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Schwere Vorwürfe gegen Stromanbieter – Behörde nimmt Energiediscounter ins Visier


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Behörde nimmt offenbar Stromanbieter ins Visier

Von afp, mak

14.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Windrad und zwei Hochspannungsmasten (Symbolbild): Viele Energiediscounter geraten wegen der hohen Strom- und Gaspreise in Schwierigkeiten.
Ein Windrad und zwei Hochspannungsmasten (Symbolbild): Viele Energiediscounter geraten wegen der hohen Strom- und Gaspreise in Schwierigkeiten. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)
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Die Energiediscounter Stromio, Grünwelt und Gas.de haben die Verträge von etlichen Kunden gekündigt. Nun erhebt die Bundesnetzagentur laut einem Bericht schwere Vorwürfe gegen den Eigentümer.

Nach der Einstellung der Lieferungen und der Kündigung Hunderttausender Strom- und Gaskunden durch die Energiediscounter Stromio, Grünwelt und Gas.de ist deren Geschäftsführer einem "Spiegel"-Bericht zufolge ins Visier der Behörden geraten.

Wie das Nachrichtenmagazin am Freitag berichtete, geht die Bundesnetzagentur dem Verdacht nach, dass die von dem mutmaßlichen Eigentümer Ömer V. geleiteten Firmen Gas und Strom lieber gewinnbringend an Großhändler verkauften, anstatt die eigenen Endkunden zu beliefern.

Demnach wurde dieser Verdacht von Marktteilnehmern geäußert. Dem Bericht zufolge läuft derzeit zudem eine Prüfung der Eigentümerin der Anbieter, der Callax Holding GmbH, gemäß Geldwäschegesetz. Die Holding soll zwischen 2014 und 2019 mehr als 300 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet haben. Laut Bericht gibt es allerdings Zweifel an den Besitzverhältnissen.

Branchenverband kritisierte Billiganbieter scharf

Ende Dezember hatte unter anderem der Stromanbieter Stromio mit den Marken Stromio und Grünwelt Energie ohne Vorwarnung die Lieferung eingestellt. Stromio sei "seit einigen Wochen mit einer nie dagewesenen Preisexplosion an den europäischen Energiehandelsplätzen konfrontiert", erklärte das Unternehmen damals auf seiner Internetseite zur Begründung. Das Unternehmen hatte mit "Strom zum Discountpreis" geworben.

Der Branchenverband BDEW hatte das Vorgehen scharf kritisiert und von einer "schwerwiegenden Regulierungslücke" gesprochen. Er forderte ein Eingreifen der Bundesregierung. Billiganbieter betrieben Geschäftemacherei auf Kosten der Kunden, hieß es.

Einige Billiganbieter müssen wegen hoher Strompreise aufgeben

Die Energiediscounter kaufen Strom oftmals an den Spotmärkten, wo er kurzfristig gehandelt wird. Die Energiepreise ziehen jedoch seit Monaten deutlich an. Das ist eine Herausforderung für die Unternehmen, weil sie mit den Kunden Langzeitverträge mit einer festen Preisbindung abgeschlossen haben.

Sie können die Mehrkosten also nicht an die Kunden weitergeben. Die Belieferung wurde so vielfach unwirtschaftlich, weswegen Anbieter Verträge kündigten oder Insolvenz anmelden mussten.

In einem solchen Fall rutschen Kunden automatisch in die Ersatzversorgung, werden also zunächst von den Anbietern beliefert, die in einer Region die meisten Kunden haben. Verbraucherschützer kritisierten die Grundversorger jedoch scharf, weil die Tarife für Neukunden teils fünfmal so teuer sind wie für Bestandskunden. Lesen Sie hier mehr zu dem Zwist.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur AFP
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