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Nur sechs von zehn Menschen sind echte Notfälle

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Überlastete Krankenhäuser  

Nur sechs von zehn Notfällen sind wirklich dringend

01.02.2018, 19:00 Uhr | dpa

Nur sechs von zehn Menschen sind echte Notfälle. Notaufnahme in Berlin (Quelle: Getty Images/alexander_h_schulz)

Notaufnahme in Berlin: Reform der Notfallversorgung ist notwendig. (Quelle: alexander_h_schulz/Getty Images)

Nur sechs von zehn Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren mit Beschwerden in die Notaufnahme eines Krankenhauses kamen, waren aber tatsächlich auch Notfälle. Bei vier von zehn Befragten gaben die Notfallmediziner nach einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) hingegen Entwarnung.

In diesem Zeitraum war mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland (53 Prozent) mindestens einmal in der Notaufnahme eines Krankenhauses, wie aus der Studie hervorgeht.

Notfälle sind oft schwer einzuschätzen

TK-Chef Jens Baas erklärte dazu: "Ob ein Notfall vorliegt oder nicht, können viele Menschen nur schwer einschätzen. Bei unklaren Beschwerden kann es natürlich sehr sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen – es muss aber nicht immer direkt die Notaufnahme sein." Baas plädierte für ein Notfallsystem, "das die Patienten verstehen und Notärzte nicht überlastet". Sogenannte Portalpraxen direkt in den Krankenhäusern könnten etwa dafür sorgen, dass Patienten, die keine akuten Notfälle sind, die passende medizinische Hilfe finden, ohne die Kapazitäten der Notaufnahmen zu blockieren.

Ambulante und stationäre Notfallversorgung oft ineffizient

Seit langem wird das ineffiziente und teure Nebeneinander von ambulanter und stationärer Notfallversorgung von Patienten beklagt. Auch die TK setzt sich für eine Reform der Notfallversorgung ein. Im vergangenen Herbst hatten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Marburger Bund (MB) – die Ärzte-Gewerkschaft – ein Reformkonzept vorgelegt. Bei der Neuerung sollen sowohl die 150.000 Arztpraxen als auch die knapp 2.000 Krankenhäuser in Deutschland einbezogen werden.

Dazu sollten die recht unbekannte Bereitschaftsnummer der niedergelassenen Ärzte 116117 und die bisherige Notrufnummer des Rettungsdienstes 112 stärker vernetzt werden. Patienten sollen bei dieser gemeinsamem medizinischen Anlaufstelle rund um die Uhr anrufen können und eine qualifizierte Ersteinschätzung bekommen, um ohne Umwege in die passende Versorgung zu kommen.

Verwendete Quellen:
  • dpa, AFP

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