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Aufsicht BaFin sieht deutsche Versicherer wackeln

Von t-online, reuters
Aktualisiert am 27.11.2013Lesedauer: 2 Min.
Die deutschen Finanzaufseher sehen einige Unternehmen der Versicherungsbranche in ihrer Existenz bedroht
Die deutschen Finanzaufseher sehen einige Unternehmen der Versicherungsbranche in ihrer Existenz bedroht (Quelle: dpa-bilder)
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Durch die anhaltende Niedrigzinsphase geraten die deutschen Versicherer immer mehr unter Druck. Wenn sie jetzt noch nach den neuen Eigenkapitalregeln fĂŒr die europĂ€ischen Unternehmen der Branche ihr Finanzpolster verstĂ€rken mĂŒssen, könnte das nach Ansicht der Finanzaufsicht BaFin fĂŒr einige Assekuranzen das Aus bedeuten.

"Ich bin nicht sicher, ob es alle Versicherer schaffen werden", sagte der oberste Versicherungsaufseher der Behörde, Felix Hufeld, auf einer Veranstaltung an der UniversitÀt Frankfurt/Main.

FĂŒnf bis zehn Unternehmen gefĂ€hrdet

Sie litten unter den niedrigen Zinsen und könnten daran scheitern, das nötige Eigenkapital fĂŒr die Solvency-II-Regeln aufzubauen. "Es könnten fĂŒnf oder zehn sein - ich weiß es nicht", sagte der Experte.

FĂŒr solche FĂ€lle habe die BaFin ihren Werkzeugkasten parat - bis hin zu einer Übertragung der Policen auf die Auffanggesellschaft der Branche, Protektor. "Wir mĂŒssen vorbereitet sein", erklĂ€rte Hufeld.

Neuregelung "nicht branchenfreundlich"

Die BaFin beaufsichtigt in Deutschland mehr als 90 Versicherer. Nach Berechnungen der Bonner Behörde muss die Branche pro Jahr drei bis fĂŒnf Milliarden Euro zusĂ€tzliches Kapital aufbauen, um das am Risiko orientierte Regelwerk einzuhalten. Den Vorwurf von EU-Politikern, Solvency II sei zu zahm, ließ Hufeld nicht gelten: "Es ist sicher nicht branchenfreundlich."

Die EuropĂ€ische Union hatte sich kĂŒrzlich auf eine EinfĂŒhrung von Solvency II Anfang 2016 geeinigt, den Versicherern aber eine Übergangsfrist von 16 Jahren fĂŒr die Umstellung ihrer AltbestĂ€nde gewĂ€hrt. Die Regeln seien nicht perfekt, aber es gebe keine Alternative, und die Versicherer mĂŒssten sich damit abfinden, betonte Hufeld. "Wir mĂŒssen jetzt springen - und Solvency II in der RealitĂ€t etwas besser machen."

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Zugleich arbeitet der internationale Regelsetzer fĂŒr die Versicherer, IAIS, an einem weltweiten Eigenkapitalstandard. "Die Amerikaner haben auf Solvency II gepfiffen - aber das hat sich geĂ€ndert", sagte der Experte. Der weltweite Standard mĂŒsse unbedingt mit Solvency II kompatibel sein.

Eigenkapitalauflagen verschÀrft

Der FinanzstabilitĂ€tsrat (FSB) der 20 grĂ¶ĂŸten Industrie- und SchwellenlĂ€nder hatte neun "global systemrelevante Versicherer" benannt - darunter die Allianz, die mit schĂ€rferen Eigenkapitalauflagen belegt werden sollen. Die Branche hatte sich lange gegen die Auffassung gewehrt, dass ein Versicherer ĂŒberhaupt so bedeutend sein könne, dass sein Aus das Finanzsystem ins Wanken bringen könnte.

Hufeld widersprach: "Meine persönliche Ansicht ist: Ich glaube das schon. Aber das Konzept, wie der FSB sie ermittelt hat, ist nicht richtig." Die globalen Aufseher hĂ€tten sich an den Kriterien fĂŒr Banken - wie GrĂ¶ĂŸe und globale Vernetzung - orientiert. Doch die Gefahr, die von den Versicherern ausgehe, komme vielmehr von ihrer Rolle als große Schuldner, deren Ausfall sich ĂŒber Zweitrundeneffekte auf die Banken niederschlĂŒge. Aber einen besseren Ansatz sehe auch er nicht.

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Noch mehr Anbieter im Visier des FSB

Dass RĂŒckversicherer wie MĂŒnchener RĂŒck und Swiss Re bisher nicht als weltweit systemrelevant klassifiziert wĂŒrden, liege an einem Streit ĂŒber die Einstufung des US-Konzerns Berkshire Hathaway mit seinem RĂŒckversicherer General Re. "Aber ich garantiere Ihnen, da wird noch etwas passieren", meinte Hufeld.

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