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Eier werden teurer nach Gesundheitsbedenken


"Verbraucher werden das merken"
Eier werden wegen Fipronil-Skandal teurer

Von dpa
18.12.2017Lesedauer: 2 Min.
Nahaufnahme eines Eierkartons.Vergrößern des BildesDa viele Eier aus den Niederlanden importiert werden, macht sich der Fipronil-Skandal auch in Deutschland bemerkbar. (Quelle: Purestock/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Der Skandal um Eier, die mit dem Insektenschutzmittel Fipronil belastet waren, hat die Branche im Sommer stark getroffen. Im Januar werden die Preise in den Supermärkten nun steigen.

Als Folge des Fipronil-Giftskandals werden Eier im Lebensmittelhandel ab Januar teurer. Wegen der knappen Ware seien die Preise bei den jüngsten Vertragsverhandlungen mit dem Handel gestiegen, sagt Margit Beck von der Brancheninformationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel in Bonn. "Die Verbraucher werden das merken." Es seien aber sehr überschaubare Steigerungen. Nach Informationen von Branchenkennern zahlen die Lebensmittelhändler ab dem kommenden Jahr etwa 10 Cent pro Ei an ihre Lieferanten. In diesem Jahr waren es 7 bis 8 Cent.

Im Weihnachtsgeschäft dürften die Konsumenten die höhere Nachfrage nach Eiern noch nicht spüren, denn noch gelten die für dieses Jahr vereinbarten Preise, sagt Beck. "Der Einzelhandel zahlt immer dasselbe für das Ei - ob im Sommer, wenn die Nachfrage gering ist, oder ob vor Weihnachten, wenn die Nachfrage hoch ist."

Kaum Betriebe in Deutschland betroffen

Obwohl die deutsche Geflügelwirtschaft bis auf eine Handvoll Betriebe kaum von dem Skandal betroffen war, sind die Auswirkungen auch hierzulande zu spüren. Da Deutschland mehr als 30 Prozent der Eier einführen müsse und die Niederlande das wichtigste Eier-Importland sind, wurde auch in Deutschland die Ware knapp.

Das sei auch vor allem jetzt vor Weihnachten zu spüren, sagt Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. "Der Verbraucher sieht bereits bei Freiland- und Bioeiern ein knappes Angebot." Langsam würden auch die Eier aus der Bodenhaltung knapper.

Wie ist der Skandal zustande gekommen?

Das Insektengift Fipronil ist für Tiere der Lebensmittelproduktion nicht zugelassen. Vor allem niederländische Legehennenhalter haben allerdings ihre Ställe mit einem Mittel desinfizieren lassen, in dem Fipronil enthalten war, ohne dass es korrekt deklariert war. Es wurde den Landwirten als eine Art "Wundermittel" gegen die Rote Vogelmilbe präsentiert, einem Parasiten, der den Legehennen stark zusetzt. Im Nachbarland sind etwa 200 Legehennenbetriebe betroffen und gesperrt.

Einer Studie der Universität Wageningen zufolge beträgt der Schaden für die niederländische Geflügelwirtschaft Ende 2017 bis zu 75 Millionen Euro. In Deutschland mussten vor allem Eierlieferanten zuzahlen, die feste Lieferverträge über große Eiermengen mit dem Einzelhandel hatten. Bei ihnen waren die Eier aus den Niederlanden schon fest eingeplant. Sie mussten teurer gewordene Eier auf dem freien Markt nachkaufen, konnten den Preisunterschied aber nicht im Verkauf wettmachen.

Schätzungen sprechen von 30 bis 40 Millionen Euro Verlust für den deutschen Eierhandel. Von der Situation profitiert haben Lieferanten aus Spanien, Frankreich und Polen, sagt Geflügelwirtschaftsexperte Hans-Wilhelm Windhorst von der Universität Vechta. Für verarbeitete Eierprodukte wie Nudeln und Kekse seien auch Eier aus der Ukraine eingeführt worden.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
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