Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Chirurgie: Tuch bei Kaiserschnitt im Bauch vergessen


Mysteriöser Medizinfall  

Hoppla, was ist denn das?

17.02.2014, 08:41 Uhr | Heike Le Ker, Spiegel Online

Chirurgie: Tuch bei Kaiserschnitt im Bauch vergessen. Bei einer Operation läuft nicht immer alles wie geplant.  (Quelle: dpa)

Bei einer Operation läuft nicht immer alles wie geplant. (Quelle: dpa)

Eine junge Mutter geht ins Krankenhaus, weil sie in ihrem Bauch eine große Wucherung ertastet. Nach einer Computertomografie raten die Ärzte zur Operation. Dabei fördern sie etwas zutage, was definitiv nicht in den Bauch eines Menschen gehört.

Die 28-Jährige hat schon viele Ärzte um Rat gefragt. Ihr Bauch tut zwar nicht weh, aber sie ist sich sicher, dass etwas nicht stimmt. Schon seit langem kann sie etwa in Höhe des Bauchnabels etwas Festes spüren. Doch bisher konnte ihr keiner der Ärzte helfen, jedes Mal ist sie ohne definitive Diagnose wieder nach Hause gegangen. Dabei war sie immer gesund. Ihr einziger Aufenthalt im Krankenhaus war die Geburt ihres Kindes vor vier Jahren. Der Kaiserschnitt verlief ohne Komplikationen, Mutter und Kind durften bald nach der Geburt nach Hause gehen.

Computertomografie zeigt homogenes Gebilde

Jetzt sucht die Frau Rat in der Universitätsklinik von Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania, wie die Chirurgen Brian Boone und Giselle Hamad im Medizinjournal "Jama" berichten. Die Ärzte dort untersuchen den Bauch ihrer Patientin: Sofort ertasten sie in ihrem ansonsten weichen Bauch die beschriebene Veränderung. Es ist eine feste, verschiebbare Struktur in der Mitte des Bauches, etwa so groß wie eine Pampelmuse.

News & E-Mail bei t-online.de | Politik, Sport, Unterhaltung & Ratgeber
Jetzt bei Rakuten
Jetzt 10% Rabatt auf unsere Bestseller-Artikel
Auf Streifzug durchs Leben
Farbenfrohe Frühlings-Looks bis Größe 52/54
„Darauf willst Du nicht verzichten“
Jeans mit Shaping-Effekt & maximalen Tragekomfort
Anzeige
New Season - New Style. Shoppen Sie die City-Looks!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Voll im Trench: Trenchcoats - Looks für den Frühling
gefunden auf otto.de

Jeden Morgen wissen,
was wichtig ist.

*Datenschutzhinweis Aktuelle Ausgabe lesen

Der Newsletter von Chefredakteur Florian Harms

Gutes tun und Gutes gewinnen
Entspannter kann man nicht Millionär werden

Bei der großen Sonderverlosung der Aktion Mensch am 6.3.19 die Chance auf Extra-Gewinne im Gesamtwert von 15 Mio. € sichern und gleichzeitig bis zu 1.000 soziale Projekte monatlich fördern. Jetzt Los kaufen

Die Sky Konferenzen der UEFA Champions League live & in HD sehen
Für Telekom Kunden 3 Monate inklusive - danach 9,95 € mtl.*

Kein zusätzlicher Receiver notwendig:
Die Original Sky Konferenzen der UEFA Champions League und der Fußball-Bundesliga mit Sky Sport Kompakt + alle Spiele der DEL, BBL und 3.Liga mit Magenta Sport!* Jetzt Angebot sichern!

Anzeige
Klingt wie eine Legende: Teufels beliebteste Speaker
jetzt die Ultima 40 Serie entdecken
Anzeige
Jetzt bis zu 50% Rabatt auf Top-Marken im Beauty Sale
auf douglas.de
TchiboBonprixStreet OneOttoUlla PopkenJack WolfskinPeter HahnheineAlba ModaCECILDouglasWENZWeltbild.deHirmer Große GrößenSheegoJP1880BRAXBAURLidlNeckermannHappy SizehessnaturBabistaKlingel.demyToys.deESPRITWalbusch
    10-Tages-Vorhersage
    NACHRICHTEN AUS DER REGION


    shopping-portal

    Um die mögliche Wucherung von außen genauer betrachten zu können, lassen sie Schichtaufnahmen vom Bauch machen. Die Computertomografie-Bilder zeigen, dass es sich um ein homogenes Gebilde handelt, das auf Höhe der Nieren im vorderen Bauch liegt. Es scheint eine Kapsel zu haben und möglicherweise entzündet zu sein.

    Eine Gebilde wie eine pralle Wasserbombe

    Viel mehr können die Ärzte anhand der Bilder allerdings nicht sagen. Sie haben zwar bereits einen Verdacht, aber mit Gewissheit können sie noch nicht ausschließen, dass dort ein Tumor wächst. Daher raten sie der Frau zu einer Operation. Die Chirurgen wollen den Bauch öffnen, das Gebilde entfernen und es dann untersuchen.

    Die Patientin ist einverstanden und wird schon kurze Zeit später operiert. Knapp unter der Bauchdecke stoßen die Chirurgen bereits auf die Wucherung. Sie ist weißlich, lässt sich leicht von der Umgebung ablösen und fühlt sich an wie ein elastischer Ball mit einer weichen Füllung - ähnlich wie eine pralle Wasserbombe mit einer dicken Haut.

    Die Operateure können das Gebilde problemlos aus dem Körper entfernen. Sie legen es auf einen sterilen Untersuchungstisch und schneiden es auf. Eiter läuft heraus. Doch Blut, Nervengewebe, Muskeln, Knochen - Fehlanzeige. In der Kapsel befindet sich ein Tuch. Ein großes Operationstuch, wie es Chirurgen bei Bauch-Operationen verwenden, um Blut aufzusaugen. Das taten offenbar auch die Gynäkologen, die die Frau vor vier Jahren von ihrem Kind entbunden hatten. Dabei hatten sie das Tuch in ihrem Bauch vergessen.

    Vergessliche Chirurgen

    Tupfer, Klemme oder Tuch - wie oft Ärzte Operationsbesteck im Körper ihrer Patienten vergessen, ist unklar. Denn längst nicht alle Fälle werden entdeckt und nicht jeder gemeldet. Schätzungen gehen davon aus, dass so etwas bei einem von 1.000 chirurgischen Eingriffen passiert. Dabei haben die Operationsteams bereits verschiedene Kontrollen: Vor jeder OP werden alle Einzelteile, jeder Lappen, jeder Faden, jedes Skalpell gezählt. Am Ende des Eingriffes wird zweimal gezählt, ob alles wieder da ist.

    Trotzdem hat das System Lücken. Hamad und Boone zitieren eine Untersuchung mit 34 Patienten, bei denen Chirurgen etwas im Körper vergessen hatten. Bei zwei Drittel von ihnen hatte das jeweilige Operationsteam nach dem Durchzählen angegeben, es sei vor und nach der OP die gleiche Anzahl von Instrumenten vorhanden gewesen. Auch Röntgenaufnahmen zur Kontrolle sind nicht immer effektiv. Ebenfalls nur in zwei von drei Fällen hatten Radiologen etwas im Körper von Patienten wiederentdeckt, was die Chirurgen dort vergessen hatten. Mittlerweile befinden sich auf vielen Instrumenten sogar Barcodes, nach denen man im Nachhinein suchen kann.

    Die Folgen können lebensgefährlich sein

    Für die Patienten steht durch die Unaufmerksamkeit der Operateure viel auf dem Spiel. Häufig reagiert der Körper mit heftiger Abwehr, starken Schmerzen oder schweren Entzündungen auf einen Fremdkörper. Dadurch können innere Organe verletzt werden, aus den Gefäßen kann es lebensgefährlich bluten.

    Manchmal dauert es aber auch Monate oder sogar Jahre, bis der Betroffene etwas merkt. So wie im Fall der 28-jährigen Frau. Nachdem die Chirurgen das Tuch entfernt haben, geht es ihr wieder gut.

    Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

    Liebe Leserinnen und Leser,

    Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

    Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

    Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

    Ihr Community-Team

    Leserbrief schreiben

    Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

    Name
    E-Mail
    Betreff
    Nachricht
    Artikel versenden

    Empfänger

    Absender

    Name
    Name
    E-Mail
    E-Mail

    Anzeige
    Für jeden Einrichtungsstil das passende Sofa
    jetzt tolle Angebote entdecken auf ROLLER.de
    Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

    shopping-portal
    Das Unternehmen
    • Ströer Digital Publishing GmbH
    • Unternehmen
    • Jobs & Karriere
    • Presse
    Weiteres
    Netzwerk & Partner
    • Stayfriends
    • Erotik
    • Routenplaner
    • Horoskope
    • billiger.de
    • t-online.de Browser
    • Das Örtliche
    • DasTelefonbuch
    • Erotic Lounge
    • giga.de
    • desired.de
    • kino.de
    • Statista
    Telekom Tarife
    • DSL
    • Telefonieren
    • Magenta TV
    • Mobilfunk-Tarife
    • Datentarife
    • Prepaid-Tarife
    • Magenta EINS
    Telekom Produkte
    • Kundencenter
    • Magenta SmartHome
    • Magenta Sport
    • Freemail
    • Telekom Mail
    • Sicherheitspaket
    • Vertragsverlängerung Festnetz
    • Vertragsverlängerung Mobilfunk
    • Hilfe
    © Ströer Digital Publishing GmbH 2019