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Ihre Fragen zur Baufinanzierung – Wie hoch sind die Nebenkosten?


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Baufinanzierung: Wie hoch sind die Nebenkosten?

19.10.2019, 08:03 Uhr
Ihre Fragen zur Baufinanzierung – Wie hoch sind die Nebenkosten?. Paar blickt auf Haus: Es gibt grundlegende Nebenkosten beim Bau oder Kauf einer Immobilie. (Quelle: Getty Images/ALotOfPeople)

Paar blickt auf Haus: Es gibt grundlegende Nebenkosten beim Bau oder Kauf einer Immobilie. (Quelle: ALotOfPeople/Getty Images)

Der zweite Teil unserer Leserumfrage zum Thema Baufinanzierung  beschäftigt sich mit den Nebenkosten. Nicht wenige Bauherren vergessen diesen Posten in ihrer Kalkulation.

Was zählt zu den Nebenkosten und welche Zusatzkosten kommen beim Bau oder Kauf eines Eigenheimes noch hinzu? In unserer Serie antwortet der Finanzierungsexperte Mathias Breitkopf auf die Fragen der t-online.de-Leser. 

Beim Bau oder Kauf einer Immobilie fallen Nebenkosten an. Sie sind je nach Wohnort unterschiedlich. Beim Bau müssen spezielle Baunebenkosten bedacht werden, zum Beispiel für den Bauantrag und die Erschließung.

Leserfrage: Was zählt alles zu den Nebenkosten und in welcher Höhe? Gibt es Unterschiede zwischen dem Kauf und dem Bau eines Hauses?

Mathias Breitkopf: Zu den Kaufnebenkosten zählen die Notarkosten, die Grunderwerbsteuer sowie die Maklergebühr, wenn ein Makler eingeschaltet ist. Je nach Bundesland sind die Sätze unterschiedlich. Die Grunderwerbsteuer beträgt zum Beispiel in Bayern und Sachsen 3,5 Prozent, in Berlin 6 Prozent sowie in Schleswig-Holstein und Brandenburg 6,5 Prozent. Das sind schon enorme Unterschiede. Auch bei den Maklergebühren geht es von rund 3,5 Prozent bis zu über 7 Prozent. Insgesamt können die Kaufnebenkosten bis zu rund 16 Prozent des Kaufpreises ausmachen.


Die genannten Kauf- beziehungsweise Erwerbsnebenkosten fallen auch beim Kauf eines Neubaus oder oft auch beim Bau durch einen Bauträger an. Dabei kommt es aber auch darauf an, ob man das Grundstück eigenständig gekauft und bebaut hat oder ob Grundstück inklusive Bau vom Bauträger erworben wird. Im letzten Fall müssen Grunderwerbsteuer und Notarkosten gezahlt werden. Wie das Finanzamt die Grunderwerbsteuer im Einzelfall erhebt, sollten Interessenten in jedem Fall vorab bei ihrem Steuerberater klären. 

Dazu kommen beim Bau die klassischen Baunebenkosten: Baustrom, Grundstücksanschluss, Bauantrag, Versicherungen, Außenanlagen etc. Hier sollten sich die Bauherren mit dem Architekten oder dem Bauträger gut absprechen und alle offenen Punkte klären, damit keine großen Kosten in der Planung der Finanzierung vergessen werden. 

Kosten, die zwar keine klassischen Nebenkosten sind, aber bei einem Wohnungswechsel immer anfallen, zum Beispiel Umzug, Renovierungen, neue Möbel, sollten Sie immer im Blick haben.

Leserfrage: Wie hoch sind die Nebenkosten beim Hausbau, wenn man schon das Grundstück besitzt?

Mathias Breitkopf: Wenn man das Grundstück schon besitzt und jetzt darauf baut, entfallen die typischen Erwerbsnebenkosten. Sie müssen also keine Grunderwerbsteuer zahlen. Für eine Finanzierung würden allerdings Notarkosten anfallen, zur Eintragung der Grundschuld. Zudem kommen typische Baunebenkosten hinzu. Dazu gehören zunächst einmal die Kosten für die Baugenehmigung. Dazu addieren sich Erschließungskosten für Gas, Wasser, Abwasser und so weiter. Dann auch die Nebenkosten beim Bau, wie Baustrom oder die Entsorgung der Bauabfälle. Bauherren sollten zudem Versicherungen abschließen, wichtig ist die Bauherrenhaftpflicht. Nicht zu vergessen sind die Kosten für die späteren Außenanlagen.

Rund 10 bis 15 Prozent der Herstellungskosten des Hauses sollten Sie in etwa für diese typischen Baunebenkosten veranschlagen. Wenn die geplanten Baukosten rund 300.000 Euro betragen, sollten Sie mit Baunebenkosten von 30.000 bis 50.000 Euro rechnen.

Lesen Sie mehr: 

Teil 1: So viel Eigenkapital ist nötig

Teil 3: Sparschwein oder Darlehen – Was ist besser?

Teil 4: Tausende Euro durch Umschuldung sparen

Teil 5: So funktioniert die Anschlussfinanzierung

Teil 6: Spekulationssteuer – Fallstrick beim Immobilienverkauf

Teil 7: Baukindergeld und Co. – Fördergelder sinnvoll nutzen

Mathias Breitkopf ist Leiter Privatkundengeschäft bei Interhyp und für mehrere Niederlassungen zuständig. Der ausgewiesene Finanzierungsexperte beantwortet die Fragen der t-online.de-Leser. (Foto: Interhyp/Annette Hornischer)

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