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Wie COPD die Lunge schwächt

Häufige Erkrankung  

Wie COPD die Lunge schwächt

19.08.2019, 10:30 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Wie COPD die Lunge schwächt. Ein Arzt untersucht einen Mann: Der Beginn einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung ist oft eine chronische Bronchitis. (Quelle: Getty Images/Wavebreakmedia Ltd/Symbolbild)

Ein Arzt untersucht einen Mann: Der Beginn einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung ist oft eine chronische Bronchitis. (Quelle: Wavebreakmedia Ltd/Symbolbild/Getty Images)

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine dauerhafte, nicht heilbare Verengung der Atemwege. Betroffene leiden unter schweren Hustenattacken, Atemnot und Auswurf. Der größte Risikofaktor ist Rauchen. Wie sich COPD vorbeugen und behandeln lässt.

Die chronisch entzündliche Lungenerkrankung (COPD) zählt zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind Schätzungen zufolge bis zu zwölf Prozent der Erwachsenen – vor allem Männer – über 40 Jahren betroffen. Bei der COPD handelt es sich um eine andauernde Entzündung der Atemwege, in deren Folge es zu bleibenden Schäden kommt. Die Bronchien und ihre feinen Verästelungen, die Bronchiolen, verengen und die Lungenfunktion verschlechtert sich.

Was ist COPD?

Bestehende Schäden in den Atemwegen können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Funktionsstörung der Lunge schreitet im Verlauf der Erkrankung immer weiter fort. Heilbar ist COPD nicht. Mediziner unterscheiden zwei Hauptformen der COPD:

  • COPD mit chronischer Bronchitis (dauerhafte Entzündung der Bronchien)
  • COPD mit Lungenemphysem (Zerstörung von Lungengewebe)

Die Übergänge zwischen den beiden COPD-Formen sind fließend. Häufig treten beide zusammen auf.

COPD-Ursachen: Aus Bronchitis wird COPD

Der Beginn einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung ist oft eine chronische Bronchitis, bei der die Betroffenen unter anhaltendem Husten, vermehrter Schleimbildung und Auswurf leiden. Kommt zu dieser Symptomatik eine Verengung der unteren Atemwege hinzu, sprechen Mediziner von COPD. Experten vermuten, dass die Immunzellen von COPD-Patienten besonders stark auf eingeatmete Schadstoffe reagieren und verstärkt Entzündungsbotenstoffe bilden.

Rauchen ist größter COPD-Risikofaktor

Rauchen gilt als größter Risikofaktor für eine COPD. Die im Zigarettenrauch enthaltenen Schadstoffe lösen eine Entzündung in den Atemwegen aus – auch bei Gesunden. Bis zu 90 Prozent aller COPD-Betroffenen sind Raucher.

Weitere Einflussgrößen, die die Entstehung der Lungenkrankheit begünstigen:

  • Erbliche Veranlagung
  • Frühgeburt
  • Infektionen der Atemwege in der Kindheit
  • Kontakt mit berufsbedingten Schadstoffen
  • Luftschadstoffe

COPD-Verlauf: So leidet die Lunge

Die andauernde Entzündung der Atemwege stört die Abwehr- und Reparaturmechanismen der Lunge. Das hat Folgen:

  • Die damit einhergehende Zerstörung des Gewebes führt zur Narbenbildung, die das Gewebe zunehmend versteift.
  • Die Schleimhaut schwillt an und die Drüsen produzieren vermehrt Schleim.
  • Die Lunge verliert die Fähigkeit zur Reinigung, da die Transporthärchen (Flimmerhärchen, Zilien) zerstört werden.
  • Die Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet, nehmen Schaden.

COPD-Anzeichen: Welche Symptome hat eine COPD?

Die zunehmende Verengung in den Atemwegen und der stetige Funktionsverlust der Lunge zeigen sich vor allem durch die AHA-Symptomatik. Die drei häufigsten COPD-Symptome sind:

  • Atemnot
  • Husten
  • Auswurf

Ist die Atemnot zu Beginn der COPD mit körperlicher Anstrengung wie Treppensteigen verbunden, sind Betroffene im fortgeschrittenen Stadium auch in Ruhe kurzatmig und haben das Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen.

Das erste Anzeichen für eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung ist tägliches Husten. Vor allem morgens haben die Betroffenen mit dem Hustenreiz zu kämpfen. Oft wird der Husten fälschlicherweise als normaler "Raucherhusten" bewertet. Im weiteren Verlauf nehmen Hustenhäufigkeit und Hustenintensität immer mehr zu.

Irgendwann begleitet Auswurf die Hustenattacken. Auch deutlich hörbare Atemgeräusche beim Ausatmen (Rasseln, Pfeifen, Brummen) sowie ein Engegefühl in der Brust gehören zu den Symptomen einer COPD im fortgeschrittenen Stadium. Auf lange Sicht beeinflusst eine COPD auch andere Organe, allen voran das Herz. Herzschwäche sowie die koronare Herzerkrankung sind mögliche Begleiterkrankungen einer COPD.

COPD-Diagnose: Wie stellt der Arzt COPD fest?

Für die Diagnose einer COPD sind die Symptome ein erster wichtiger Anhaltspunkt. Neben verschiedenen anderen Untersuchungen kommt dem Lungenfunktionstest (Spirometrie) bei der abschließenden Diagnostik eine bedeutende Rolle zu. Die Lungenfunktionsprüfung zeigt, wie stark die Leistungsfähigkeit der Lunge bereits eingeschränkt ist und ob möglicherweise andere Atemwegserkrankungen hinter den Symptomen stecken.

COPD behandeln: Rauchstopp ist wichtigste Maßnahme

Ohne Behandlung schreitet die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung weiter fort. Da die Lungenkrankheit nicht heilbar ist, liegt der Schwerpunkt der Behandlung darin, ihr Fortschreiten zu verlangsamen, die Belastbarkeit der Betroffenen zu verbessern, die COPD-Symptome zu lindern und Begleiterkrankungen vorzubeugen.

Der erste und wichtigste Behandlungsschritt ist der Rauchstopp. Dem Lungeninformationsdienst am Helmholtz Zentrum München zufolge verlieren Menschen mit COPD, die weiterrauchen, verglichen mit Betroffenen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, pro Jahr etwa doppelt so viel ihrer Lungenfunktion. Bewegung gehört ebenfalls zur COPD-Therapie, da sie die Atemwege stärkt und die Atemmuskulatur trainiert. Atemschulungen lehren richtiges Atmen bei Atemnot. Eine Ernährungsberatung kann helfen, den Alltag gesünder zu gestalten und Übergewicht abzubauen.

COPD-Therapie: Welche Medikamente helfen bei COPD?

Des Weiteren gibt es verschiedene Medikamente, die im Rahmen der COPD-Behandlung verabreicht werden. Welche Wirkstoffe und Präparate die Beschwerden am besten lindern, ist abhängig von dem individuellen Beschwerdebild des Patienten:

  • Wie weit ist die Lungenkrankheit fortgeschritten?
  • Welche Beschwerden hat der Betroffene?
  • Wie stark sind die COPD-Symptome ausgeprägt?
  • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen?
  • Welche Begleiterkrankungen liegen vor?

Die Basistherapie bilden Medikamente, die die Bronchien erweitern und so das Atmen erleichtern. Sie werden über sogenannte Bronchodilatatoren inhaliert. In speziellen Schulungen lernen Betroffene den richtigen Umgang mit den Inhalationsgeräten. Tabletten, Tropfen und Infusionen finden ebenfalls Anwendung. Kortison ist im fortgeschrittenen Stadium häufig Bestandteil der COPD-Therapie, da es entzündungshemmend wirkt.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei COPD?

Angaben der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. zufolge, verringert sich die Lebenserwartung mit einer COPD um durchschnittlich fünf bis sieben Jahre. Laut den Lungenexperten sind weltweit etwa 600 Millionen Menschen von COPD betroffen. In den Vereinigten Staaten sei COPD die vierthäufigste Todesursache. Europaweit liege sie bereits an dritter Stelle. Es sei zu erwarten, dass die Erkrankung bis zum Jahr 2020 weltweit den dritten Platz unter den häufigsten zum Tode führenden Krankheiten einnehmen wird.


COPD vorbeugen: Das können Sie für Ihre Lungengesundheit tun

Für eine gesunde Lunge können Sie einiges tun:

  • Rauchen Sie nicht.
  • Vermeiden Sie Passivrauchen.
  • Sind Sie am Arbeitsplatz Schadstoffen ausgesetzt, achten Sie auf ausreichende Schutzmaßnahmen wie Atemschutzmasken.
  • Sind Sie bereits an COPD erkrankt, schützen Sie sich vor Atemwegsinfekten. Grippale Infekte können zu einer Verschlechterung der Erkrankung führen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob in Ihrem Fall eine Grippe-Impfung beziehungsweise eine Impfung gegen Pneumokokken empfehlenswert ist.
  • Besteht eine COPD, lassen Sie diese behandeln.


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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