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Habeck geht von "einigen Hundert Euro pro Haushalt" aus

Von dpa, reuters
Aktualisiert am 29.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck am vergangenen Mittwoch: Die Kosten für die Energiekrise müssen Bürger und Unternehmen tragen.
Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck am vergangenen Mittwoch: Die Kosten für die Energiekrise müssen Bürger und Unternehmen tragen. (Quelle: IMAGO/Emmanuele Contini)
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Wirtschaftsminister Habeck ruft Unternehmen und Bürger in der Energiekrise zu einem gemeinsamen Kraftakt auf. Für Verbraucher bedeutet das: Es wird teuer.

Wirtschaftsminister Robert Habeck hat von der "größten Energiekrise" in Deutschland gesprochen. Grund sei die politisch gewollte und wirtschaftlich entstandene Abhängigkeit von russischem Gas, sagte Habeck am Donnerstag nach einem Besuch des Energieparks Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt. "Wir lösen uns aus dieser Abhängigkeit in Windeseile."

Russland hatte Lieferungen durch die Gaspipeline Nord Stream 1 weiter gedrosselt. Habeck sagte, es habe Jahrzehnte gedauert, Deutschland in diese Abhängigkeit zu führen. "Innerhalb von Monaten und wenigen Jahren sorgen wir dafür, dass wir diese Abhängigkeit überwinden." So gebe es eine große Dynamik bei der Nachfrage nach Wasserstoff, bei der Forschung an Wasserstoff und dem Ausbau von erneuerbaren Energien für die Wasserstoffproduktion. "Das ist die Zukunft." Zunächst müssten aber der kommende und der folgende Winter überstanden werden.

Jeder soll einen Beitrag leisten

Dazu ruft der Wirtschaftsminister Bürger und Unternehmen zu einem gemeinsamen Kraftakt auf. "Wir alle können einen Beitrag leisten, und wir alle leisten ja einen Beitrag, außer wir verschließen die Ohren und die Augen", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag auf die Frage, wann er die Notfallstufe im Notfallplan Gas mit einer die Rationierung von Gas ziehen müsse.

"Menschen wollen helfen, Deutschland hilft – sich selbst und den Unternehmen. Und in Europa sind ebenfalls Anstrengungen für gemeinsame Schritte gegangen worden." Wenn der Gasverbrauch runtergebracht würde und Energie gespart werde, schaffe das mehr Freiraum dafür, dass "unangenehmere Schritte" vermieden werden, so Habeck. "Und außerdem sparen wir Geld, jeder Einzelne von uns."

Umlage als "Entlastungssignal" für Unternehmen

Um Gasimporteuren finanziell zu helfen, werden stark gestiegene Preise für die Ersatzbeschaffung von Gas ab Herbst über eine Umlage an alle Gaskunden weitergegeben werden. Habeck sagte, die Umlage sei möglich für alle Unternehmen, die russische Gasmengen ersetzen müssten. "Das wird dann aber natürlich nachgewiesen werden müssen und es wird auch nachgerechnet werden. Also wir werden verhindern, dass da irgendein Schmu passiert". Die Umlage sei ein Entlastungssignal für die Unternehmen. Habeck sagte, er gehe davon aus, dass der Umlagemechanismus den Markt beruhige und die Unternehmen stabilisiere.

Auf Endkunden kommen mit der Umlage zunächst jedoch noch höhere Preise zu. "Wir rechnen damit, dass es zwischen 1,5 und fünf Cent pro Kilowattstunde sein wird." Liege der durchschnittliche Verbrauch bei 20.000 Kilowattstunden Gas pro Jahr, sei man in einem mittleren dreistelligen Euro-Bereich. Man wisse aber nicht genau, wie hoch die Gas-Beschaffungskosten im November und Dezember seien. "Aber die bittere Nachricht ist: Es sind sicherlich einige Hundert Euro pro Haushalt."

Habeck unternimmt bis Freitag eine zweitägige Reise nach Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen. Auf dem Programm stehen Besuche von Unternehmen. Am Donnerstagabend will sich der Minister bei einem öffentlichen Gespräch in Bayreuth den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern stellen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa
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