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Durchbruch bei Früherkennung: Ein Bluttest kann jetzt Brustkrebs erkennen


Ein Bluttest kann jetzt Brustkrebs erkennen

Von Alexandra Grossmann

Aktualisiert am 21.02.2019Lesedauer: 3 Min.
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Test im Labor: Mit einem Bluttest können Forscher jetzt Brustkrebs nachweisen.
Test im Labor: Mit einem Bluttest können Forscher jetzt Brustkrebs nachweisen. (Quelle: luchschen/getty-images-bilder)
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Durchbruch bei der Brustkrebs-Früherkennung: Forscher der Universität Heidelberg haben einen Bluttest entwickelt, der Tumoren ebenso zuverlässig erkennen kann wie die Mammografie.

Ärzten der Universitätsklinik Heidelberg ist es erstmals gelungen, Brustkrebs über einen Bluttest nachzuweisen. "Der von unserem Forscherteam entwickelte Bluttest ist eine neue, revolutionäre Möglichkeit, eine Krebserkrankung in der Brust nicht-invasiv und schnell" zu erkennen, so Christof Sohn, Studienleiter und ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik.

Tumoren früher erkennen als bisher

Der Test mit dem Namen "Heiscreen" ist nach Angaben der Universität ähnlich treffsicher wie eine Mammografie, kann aber dazu beitragen, Tumoren früher als bisher zu erkennen. So könnte er künftig Tausenden Frauen das Leben retten: In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 70.000 Betroffene neu an Brustkrebs, weltweit sind es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Million. An keiner anderen Krebsart sterben mehr Frauen als an einem Mammakarzinom; hierzulande waren es 2016 laut Statistischem Bundesamt 18.570. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto größer die Heilungschancen.

Botenstoffe identifizieren Tumorzellen

Wissenschaftler in aller Welt forschen seit Jahren nach Möglichkeiten, Krebs so früh wie möglich im Blut nachzuweisen. Dem Heidelberger Team ist es nun gelungen, einen Bluttest nach dem Prinzip der "Liquid Biopsy" zu entwickeln. Bei diesem Verfahren werden Informationen über eine Erkrankung aus Körperflüssigkeiten gewonnen, indem zum Beispiel Botenstoffe von Tumorzellen identifiziert werden. In diesem Fall sind es 15 sogenannte Biomarker. "Die genauen Parameter behalten wir aus Gründen des Patentschutzes für uns", sagt Sohn.

Hilfe bei genetischer Disposition

"Besonders nützlich sei der neue Test zum Beispiel für Hochrisikopatientinnen", sagt die Medizinerin Sarah Schott, die ebenfalls an der Entwicklung beteiligt war. "Fünf bis zehn Prozent aller an Brustkrebs erkrankten Frauen haben die genetische Disposition geerbt und leben mit dem Wissen, dass sie erkranken können. Insbesondere bei einem Kinderwunsch kann der unkomplizierte Bluttest eine Entscheidungshilfe sein bei der Wahl zwischen intensiver Vorsorge oder einer prophylaktischen Brustdrüsenentfernung."

Wenig Blut und keine Schmerzen

"Die Treffsicherheit unseres Tests beträgt 80 Prozent", sagt Sohn. Zum Vergleich: Nach Angaben verschiedener Studien werden Tumoren in der Brust im Frühstadium in etwa 83 bis 90 Prozent über eine Mammografie entdeckt. Gegenüber solchen bildgebenden Verfahren hat "Heiscreen" den Vorteil, dass keine Strahlenbelastung besteht, keine Schmerzen entstehen und ihn auch Frauen unter 50 durchführen können, bei denen eine Mammografie nicht sinnvoll ist. Hier hat "Heiscreen" eine Treffsicherheit von 86 Prozent. Zudem benötigt er nur eine sehr kleine Menge an Blut und hat zudem den Vorteil, dass er die Krebszellen zu einem früheren Zeitpunkt nachweisen kann: Je nach Größe der Brust, Dichte des Drüsengewebes und Alter der Frau sind Tumoren bei bildgebenden Verfahren erst ab einer Größe von fünf Millimetern zu erkennen.

Der Test entdeckt auch Eierstockkrebs

Das als aggressiv geltende Ovarialkarzinom kann ebenfalls mithilfe des Bluttests erkannt werden. Das Forscherteam arbeitet auch daran, den Bluttest für andere Krebsarten zu erweitern, etwa Darm- oder den meist tödlichen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Geplant ist zudem, den Test zum Therapiemonitoring bereits erkrankter Patienten anzuwenden oder zur Nachsorge, beispielsweise um den Erfolg einer Operation oder Chemotherapie zu kontrollieren.

"Heiscreen" soll möglichst im Herbst dieses Jahres auf den Markt kommen, derzeit laufen bereits Gespräche mit den Krankenkassen über eine mögliche Übernahme der Kosten. "Der Test ist eine Ergänzung und Erweiterung optischer Diagnoseverfahren wie Mammografie, Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT), eine Konkurrenz", sagt Sohn. Wie er sich in der Praxis bewährt, müsse jedoch noch getestet werden: "Wir wollen keine Hoffnungen wecken, die wir nicht halten können."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Website von Heiscreen
  • Studie im International Journal of Molecular Schiences (MDPI)
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