Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Coronavirus: Symptome, Übertragung, Verlauf & Behandlung von Covid-19

Ausbreitung in Europa  

Coronavirus: Symptome, Übertragung und Verlauf der Infektion

30.03.2020, 14:34 Uhr | mwe, AFP, rtr, dpa, nsa, sms, msc

Wie das Coronavirus menschliche Zellen infiziert

Forscher haben herausgefunden, wie das Coronavirus im menschlichen Körper wirkt. Eine Video-Animation zeigt, was das Virus ansteckender als den SARS-Erreger macht. (Quelle: t-online.de)

Coronavirus: So wird der Erreger auf den Menschen übertragen. (Quelle: t-online.de)


Seit Monaten hält der Erreger einer neuen Lungenkrankheit die Welt in Atem. Das Virus breitet sich auch in Europa und Deutschland aus. Forscher erklären, wie ansteckend das neue Coronavirus ist – und wie gefährlich.

Die Zahl der Infektionen durch das neuartige Coronavirus steigt stetig an. Täglich werden neue Todesfälle bekannt. Auch in Deutschland gibt es seit  dem 9. März Todesfälle durch die Krankheit Covid-19. Viele Menschen sind besorgt. Wie gefährlich ist das Virus? Eine Animation, wie der Erreger im menschlichen Körper agiert, sehen Sie in unserem Video oben oder hier.

Infizierte und Todesfälle in Deutschland

In Deutschland sind mittlerweile in allen Bundesländern Fälle des Coronavirus nachgewiesen. Einen Überblick über die Zahl der Infizierten sowie der Todesfälle gibt es hier.

Was ist über das Coronavirus bekannt?

Seit dem 11. Februar hat der ursprünglich 2019-nCoV genannte Erreger einen neuen Namen: SARS-CoV-2 zählt zur großen Familie der Coronaviren – so benannt, weil sie von zackenartigen Strukturen umgeben sind, die einer Krone ähneln. Harmlose Typen lösen oft nur leichte Erkältungsinfekte aus. Das neue Coronavirus hingegen kann zu Lungenentzündungen und schweren Atembeschwerden führen. Die Lungenkrankheit, die das Coronavirus auslösen kann, hat den Namen Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) bekommen. 

Viele Mediziner verglichen es, vor allem zu Anfang des Ausbruchs, mit dem SARS-Erreger, der in den Jahren 2002/2003 eine Epidemie verursacht hatte. SARS steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Der neue Name des Coronavirus weist auf die enge Verwandtschaft der beiden Viren hin. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten weltweit 8.096 Menschen an SARS, 774 von ihnen starben. Damals wurden 349 Todesfälle aus Festlandchina gemeldet sowie 299 weitere aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong.

Wie wird das Virus übertragen?

Wie alle Coronaviren wurde auch der neue Erreger wohl zuerst von Tieren auf den Menschen übertragen. Gerade Säugetiere tragen Keime in sich, die auf den Menschen überspringen können. Als Quelle der neuen Coronaviren gelten unter anderem Fledermäuse und Flughunde. Auch Nutztiere haben in der Vergangenheit Coronaviren auf den Menschen übertragen. 

Das neuartige Virus kann aber auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dies ist bereits möglich, bevor ein Infizierter selbst Symptome wie Fieber oder Husten entwickelt hat. Ob der Erreger nur über eine Tröpfcheninfektion oder auch durch eine Schmierinfektion übertragen werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Es ist davon auszugehen, dass die Übertragung – wie bei anderen Coronaviren auch – primär über Sekrete der Atemwege erfolgt.

Das Virus vermehrt sich im Rachen. Während ein Infizierter spreche oder huste, gebe er Tröpfchen von sich, sagte Ende Februar der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité. "Die fliegen vielleicht so 1,5 Meter weit und fallen relativ schnell zu Boden. Es ist das Einatmen einer solchen Wolke, die einen infiziert in den meisten Fällen."

Die neuartigen Coronaviren wurden aber auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Ob das Virus auch über den Stuhl verbreitet werden kann, ist laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung noch nicht abschließend geklärt. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie geht davon aus, dass man über einige Zeit Kontakt auf einer Entfernung unter einem Meter haben muss, um sich anzustecken. 

Wie das Ärzteblatt berichtet, habe Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitäts­medizin Greifswald gemeinsam mit Eike Steinmann von der Ruhr-Universi­tät Bochum 22 Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. Daraus ergebe sich, dass Coronaviren auf unbelebten Oberflächen wie Metall, Glas oder Kunststoff bis zu neun Tage verbleiben – wenn sie nicht beseitigt werden. Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten merken jedoch an, dass das Virus in der Praxis wohl deutlich kürzer infektiös ist, wenn es der Mensch über den Kontakt zu solchen Oberflächen aufnimmt.

Ob von Covid-19 genesene Menschen immun sind, lesen Sie hier.

Ein Fall aus Wuhan brachte zudem vor einigen Wochen die Vermutung auf, dass das Virus auch von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden kann. Ein solcher Infektionsfall sei bei einem Säugling 30 Stunden nach der Geburt festgestellt worden, berichtete der Chef der Neugeborenenabteilung des Kinderkrankenhauses von Wuhan, Zeng Lingkong, nach Angaben der Nachrichtenagentur China News Service. Darauf folgende Studien fanden bislang aber keinen Hinweis, dass das Virus von der Mutter auf das Ungeborene übergehen kann.

Coronavirus unter dem Mikroskop: Noch immer sind viele Fragen zur rätselhaften Lungenkrankheit aus China nicht beantwortet. (Quelle: dpa/Center for Disease Control/epa)Coronavirus unter dem Mikroskop: Noch immer sind viele Fragen zur rätselhaften Lungenkrankheit aus China nicht beantwortet. (Quelle: Center for Disease Control/epa/dpa)

Welche Symptome treten auf?

Nach derzeitigem Wissen löst das Virus in der Regel Fieber, Husten und Abgeschlagenheit aus. Auch heftigere Symptome wie eine Lungenentzündung können auftreten. Weitere Symptome können Schüttelfrost, Übelkeit, Kopfschmerzen und Atemnot sein. Auch typische Grippesymptome wie Schnupfen oder Halskratzen können laut Robert Koch-Institut dazugehören. Einige Betroffene leiden laut Bundesgesundheitsministerium auch an Durchfall.

Forscher des Instituts für Virologie der Universität Bonn stellten zudem kürzlich fest, dass die Mehrzahl der Covid-19-Patienten aus dem besonders von SARS-CoV-2 betroffenen nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg ein weiteres Symptom aufwiesen: 70 Prozent von ihnen hatten temporär für zwei bis drei Tage ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren – ohne jedoch gleichzeitig an einer laufenden oder verstopften Nase zu leiden. Erklären können die Wissenschaftler das Phänomen aber noch nicht. Es ist zudem die erste von Experten geschilderte Beobachtung dieses Symptoms.

Die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – soll nach bisherigem Wissen zwei bis 14 Tage betragen. Einige Studien zeigen jedoch, dass auch etwas längere Zeiträume möglich sind. Eine spezielle Therapie zur Behandlung der Infektion gibt es bislang nicht, lediglich die Symptome können mit Medikamenten abgemildert werden.

Sind Männer und ältere Menschen besonders gefährdet?

Bislang sind besonders viele ältere Menschen unter den Infizierten. Mehrere kürzlich veröffentlichte Studien bestärken die Vermutung, dass sich ältere Menschen besonders häufig mit dem Virus infizieren. Zudem sind Männer offenbar etwas häufiger betroffen als Frauen – möglicherweise deshalb, weil Frauen grundsätzlich über eine etwas bessere Immunabwehr verfügen.

In einer im Fachblatt "Lancet" veröffentlichten Studie werteten chinesische Forscher den Verlauf der Krankheit bei knapp 100 infizierten Patienten aus Wuhan aus. Demnach waren die Betroffenen durchschnittlich knapp 60 Jahre alt. 67 Prozent von ihnen waren männlich. Die Auswertungen bekräftigen auch die bisherige Annahme, dass sich vor allem Menschen mit schweren Vorerkrankungen anstecken. Laut der Studie hatte die Hälfte der untersuchten Patienten eine chronische Vorerkrankung wie etwa Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In einer weiteren Studie, die im "New England Journal of Medicine" (NEJM) erschienen ist, werteten Wissenschaftler aus China die Krankheitsverläufe von 425 Patienten aus Wuhan aus, deren Infektion bis zum 22. Januar bekannt geworden war. Auch hier lag das durchschnittliche Alter der Erkrankten bei rund 60 Jahren, 56 der 99 untersuchten Infizierten waren Männer. Unter den 425 Erkrankten war kein einziges Kind. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich Kinder nicht so leicht infizieren oder in der Regel nur sehr leichte Symptome entwickeln.


Woher stammt das Virus?

Das Coronavirus hat seinen Ursprung wahrscheinlich auf einem Fischmarkt in Wuhan, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern in der ostchinesischen Provinz Hubei.

"Man nimmt an, dass die Quelle auf diesem Markt verkaufte Tiere waren", sagte Arnaud Fontanet, Leiter der Abteilung für die Epidemiologie neu auftretender Krankheiten am Pariser Pasteur-Institut. Der Markt wurde zu Jahresbeginn geschlossen und desinfiziert.

Sind die Gefahren mit SARS vergleichbar?

Derzeit gilt der neue Erreger als ansteckender, aber weniger gefährlich als der SARS-Erreger. Während beim SARS-Virus die Sterberate bei rund zehn Prozent lag, sind es beim Coronavirus nur geschätzte ein bis zwei Prozent. Es wird davon ausgegangen, dass die Rate noch geringer ist, weil Fälle mit leichtem Verlauf gar nicht erfasst werden. In Italien hingegen liegt die Sterberate aktuell deutlich höher. 

Sollte das Coronavirus, wie damals SARS, mutieren, könne sich die Sterberate weltweit ändern. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Lage mit Einsetzen des wärmeren Wetters bessern werde, welches "der Verbreitung von ansteckenden Atemwegserkrankungen nicht förderlich" sei. Andere Experten, wie der Infektiologe Stefan Moritz von der Uniklinik Halle und der Virologe Christian Drosten bezweifeln dies allerdings. 

Ansteckung und Krankheitsverlauf während der SARS-Pandemie 2002/2003

Drohte von Anfang an eine Coronavirus-Pandemie?

Trotz steigender Fallzahlen in mehreren Ländern gab sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunächst optimistisch. Die Ausbreitung des Virus könne noch "erheblich verlangsamt werden". Am 11. März musste die Institution allerdings offiziell eine Pandemie ausrufen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin bewertete das Risiko des Coronavirus auf globaler Ebene früher als die WHO als eine "sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation." Auch in Deutschland müsse mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen gerechnet werden. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts war eine weltweite Ausbreitung des Virus zu erwarten. 

"Pandemien sind weltweite Epidemien, die sich durch die Übertragung von Mensch zu Mensch über weite Regionen erstrecken und in der Regel viele Personen betreffen", sagt Dr. Stefan Moritz, Leiter der Klinischen Infektiologie am Universitätsklinikum Halle.

Coronavirus: Gibt es einen Impfstoff?

Momentan gibt es keinen Impfstoff. Wann eine Impfung zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit nicht absehbar. Wer sich gegen die Grippe impfen lässt, hilft laut Robert Koch-Institut aber dabei, das Gesundheitswesen zu entlasten. Ältere Menschen können sich zudem gegen Pneumokokken impfen lassen.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler aber bereits an der Entwicklung eines Wirkstoffs. In den USA hat erstmals ein Freiwilliger testweise einen möglichen Impfstoff injiziert bekommen. Damit ist die erste Phase an klinischen Tests des Impfstoffs in der US-Metropole Seattle gestartet. 45 gesunde freiwillige Teilnehmer zwischen 18 und 55 sollen an dem Test teilnehmen.

In China soll Medienberichten zufolge ein erster Impfstoffkandidat ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden.

Um internationale Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu unterstützen, haben die chinesischen Behörden früh die Gensequenz des Erregers veröffentlicht. Dadurch konnte schnell ein Test zur Identifizierung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus entwickelt werden.

Was müssen Sie jetzt beachten?

Das Bundesgesundheitsministerium rät dazu, sich an folgende Maßnahmen zu halten: 

  • Achten Sie auf eine gute Handhygiene. 
  • Halten Sie die Husten-Nies-Etikette ein. 
  • Halten Sie mindestens 1,5 bis zwei Meter Abstand zu Erkrankten.

Wenn Sie bereits erkrankt sind, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen zu verringern, welche beim Husten oder Niesen entstehen. Ein Mund-Nasen-Schutz, wie er in der Chirurgie eingesetzt wird, schützt laut Meinung vieler Experten allerdings nicht vor einer Ansteckung durch andere Infizierte. Laut Robert Koch-Institut könne das Tragen einer Maske sogar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. 

Haben Sie Sorge, sich beispielsweise durch Kontakt zu einem Infizierten bereits angesteckt zu haben, sollten Sie Kontakt zu Ihrem zuständigen Gesundheitsamt suchen. Nach einer individuellen Befragung werden dann nötige Maßnahmen ergriffen. Vor Arztbesuchen sei es wichtig, in den Praxen anzurufen, warnt zudem RKI-Präsident Lothar Wieler. "Auch Menschen mit ganz we­nigen Symptomen können andere anste­cken."

Folgende Gebiete werden vom Robert Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft und sollten daher gemieden werden: (Stand: 25.03.2020)

  • Italien
  • Iran
  • Ägypten
  • In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan)
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • In Frankreich: Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne)
  • In Österreich: Bundesland Tirol
  • In Spanien: Madrid
  • In USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York

Außerdem wird wird Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen als besonders betroffenes Gebiet bezeichnet. (Stand: 25.03.2020)


Das Auswärtige Amt hat zudem eine weltweite Reisewarnung ausgerufen und die Bundesregierung hat eine Rückholaktion für Urlauber gestartet. 

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal