Sie sind hier: Home > Finanzen > Versicherungen >

Debeka: Razzia in Büros und Wohnungen nach illegalem Datenhandel

Vorwürfe gegen Vertreter  

Razzia bei Debeka nach illegalem Datenhandel

16.07.2014, 15:56 Uhr | rtr, t-online.de

Debeka: Razzia in Büros und Wohnungen nach illegalem Datenhandel. Der illegale Datenhandel bei der privaten Krankenkasse Debeka zieht weiter Kreise (Quelle: dpa)

Der illegale Datenhandel bei der privaten Krankenkasse Debeka zieht weiter Kreise (Quelle: dpa)

Im Umfeld der Krankenkasse Debeka hat es am Mittwoch eine Großrazzia gegeben. Polizisten und Beamte der Landeskriminalämter durchsuchten in Rheinland-Pfalz und sechs weiteren Bundesländern 24 Büros und Privatwohnungen, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. In der Stadt hat die Debeka ihren Hauptsitz. Gegen neun Mitarbeiter der größten privaten Krankenkasse Deutschlands und fünf Staatsbedienstete seien Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Die Beamten sollen Namen, Anschriften und weitere Daten von frisch eingestellten oder verbeamteten Angestellten im öffentlichen Dienst an Debeka-Mitarbeiter verkauft haben, damit diese ihnen schneller als die Konkurrenz Krankenversicherungen anbieten konnten. "Die Mitteilung dieser Daten sollte den beschuldigten Mitarbeitern der Debeka-Versicherungsgruppe den Abschluss von Versicherungsverträgen ermöglichen", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Sie wirft den Beamten Bestechlichkeit, die Verletzung des Dienstgeheimnisses und Verstöße gegen den Datenschutz vor, bei den Versicherungsvertretern geht es um Bestechung und die Anstiftung zum Verrat von Dienstgeheimnissen. Medienberichten zufolge wussten die Debeka-Vertriebsleute zum Teil vor den Beamten selbst von deren Einstellung oder Beförderung. Das brachte ihnen Vorteile bei der Kunden-Akquise, etwa gegenüber der Allianz.

Keine Durchsuchung am Hauptsitz

In der Hauptverwaltung der Debeka in Koblenz selbst gebe es keine Durchsuchungen, betonte die Staatsanwaltschaft. Die als Beamten-Selbsthilfeverein gegründete Debeka - phonetische Abkürzung für Deutsche Beamten-Krankenversicherung - hatte sich nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe im Herbst kooperationsbereit gezeigt. Die Versicherungsaufsicht BaFin hatte der Debeka nur eine Rüge erteilt, weil sie ihren Mitarbeiter nicht ausreichend auf die Finger geschaut habe, aber von weiteren Konsequenzen abgesehen.

Debeka-Mitarbeiter hatten nach Unternehmensangaben in den 1980er und 90er Jahren massenhaft Adressen potenzieller Kunden gekauft. Beamte sind die wichtigsten Kunden der Krankenkasse - von ihren 2,2 Millionen Krankenversicherten sind 1,87 Millionen Staatsdiener und deren Angehörige. Das Unternehmen kommt damit in der privaten Krankenversicherung auf einen Marktanteil von 25 Prozent. Die Debeka bestreitet aber, dass das Unternehmen von den Machenschaften gewusst habe. Versicherungsvertreter hätten die Daten auf eigene Rechnung erworben und untereinander verteilt, hatte Vorstandschef Uwe Laue im November gesagt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
MagentaTV jetzt 1 Jahr inklusive erleben!*
hier Angebot sichern
Anzeige
30% auf alle bereits reduzierten Artikel!
bei TOM TAILOR
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal