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Deutsche Bank schließt jede fünfte Filiale – diese Städte sind betroffen

"So rasch wie möglich"  

Deutsche Bank will jede fünfte Filiale schließen

22.09.2020, 12:27 Uhr | rtr

Deutsche Bank schließt jede fünfte Filiale – diese Städte sind betroffen. Filiale der Deutsche Bank in Frankfurt (Archivbild): Etwa 100 Geschäftsstellen sollen möglichst schnell schließen. (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Filiale der Deutsche Bank in Frankfurt (Archivbild): Etwa 100 Geschäftsstellen sollen möglichst schnell schließen. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Die Deutsche Bank will wegen der Corona-Krise etwa 100 Geschäftsstellen dicht machen – und das möglichst zeitnah. Betroffen sind vor allem Städte. Zudem fallen Tausende Jobs weg. 

Die Deutsche Bank will jede fünfte Filiale in Deutschland schließen. "Wir planen, die Zahl der Filialen so rasch wie möglich von gut 500 auf etwa 400 zu verringern", sagte Philipp Gossow, Leiter des Privatkundengeschäfts der Marke Deutsche Bank, der Nachrichtenagentur Reuters. "Das wollen wir hauptsächlich in Städten tun, in denen wir ohnehin mit mehreren Filialen vertreten sind."

In ländlicheren Gebieten wolle die Bank bleiben, um ein flächendeckendes Filialnetz zu erhalten. Mit den Schließungen sei auch ein Stellenabbau verbunden, die Zahl der Berater solle aber stabil bleiben. Die wegfallenden Arbeitsplätze gehören zu den 18.000 Stellen, deren Abbau im Rahmen der neuen Konzernstrategie Vorstandschef Christian Sewing im Juli 2019 angekündigt hatte.

Deutsche Bank setzt stärker auf Video und Telefon

"Die Anforderungen an die Beratung und das Filialgeschäft haben sich durch Corona weiter verändert", sagte Gossow. "Selbst Kunden, die früher nicht viel anfangen konnten mit Online-Banking, erledigen mittlerweile viele einfache Bankgeschäfte am Computer oder iPad von zu Hause aus."

Selbst komplexe Beratungen wie etwa bei Wertpapieren fänden mittlerweile häufiger über Video oder Telefon statt. Seit Ausbruch der Pandemie seien auch Bargeldabhebungen weniger geworden, Kunden zahlten mehr mit Karten oder dem Smartphone. "Die Nachfrage der Kunden nach Beratung ist seit der Corona-Krise deutlich gestiegen. Die Kunden gehen aber für die Beratung seltener in die Filiale."

Künftig werde sich das Geldhaus mehr über Video und Telefon an Kunden wenden, erläuterte Gossow, der die Pläne in Frankfurt bei einer Bankenkonferenz präsentierte. Dafür werde mehr Geld in den Ausbau von Technologie investiert, um etwa Produktabschlüsse über das Internet zu ermöglichen.

Banken müssen ihre Kosten senken

Ausprobieren will die Deutsche Bank auch sogenannte Anlagezentren. "Kunden können diese bei Bedarf nach vorheriger Terminvereinbarung aufsuchen und werden von ihrem Berater in einer Art Bankbüro beraten", sagte Gossow. "Auf die sonst übliche Infrastruktur einer Filiale wie SB-Zone oder Schalterraum verzichten wir."

Deutsche Geldhäuser betreiben viel mehr Filialen als etwa britische oder niederländische Banken. Dort sind Kunden tendenziell offener für digitale Dienstleistungen und Beratungen. Das anhaltend niedrige Zinsumfeld und mögliche Kreditbelastungen in Folge der Corona-Pandemie erhöhen den Druck auf Banken, die Kosten zu senken. Auch die Commerzbank will Zweigstellen schließen und arbeitet derzeit eine neue Strategie aus. Insidern zufolge könnten von den rund 1.000 Filialen jede zweite wegfallen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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