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Urteil: Zahnersatzanfertigung in Polen muss vorher genehmigt werden

Urteil  

Zahnersatzanfertigung in Polen muss vorher genehmigt werden

12.06.2019, 10:41 Uhr | dpa

Urteil: Zahnersatzanfertigung in Polen muss vorher genehmigt werden. Lassen sich Patienten im Ausland behandeln, sollten sie zunächst einen Heil- und Kostenplan anfordern.

Lassen sich Patienten im Ausland behandeln, sollten sie zunächst einen Heil- und Kostenplan anfordern. Andernfalls übernimmt die Krankenkasse unter Umständen keine Zahnarztkosten. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

Celle (dpa) - Wer sich Zahnersatz im Ausland anfertigen lassen und die Kosten von der Kasse erstattet haben will, muss vorher bei seiner Krankenkasse einen Heil- und Kostenplan des behandelnden Mediziners einreichen. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LGS) entschieden.

Geklagt hatte eine 38-jährige Frau aus dem Landkreis Helmstedt, die große Brücken im Ober- und Unterkiefer benötigte, wie das Gericht mitteilte . Ihr Helmstedter Zahnarzt veranschlagte 5000 Euro für die Behandlung, ihre Kasse bewilligte jedoch nur einen Zuschuss von 3600 Euro. Um keinen Eigenanteil zu zahlen, ließ sich die Frau für 3300 Euro in Polen behandeln und reichte die Rechnung bei ihrer Krankenkasse ein.

Die Versicherung erstattete nur die Kosten für die Brücke im Oberkiefer, weil die untere nach einem Gutachten des Medizinischen Dienstes (MDK) nicht den in Deutschland geltenden Qualitätskriterien entsprach. Das Gericht wies die Klage ab, weil die Patientin einen Heil- und Kostenplan der polnischen Praxis hätte vorlegen müssen. Dass die Brücke mangelhaft war, spielte bei der Entscheidung keine Rolle. Zwar könne man sich im EU-Ausland behandeln lassen, allerdings gelte das Verfahren zur Prüfung des Heil- und Kostenplans unterschiedslos im In- und Ausland, argumentierten die Richter, die keine Revision zuließen.

Das Urteil (Az.: L4KR169/17) ist noch nicht rechtskräftig. Die Klägerin kann nach Auskunft eines Gerichtssprechers noch Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einlegen. Die Entscheidung betreffe einen weiten Anwendungsbereich und räume mit Missverständnissen auf, sagte der Sprecher am Montag.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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