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Coronavirus-Infektion: Symptome, Übertragung, Verlauf & Behandlung

Zweite Welle in Deutschland  

Coronavirus: Symptome, Übertragung und Verlauf der Infektion

17.11.2020, 11:27 Uhr | mwe, AFP, rtr, dpa, nsa, sms, msc

Coronavirus-Infektion: Symptome, Übertragung, Verlauf & Behandlung. Businesswoman outdoors wearing healthcare mask. (Quelle: Getty Images/stevecoleimages)

Coronavirus: Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung kann Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen. (Quelle: stevecoleimages/Getty Images)

Noch immer breitet sich das Coronavirus weltweit aus. Auch in Deutschland steigen die Infektionszahlen wieder rasant an, die Zahl der Todesfälle nimmt zu. Forscher erklären, wie ansteckend der Erreger ist – und wie gefährlich für wen.

Das Coronavirus breitet sich derzeit vielerorts wieder besonders schnell aus. Deutschland ist derzeit mit einer zweiten Welle konfrontiert.

Der erste Fall mit dem neuen Erreger wurde in der Bundesrepublik Ende Januar nachgewiesen, seit dem 9. März gibt es Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Für wen ist das Virus wie gefährlich und welche Beschwerden kann es verursachen? Im Video oben oder hier sehen Sie, welche Symptome Wissenschaftler bislang entdeckt haben.

Infizierte und Todesfälle in Deutschland

In Deutschland steigt mittlerweile wieder die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Einen Überblick über die Zahl der Infizierten sowie der Todesfälle gibt es hier.

Was ist über das Coronavirus bekannt?

Seit dem 11. Februar trägt der ursprünglich 2019-nCoV genannte Erreger den Namen SARS-CoV-2. Er zählt zur großen Familie der Coronaviren – so benannt, weil sie von zackenartigen Strukturen umgeben sind, die einer Krone ähneln. Harmlose Typen lösen oft nur leichte Erkältungsinfekte aus.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 hingegen kann zu Lungenentzündungen, schweren Atembeschwerden sowie weiteren teilweise gefährlichen oder sogar tödlichen Reaktionen des Körpers führen. Die Lungenkrankheit, die das Coronavirus auslösen kann, hat den Namen Covid-19 (Corona Virus Disease 2019). 

Viele Mediziner verglichen es, vor allem zu Anfang des Ausbruchs, mit dem SARS-Erreger, der in den Jahren 2002/2003 eine Epidemie verursacht hatte. SARS steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Der neue Name des Coronavirus weist auf die enge Verwandtschaft der beiden Viren hin. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten weltweit 8.096 Menschen an SARS, 774 von ihnen starben. Damals wurden 349 Todesfälle aus Festlandchina gemeldet sowie 299 weitere aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong.


Symptome des Coronavirus

Nach derzeitigem Wissen löst das Virus in der Regel folgende Symptome besonders häufig aus:

Hinzu können weitere Krankheitszeichen kommen, unter anderem KopfschmerzenAbgeschlagenheit, Hautausschlag, Atemnot, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall. 

 (Quelle: t-online) (Quelle: t-online)

Das RKI weist darauf hin, dass die Symptome anfangs subtil, später aber schwerwiegender sein können. So kann einer Phase mit nur leichten Kopf- und Halsschmerzen eine spätere Phase mit typischeren Symptomen folgen. Dazu zählen beispielsweise Fieber oder Husten, typischere Anzeichen können aber auch ausbleiben.

Einige Krankheitshinweise wurden auch erst nach einigen Monaten als Hinweis auf Covid-19 identifiziert.

So hatten Forscher des Instituts für Virologie der Universität Bonn festgestellt, dass die Mehrzahl der Covid-19-Patienten aus dem in Deutschland anfangs besonders von SARS-CoV-2 betroffenen nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg ein weiteres Symptom aufwiesen: 70 Prozent von ihnen hatten temporär für zwei bis drei Tage ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren – ohne jedoch gleichzeitig an einer laufenden oder verstopften Nase zu leiden.

Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, hatte mit seinem Team die Daten von fast 1.000 Einwohnern aus Heinsberg analysiert. Dabei sei aufgefallen, dass die Mehrzahl der Coronavirus-Patienten von einem Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns über mehrere Tage berichtete, sagte Streeck. 

Manche Infizierte entwickeln aber auch überhaupt keine Symptome. So ergab sich aus der Heinsberg-Studie, dass 22 Prozent der Infektionen im untersuchten Landkreis ohne Anzeichen einer Erkrankung verliefen.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann Forschern zufolge zudem auf der Haut Spuren hinterlassen. Beobachtungen bei Patienten aus Italien zeigten, dass bei rund jedem fünften Covid-19-Patienten – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – Hautschädigungen auftraten.Weitere Untersuchungen nannten Pusteln, Bläschen, schuppende und gerötete Hautpartien als mögliche Symptome bei Covid-19. Die Ursache der Ausschläge sei aber nicht endgültig geklärt. Sie könnten auch auf Reaktionen auf Medikamente oder sogar auf andere Viren bei Patienten mit "Co-Infektionen" zurückzuführen sein.

Bei gebrechlichen alten Menschen könnte zudem ein Delir, also ein Zustand akuter psychischer Verwirrung, ein wichtiger früher Hinweis auf Covid-19 sein. Das berichten Forscher des King’s College in London.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt laut den meisten Studien im Mittel fünf bis sechs Tage.

Wichtig ist: Eine Ansteckung bei infektiösen Personen ist auch innerhalb von ein bis zwei Tagen vor deren Symptombeginn möglich. Das RKI gibt aber zu Bedenken: Wie groß dieser Anteil ist, könne nicht genau beziffert werden, da in vielen der Studien der "Symptombeginn" nicht oder nicht gut definiert wurde.

Möglich ist zudem auch eine Ansteckung durch Personen, die zwar infiziert und infektiös waren, aber gar nicht erkrankt sind, also symptomfrei geblieben sind.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Wie alle Coronaviren wurde auch der neue Erreger wohl zuerst von Tieren auf den Menschen übertragen. Gerade Säugetiere tragen Keime in sich, die auf den Menschen überspringen können. Als Quelle der neuen Coronaviren gelten unter anderem Fledermäuse und Flughunde. Auch Nutztiere haben in der Vergangenheit Coronaviren auf den Menschen übertragen. 

Das neue Virus wird aber auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Dies ist bereits möglich, bevor ein Infizierter selbst Symptome wie Fieber oder Husten entwickelt hat. SARS-CoV-2 wird vor allem über Tröpfcheninfektion und wohl auch Schmierinfektion weitergegeben.

Tröpfcheninfektion und kleinere Aerosole

Eine Ansteckung durch Einatmen ist durch größere Tröpfchen und kleinere Aerosole möglich, wobei der Übergang zwischen beiden Formen laut RKI fließend ist. Während insbesondere größere Partikel schnell zu Boden sinken, können Aerosole auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, hänge neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren wie der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ab, schreibt das RKI.

Ein längerer Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über mehr als 1,5 Meter hinweg erhöhen. Das gilt besonders wenn eine infizierte Person besonders viele Aerosole ausstößt, sich längere Zeit in dem Raum aufhält und die Kontaktpersonen besonders tief oder häufig einatmen. 

Forscher konnten erstmals Mitte März in einer im Fachmagazin "The New England Journal of Medicine" (NEJM) veröffentlichten Untersuchung nachweisen, dass das Coronavirus drei Stunden lang als Schwebeteilchen in der Luft überleben kann. 

Coronavirus: Mittlerweile breitet sich das neue Virus auch in Europa aus.  (Quelle: Reuters/Dado Ruvic)Coronavirus: Mittlerweile breitet sich das neue Virus auch in Europa aus. (Quelle: Dado Ruvic/Reuters)

Auch Christian Drosten, Chef-Virologe an der Berliner Charité, erklärte in einem seiner NDR-Podcasts, er halte es generell für möglich, dass Luftbewegungen im Raum Aerosole weitertransportieren, die schließlich von einer Person eingeatmet werden könnten.

Schmierinfektion

Auch wenn eine Schmierinfektion mit dem Coronavirus nicht ausgeschlossen werden könne, gibt es laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass der Erreger durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Oberflächen auf Menschen übertragen wurde und es zu Infektionen kam. 

Dennoch zeigt eine Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro, die im Oktober in der Zeitschrift "Virology Journal" veröffentlicht wurde: Auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays oder Bankautomaten kann das Coronavirus bis zu 28 Tage überleben – stark abhängig allerdings von den Temperaturverhältnissen. Generell sinkt demnach die Überlebensdauer, je höher die Temperatur ist. 

Auf porösen Oberflächen wie etwa Baumwolle ist die Überlebensdauer des Virus der Studie zufolge niedriger: Sie beträgt demnach abhängig von der Temperatur zwischen 14 Tagen und weniger als 16 Stunden. 

Infektion über Stuhl

SARS-CoV-2 wurde aber auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Ob das Virus auch über den Stuhl verbreitet werden kann, ist laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung noch nicht abschließend geklärt. "Für eine Ansteckung über Stuhl müssen Viren jedoch vermehrungsfähig sein. Dies wurde in Studien bisher nur selten gezeigt", fasst das RKi zusammen.

Infektion von Neugeborenen über die Mutter

Einzelne Fälle, so etwa aus Wuhan zu Beginn der Pandemie, brachten zudem die Vermutung auf, dass das Virus auch von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden kann. Darauffolgende Studien fanden bislang aber keinen Hinweis, dass das Virus von der Mutter auf das Ungeborene übergehen kann.

Coronavirus unter dem Mikroskop: Noch immer sind viele Fragen zur rätselhaften Lungenkrankheit aus China nicht beantwortet. (Quelle: dpa/Center for Disease Control/epa)Coronavirus unter dem Mikroskop: Noch immer sind viele Fragen zur rätselhaften Lungenkrankheit aus China nicht beantwortet. (Quelle: Center for Disease Control/epa/dpa)

Woher stammt das Virus?

Das Coronavirus hat seinen Ursprung wahrscheinlich auf einem Fischmarkt in Wuhan, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern in der ostchinesischen Provinz Hubei.

"Man nimmt an, dass die Quelle auf diesem Markt verkaufte Tiere waren", sagte Arnaud Fontanet, Leiter der Abteilung für die Epidemiologie neu auftretender Krankheiten am Pariser Pasteur-Institut. Der Markt wurde zu Jahresbeginn geschlossen und desinfiziert.

Ist die Grippe oder Covid-19 gefährlicher?

Die Ansteckungsrate des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist nach der bisherigen Datenlage höher als bei Influenza. Das heißt: Das Coronavirus ist leichter übertragbar als das Grippevirus. Beide Viren werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt, es kann beim Sprechen, Niesen, Husten oder auch beim Händeschütteln von einem Menschen auf den anderen übergehen.

Die Inkubationszeit der Grippe – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt nach Angaben des RKI durchschnittlich ein bis zwei Tage. Bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus wird bislang von einer sehr variablen Inkubationszeit ausgegangen. Nach einer Ansteckung kann der Zeitraum bis zum Auftreten der Symptome wenige Tage bis zwei Wochen andauern. Das erleichtert wiederum die Virusübertragung von gesund wirkenden, aber bereits infizierten Menschen auf Mitmenschen.

Coronavirus: Wie ist der Forschungsstand beim Impfstoff?

Momentan gibt es keinen Impfstoff. Weltweit arbeiten Wissenschaftler aber bereits an der Entwicklung eines Wirkstoffs. Wann eine Impfung zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit nicht absehbar. Wer sich gegen die Grippe impfen lässt, hilft laut Robert Koch-Institut aber dabei, das Gesundheitswesen zu entlasten. Ältere Menschen können sich zudem gegen Pneumokokken impfen lassen.

Wie kann man sich vor einer Corona-Infektion schützen?

Das Bundesgesundheitsministerium rät dazu, sich an folgende Maßnahmen zu halten: 

  • Achten Sie auf eine gute Handhygiene, also regelmäßiges Händewaschen mit Seife.
  • Halten Sie die Husten-Nies-Etikette ein. 
  • Halten Sie mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand zu anderen Menschen.
  • Halten Sie sich an die Maskenpflicht in Supermärkten oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Lüften sie in Innenräumen möglichst oft. Der Luftaustausch verringert das Risiko einer Ansteckung über Aerosole.
  • Nutzen Sie die Corona-Warn-App: Damit können Menschen anonym und schnell darüber informiert werden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

Coronavirus: Auch in Deutschland schützen sich die ersten mit Atemmasken vor dem neuen Virus.  (Quelle: imago images/Reiner Zensen)Coronavirus: Auch in Deutschland schützen sich die ersten mit Atemmasken vor dem neuen Virus. (Quelle: Reiner Zensen/imago images)

Haben Sie Sorge, sich beispielsweise durch Kontakt zu einem Infizierten bereits angesteckt zu haben, sollten Sie Kontakt zu Ihrem zuständigen Gesundheitsamt suchen. Nach einer individuellen Befragung werden dann nötige Maßnahmen ergriffen. Vor Arztbesuchen sei es wichtig, in den Praxen anzurufen, warnte zudem RKI-Präsident Lothar Wieler schon im März. "Auch Menschen mit ganz we­nigen Symptomen können andere anste­cken."

Was ist eine Pandemie?

"Pandemien sind weltweite Epidemien, die sich durch die Übertragung von Mensch zu Mensch über weite Regionen erstrecken und in der Regel viele Personen betreffen", sagt Dr. Stefan Moritz, Leiter der Klinischen Infektiologie am Universitätsklinikum Halle.

Trotz steigender Fallzahlen in mehreren Ländern gab sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunächst optimistisch. Die Ausbreitung des Virus könne noch "erheblich verlangsamt werden". Am 11. März musste die Institution allerdings offiziell eine Pandemie ausrufen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin bewertete das Risiko des Coronavirus auf globaler Ebene früher als die WHO als eine "sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation." Auch in Deutschland müsse mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen gerechnet werden. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts war eine weltweite Ausbreitung des Virus zu erwarten. 

Wo gibt es aktuelle Infos?

Das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben entsprechende Webseiten eingerichtet. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weitere Tipps auf Englisch – darunter auch Infos zu gängigen Mythen und Falschinformationen rund um das Virus. Für telefonische Fragen hat die Krankenkasse Barmer eine kostenlose Hotline (0800 / 84 84 111) eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.

Auch bei t-online.de finden sie die aktuellsten Informationen. Aktuelle Fallzahlen für Deutschland gibt es hier. Alle wichtigen neuen Forschungserkenntnisse, Ratgeber zu Hygienemaßnahmen und den Alltag in Zeiten des Coronavirus werden auf dieser Seite gesammelt. Die aktuellsten Nachrichten über das Virus in Deutschland und weltweit sowie politische Entscheidungen können Sie hier nachlesen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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