Quellen:

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