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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen und behandeln

Lästige Begleiterscheinung  

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen und behandeln

09.09.2019, 08:55 Uhr | t-online.de, ms

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen und behandeln. Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft an vergrößerten Hämorrhoiden. (Quelle: Getty Images/gpointstudio)

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft an vergrößerten Hämorrhoiden. (Quelle: gpointstudio/Getty Images)

Hämorrhoiden gehören zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erfahren Sie, warum eine Schwangerschaft die Entstehung der lästigen Knötchen im Analbereich begünstigt, wie Sie vorbeugen können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

1. Symptome:So machen sich Hämorrhoiden bemerkbar

Hämorrhoiden sind ringförmige Blutgefäßpolster am After. Sie dichten zusammen mit dem Schließmuskel den Enddarm nach außen ab. Grundsätzlich hat jeder Mensch Hämorrhoiden, erst wenn sich die Gefäßpolster vergrößern, liegt ein Hämorrhoidalleiden vor. Im Volksmund wird dann oft nur von Hämorrhoiden gesprochen. Die Schwellkörper vergrößern sich, wenn Druck auf sie ausgeübt wird und das Blut in den Gefäßen nicht mehr richtig abfließen kann. So erweitern sich die Adern und das Bindegewebe wird gedehnt. Typische Symptome sind dann:

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl im Darm
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl

2. Ursachen: Warum entstehen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Es gibt mehrere Ursachen, warum bei schwangeren Frauen häufig Hämorrhoidalleiden auftreten. Das heranwachsende Kind im Mutterleib erzeugt Druck im Bauchraum, der sich auf die Blutgefäße am After auswirkt. Es kommt zu einem Blutstau. Da der Fötus auf den Darm drückt, leiden Schwangere außerdem oft an Verstopfungen. Starkes Pressen während des Stuhlgangs oder bei der Geburt erhöht zusätzlich das Risiko für Hämorrhoiden. Zudem bedingt die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft einen erhöhten Blutfluss. Dadurch staut sich das Blut vermehrt in den Gefäßen an und kann dann nicht mehr vollständig abfließen. Dadurch kommt es zum Hämorrhoidalleiden.

3. Diagnose: Wann zum Arzt? 

Wenn Schwangere erste Symptome eines Hämorrhoidalleidens bemerken, sollten sie so früh wie möglich handeln. Bei leichten Beschwerden wie Juckreiz und Druckgefühl im Darm können Mittel aus der Apotheke helfen. Bei starken Schmerzen und Blutungen sollte jedoch sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Sind Hämorrhoiden in der Schwangerschaft gefährlich?
Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind weder für die Mutter noch für das Kind gefährlich. Ein unbehandeltes Hämorrhoidalleiden führt jedoch zu starken Entzündungen, Schmerzen, Infektionen oder Stuhlinkontinenz. Deshalb sollte man Hämorrhoiden so früh wie möglich behandeln, um Komplikationen vorzubeugen.

4. Behandlung: So werden Sie die lästigen Gefäßpolster los

Egal ob die Hämorrhoiden während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auftreten: Die Behandlung ist immer dieselbe. Zunächst sollten Sie darauf achten, sich so viel wie möglich zu bewegen, ausreichend Wasser oder Tee zu trinken und sich ballaststoffreich zu ernähren. Das fördert die Verdauung und beugt Verstopfungen vor. Außerdem können spezielle Salben oder Zäpfchen gegen Hämorrhoiden die Beschwerden lindern. Viele Produkte gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Die Hämorrhoiden Salbe sollte auf die mit Wasser gereinigten Hämorrhoiden vorsichtigt aufgetragen werden. Stellt sich nach 14 Tagen keine Besserung ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Für die Analhygiene bei Hämorrhoiden eignen sich außerdem beruhigende Sitzbäder mit entzündungs- und schmerzhemmenden Wirkstoffen. Sie können bei akuten Beschwerden mehrmals täglich durchgeführt werden. Außerdem sollten Sie feuchtes Toilettenpapier ohne Zusätze und Duftstoffe sowie weiches Toilettenpapier benutzen. Bei der Behandlung von schwangerschaftsbedingten Hämorrhoiden ist meist keine Operation notwendig. Die Gefäßpolster bilden sich nach der Geburt in der Regel von alleine zurück. Falls die Hämorrhoiden doch so weit fortgeschritten sind, dass sie operativ entfernt werden müssen, darf das frühestens zwei Monate nach der Geburt geschehen.

5. Vorbeugen: Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vermeiden

Um Probleme mit Hämorrhoiden in der Schwangerschaft zu vermeiden, können werdende Mütter vorbeugen. Für einen guten Stuhlgang, sollten Sie auf ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeitszufuhr durch Wasser oder Tee achten. Das vermeidet Verstopfungen und verhindert, dass Druck auf die Blutgefäße im Enddarm ausgelöst wird. Außerdem sollten Schwangere nicht zu lange Sitzen und möglichst viel Sport und Bewegung in den Alltag integrieren. Bei langem Sitzen im Job empfiehlt es sich, auf so genannte Hämorrhoiden-Kissen zurück zu greifen. Auch eine starke Beckenbodenmuskulatur beugt Hämorrhoiden vor. Regelmäßiges Beckenbodentraining kann dabei helfen.

Verwendete Quellen:
  • Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e.V.
  • Deutsche Apotheker Zeitung
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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