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Was hilft bei Blasenentzündung? Hausmittel, Symptome und Ursachen im Überblick

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Schmerzhafter Harndrang  

Was tun bei einer Blasenentzündung?

| ade, slk, t-online.de

Was hilft bei Blasenentzündung? Hausmittel, Symptome und Ursachen im Überblick. Blasenentzündung: Das beste Mittel dagegen ist viel zu trinken und so oft wie möglich auf Toilette zu gehen. (Quelle: Getty Images/RyanKing999)

Blasenentzündung: Das beste Mittel dagegen ist viel zu trinken und so oft wie möglich auf Toilette zu gehen. (Quelle: RyanKing999/Getty Images)

Wenn jeder Gang zur Toilette schmerzt, haben Sie sich wahrscheinlich eine Blasenentzündung eingefangen. Dabei müssen Sie jedoch nicht immer zu Medikamenten aus der Apotheke greifen: Auch viele Hausmittel können helfen.

Das beste Hausmittel gegen Blasenentzündungen:
Viel trinken

Das beste und einfachste Hausmittel gegen eine Blasenentzündung ist viel zu trinken. Am besten trinken Sie bis zu drei Liter am Tag. Aber nicht jedes Getränk ist geeignet: Große Mengen an Kaffee, Alkohol und schwarzen Tee sollten Sie besser meiden, denn sie reizen die Blase zusätzlich.

Besser eignen sich dafür Kräutertees aus Bärentraubenblättern, Kamille oder Salbei, die eine antibakterielle und muskelentspannende Wirkung haben. Darüber hinaus bieten sich speziell gegen die Beschwerden hergestellte Blasen- und Nierentees an, die Sie in den meisten Drogerien und Apotheken erwerben können. Je nachdem, wie stark Ihre Beschwerden sind, trinken Sie drei bis vier Tassen am Tag. Außerdem sollten Sie so oft wie möglich auf Toilette gehen, denn so werden die Keime gründlich aus der Blase gespült.

Wärme lindert die Beschwerden

Außerdem hilft gegen eine Blasenentzündung ein heißes Sitzbad zu nehmen und sich danach ins warme Bett zu legen. Im Idealfall legen Sie noch eine Wärmflasche zwischen Ihre Beine: Die Wärme entspannt und hilft, Krämpfe im Blasenbereich zu lösen. Besonders wichtig sind auch warme Füße, die nicht auskühlen sollten, da sonst der ganze Körper schlecht durchblutet wird und seine gesunde Temperatur nicht mehr halten kann.

Senföle und Cranberries als Alternative zu Antibiotika

Bei unkomplizierten Harnwegsentzündungen helfen zudem pflanzliche Präparate aus Kapuzinerkresse und Meerrettich. Die Senföle haben eine keimtötende Wirkung auf die Blase und im Vergleich zu chemischen Antibiotika kaum Nebenwirkungen. Ein weiterer Vorteil der Senföle ist, dass der Körper nicht resistent gegen die pflanzlichen Stoffe wird.  

Viele Urologen empfehlen außerdem Preiselbeer- und Cranberrysaft zur Behandlung von Blasenentzündungen. Sie sollen Inhaltsstoffe beinhalten, die es den Bakterien erschweren sollen, sich an der Blasenwand festzusetzen. Ob die roten Beeren jedoch wirklich bei einer Blasenentzündung helfen, ist unter Wissenschaftlern umstritten: Eine Studie der Yale School of Medicine aus dem Jahr 2016 zeigt, dass Cranberries nicht unbedingt zur Linderung beitragen.

Wundermittel aus der Küche: Backpulver und Natron

Gegen eine Blasenentzündung können Sie aber auch versuchen, mit Hausmitteln aus der Küche vorzugehen – zum Beispiel mit Natron und Backpulver. Sie gleichen den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus, der während einer Blasenentzündung oft übersäuert ist. Geben Sie eine Messerspitze davon in den Tee und der lindernde Effekt kann gestärkt werden.

Führt zu viel Sex zu einer Blasenentzündung? Und hilft Cranberrysaft wirklich dagegen? Elf Fakten zur Blasenentzündung.

Symptome: Daran erkennen Sie eine Blasenentzündung

Die typischen Anzeichen einer Erkrankung der Harnwege sind:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang
  • unangenehmer Juckreiz
  • Blut im Urin
  • Schmerzen im Unterleib
  • Vaginaler Ausfluss (dick und gelblich)
  • Fieber
  • Schmerzen in der Nierengegend
  • Schüttelfrost

Häufig treten nur einige der Symptome auf. Doch je mehr Symptome sich anhäufen, desto wahrscheinlicher kommt eine Blasenentzündung in Frage.

Mehr zum Thema: Woran man eine Blasenentzündung erkennt

Wann zum Arzt? 

Einen Arzt sollten Sie spätestens dann aufsuchen, wenn sich nach drei bis vier Tagen – trotz Einsatz der Hausmittel – keine Besserung einstellt. Wenn sich die Symptome sogar verschlimmern, die Schmerzen beim Wasserlassen nicht mehr auszuhalten sind oder Sie sogar Blut im Urin entdecken, ist ein Gang zum Arzt unausweichlich.

Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Schüttelfrost und Fieber ist es wichtig, sich untersuchen zu lassen. Gehen Sie am besten schon bei den ersten Anzeichen direkt zum Urologen, der einen Urin-Schnelltest durchführt und Gewissheit verschaffen kann, ob eine Blasenentzündung vorliegt. Wird eine Blasenentzündung verschleppt, können die Bakterien in der Blase bis zur Niere hochsteigen und aus einer Blasenentzündung ganz schnell eine Nierenbeckenentzündung werden. 

Ursachen und Risikofaktoren

Schuld an einer Blasenentzündung sind die sogenannten Escherichia coli-Bakterien. Sie sind in jedem menschlichen Darm vorhanden und in der Regel ungefährlich, solange sie dort bleiben. Gelangen die Bakterien jedoch in die Harnröhre, entzündet sich diese und die Blase. Besonders Frauen sind von dieser schmerzhaften Entzündung betroffen: Nicht nur ist der weibliche Harnröhrenausgang näher am Darmausgang, die Harnröhren sind auch kürzer als bei Männern, weshalb die Bakterien schneller in die Blase gelangen können.  

Blasenentzündung: Frauen sind häufiger als Männer davon betroffen. (Quelle: dpa/dpa-infografik GmbH)Blasenentzündung: Frauen sind häufiger als Männer davon betroffen. (Quelle: dpa-infografik GmbH/dpa)

Begünstigt wird eine Blasenentzündung vor allem durch folgende Faktoren:

  • Häufiger Geschlechtsverkehr
  • Spermizide Verhütungsmethoden, zum Beispiel Diaphragmen
  • falsche Intimhygiene
  • falsche Unterwäsche und gegebenenfalls Slipeinlagen
  • Fehlfunktionen der Blase
  • Unterkühlung der Blase
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Blasenkatheter
  • Schwangerschaft und Wochenbett

Mehr zum Thema: Blasenentzündung durch zu viel Sex?

Dauer und Verlauf: Die chronische Blasenentzündung

In der Regel ist eine akute Blasenentzündung nach spätestens zwei Wochen wieder verschwunden. Leidet man jedoch öfter als drei Mal im Jahr darunter, spricht man von einer “rezidivierenden Harnwegsinfektion”, also eine immer wiederkehrende Blasenentzündung. In diesem Fall haben die Bakterien möglicherweise eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt und können sich so immer wieder in der Blase einnisten. Im Volksmund wird sie oft als "chronische Blasenentzündung" bezeichnet.

Eine weitere chronische Form der Blasenentzündung ist die sogenannte "interstitielle Zystitis": der Unterschied zur normalen Zystitis ist, dass sie nicht durch Bakterien ausgelöst wird und andere Ursachen hat, die bisher aber nicht genau geklärt werden konnten. Es wird vermutet, dass Bestandteile des Urins die Blasenwand reizen oder schädigen.

Wenn Sie zu chronischen Blasenentzündungen neigen, sollten Sie schon im Alltag vorbeugende Maßnahmen treffen, wie zum Beispiel: 

  • viel trinken
  • regelmäßig auf Toilette gehen und die Blase entleeren
  • auf die richtige Intimhygiene wie richtiges Säubern und passende Unterwäsche achten
  • auf ein gesundes Immunsystem achten und Unterkühlung meiden
  • regelmäßig Tees aus Kapuzinerkresse, Meerrettichwurzel oder Birkenblättern trinken, auch Cranberrysaft soll helfen

Taucht eine Blasenentzündung öfter als drei mal im Jahr auf, kann es auch vorkommen, dass der Arzt ein dauerhaftes Präparat verschreibt. 

Mehr zum Thema: Chronische Blasenentzündung

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Blasenentzündung: Achtung auf öffentlichen Toiletten – denn dort lauern besonders viele Bakterien. (Quelle: dpa/Jens Büttner)Blasenentzündung: Achtung auf öffentlichen Toiletten – denn dort lauern besonders viele Bakterien. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Ja, denn eine bakterielle Infektion kann immer übertragbar sein. In öffentlichen Einrichtungen wie Schule oder Großraumbüros ist die Gefahr groß, sich mit den Bakterien anzustecken, die zu einer Blasenentzündung führen. Vor allem auf den Toiletten lauern besonders viele Erreger. Deshalb ist es ratsam, sich regelmäßig die Hände zu waschen, damit die Bakterien keine Chance haben, in die Harnröhre zu gelangen.

Auf direktem Weg infiziert man sich mit den E.coli-Bakterien beim Stuhlgang. Damit die Bakterien nicht in Kontakt mit der Harnröhre kommen, sollten Frauen sich daher nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten, also von der Scheide in Richtung After, säubern.

Mehr zum Thema: Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Blasenentzündung beim Mann

Anders als Frauen, leiden Männer bis zu viermal seltener an einer Blasenentzündung. Zum einen liegt das daran, dass ihre Harnröhre länger ist. Zum anderen ist die Entfernung zwischen After und Harnröhreneingang viel weiter als bei Frauen, weshalb es schwieriger für Bakterien ist, den Weg in die männliche Harnröhre zu finden. 

Haben sich Männer dennoch eine Blasenentzündung zugezogen, ist meist die Prostata mit im Spiel. Ist diese altersbedingt vergrößert oder liegt eine Entzündung an der Prostata vor, ist das Risiko für eine Blasenentzündung für den Mann größer.

Mehr zum Thema: Blasenentzündung bei Männern

Blasenentzündung bei Kindern und Babys

Wenn Ihr Kind häufiger “Pipi machen” muss als üblich, dann ist es ein Anzeichen dafür, dass es wahrscheinlich an einer Blasenentzündung leidet. Auch bei Kindern sind Mädchen sind häufiger betroffen als Jungs, denn durch die verkürzte Harnröhre von Mädchen können die Bakterien die Blase schneller erreichen.

Säuglinge sind übrigens anfälliger als ältere Kinder, denn wenn die Windel mal nicht dort sitzt wo sie soll, können Darmbakterien schnell in die Harnröhre gelangen. Ob Ihr Baby an einer Blasenentzündung leidet, erkennen Sie oft daran, dass es häufiger weint und sich unwohl fühlt. Kommen Symptome wie Fieber oder übel riechender Urin dazu, sollten Sie den Kinderarzt kontaktieren.

Blasenentzündung bei Tieren

An einer Blasenentzündung können übrigens nicht nur Menschen, sondern auch Tiere leiden. Auch im Tierreich sind die Weibchen wesentlich häufiger von der schmerzhaften Infektion betroffen, während Rüden stärker darunter leiden. Wie sich zum Beispiel eine Blasenentzündung bei Katzen und Hunden bemerkbar macht und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in den folgenden Artikeln:

Verwendete Quellen:
  • Homepage des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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