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Gähnen schafft Kühlung fürs Gehirn

ag

Aktualisiert am 07.05.2014Lesedauer: 2 Min.
Laut einer Studie bringt Gähnen das Gehirn auf seine optimale Betriebstemperatur.
Laut einer Studie bringt Gähnen das Gehirn auf seine optimale Betriebstemperatur. (Quelle: Hersteller)
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Gähnen ist nicht nur ein Zeichen von Langeweile und Müdigkeit. Es hilft auch, die Temperatur unseres Gehirns zu regeln. Das haben österreichische und amerikanische Forscher herausgefunden. Demnach trägt das tiefe Atmen und Mundöffnen dazu bei, das Denkorgan zu kühlen.

Durchgeführt wurde die Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin "Physiology & Behaviour" nachzulesen sind, an der Universität Wien, der North Southeastern University und dem Suny College in Oneonta (USA).

Temperatur des Gehirns schwankt

Die landläufige Annahme, dass Gähnen die Sauerstoffzufuhr im Blut erhöht und damit hilft, das Gehirn zu versorgen, konnten die Wissenschaftler nicht bestätigen. Vielmehr sei es so, dass durch das verstärkte Einatmen kühlerer Luft beim Gähnen das Gehirn gekühlt werde.

Denn Müdigkeit, Langeweile, Erregung und Stress verändern die Temperatur unseres Gehirns und lassen es "heiß laufen". Im Schlaf dagegen kühlt es eher ab. Um der Überhitzung gegenzusteuern, reagiert der Körper mit Gähnen. Dieses gleicht die Temperaturunterschiede aus und sorgt für die richtige Temperatur unseres Denkorgans.

Regionale Unterschiede beim ansteckenden Gähnen

Für die Studie untersuchten Jorg Massen und Kim Dusch von der Universität Wien, wie ansteckend Gähnen auf Fußgänger in Wien wirkt. Hierzu baten sie zu verschiedenen Jahreszeiten Passanten, eine Bilderserie von gähnenden Menschen zu betrachten und über ihr eigenes Gähnverhalten zu berichten. Es zeigte sich, dass die Wiener im Sommer mehr gähnten als im Winter. Zu genau umgekehrten Ergebnissen waren die Wissenschaftler in Arizona gekommen, die die Befragung mit den gleichen Rahmenbedingungen durchführten. Hier gähnten die Passanten im Winter mehr als im Sommer.

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Bei 20 Grad Celsius wird am meisten gegähnt

Daraus folgerten die Wissenschaftler, dass nicht die Jahreszeit oder die Anzahl der Tagesstunden entscheidend war. Vielmehr sind die optimalen Temperaturen für das ansteckende Gähnen bei ungefähr 20 Grad Celsius. Sowohl unter der heißen Sommersonne Arizonas mit Temperauren um 37 Grad Celsius als auch im eisig-winterlichen Wien gähnten Passanten weniger häufig mit.

"Gähnen als Thermoregulation für das Gehirn kann nicht funktionieren, wenn die Umgebungstemperatur und Körpertemperatur gleich hoch sind", interpretiert Studienautor Jorg Massen die Ergebnisse. Bei Umgebungstemperaturen um den Gefrierpunkt sei dies ebenfalls nicht notwendig oder sogar gefährlich. Demnach sind auch die Wiener Ergebnisse logisch.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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