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Gibt es schon bald eine Impfung gegen Krebs? Biontech startet Studie

Biontech startet Studie  

Gibt es schon bald eine Impfung gegen Krebs?

18.06.2021, 13:18 Uhr | sms, t-online

Gibt es schon bald eine Impfung gegen Krebs? Biontech startet Studie  . Krebsforschung (Symbolbild): Könnte es schon bald Impfstoffe gegen die tückische Krankheit geben?  (Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser)

Krebsforschung (Symbolbild): Könnte es schon bald Impfstoffe gegen die tückische Krankheit geben? (Quelle: Rupert Oberhäuser/imago images)

Rund 240.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen einer Krebserkrankung. Die Biontech-Gründer machen jetzt Hoffnung auf Impfstoffe gegen die gefährliche Krankheit.

Chemotherapien, Strahlentherapien oder Stammzellentransplantationen: Mittlerweile gibt es verschiedene Behandlungsmethoden im Kampf gegen Krebs. Einen Impfstoff, wie er nach nur einem Jahr auch für das Coronavirus entwickelt wurde, gibt es allerdings noch nicht.

Doch: Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin kündigen in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung an, individuelle Impfstoffe auch gegen Krebs entwickeln zu wollen. Denn bevor die Wissenschaftler an einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 gearbeitet haben, forschten sie bereits an Krebstherapien.

Im Rahmen einer Phase II-Studie sei nun der erste Patient mit dem Wirkstoff BNT111 behandelt worden, wie Biontech am 18. Juni mitteilte. In der Studie mit insgesamt 120 Patienten werde die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von BNT111 in Kombination mit Libtayo (Cemiplimab) zur Behandlung einer Form von Hautkrebs untersucht. Vier weitere Krebsimpfstoffe der Firma befänden sich in der klinischen Entwicklung.

Immunsystem als Schnittstelle zwischen Corona und Krebs

Türeci erklärt in dem Interview, dass das Immunsystem als eine Art Schnittstelle zwischen verschiedenen Krankheiten zu sehen ist. "Als wir vor vielen Jahren erkannten, dass Verbesserungsbedarf im Bereich Krebsmedizin besteht, haben wir uns gedacht: Das Immunsystem ist der Schlüssel. Und dass wir Immuntherapien entwickeln wollen", sagt sie.

"Heißt: Mechanismen, die das Immunsystem über Millionen Jahre Evolution im Kampf gegen Viren oder Bakterien perfektioniert hat, wollen wir gezielt zur Behandlung von Krebs einsetzen", so Türeci. Zu Beginn der Pandemie haben sie dann erkannt, dass die Technologien der Krebsforschung auch für das Virus genutzt werden könnten.

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin im März: Das Forscherehepaar hält die Entwicklung von Impfstoffen gegen Krebs für realistisch.  (Quelle: imago images/Political Moments)Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin im März: Das Forscherehepaar hält die Entwicklung von Impfstoffen gegen Krebs für realistisch. (Quelle: Political Moments/imago images)

Das bedeute zwar auch, dass durch die Pandemie die Krebsforschung verlangsamt worden sei, führen die beiden Wissenschaftler aus. Doch jetzt könnten die Studien wieder beschleunigt werden – dank der Einnahmen aus der Produktion der Corona-Impfstoffe.

Krebs-Impfstoff basiert auch auf mRNA-Technologie

Wie der zusammen mit Pfizer entwickelte Covid-19-Impfstoff nutzt auch das Biontech-Krebsmittel die neuartige Boten-RNA(mRNA)-Technologie, die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermittelt.

Bereits in den kommenden zwei Jahren könnte es wegweisende Datensätze geben, 2023 könnten bereits erste Zulassungen beantragt werden. "Unsere Vision ist es, die Stärke der körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Krebs und Infektionskrankheiten zu nutzen", erklärte Türeci. "Wir dürfen nicht vergessen, dass Krebserkrankungen ebenfalls eine große Bedrohung für die globale Gesundheit darstellen, die sogar weitaus schlimmer ist als die derzeitige Pandemie."

Verwendete Quellen:
  • bild.de: "Die Biontech-Gründer im Interview: "Wir glauben schon lange an Impfstoffe gegen Krebs", 13. Juni 2021.
  • Deutsches Krebsforschungszentrum: "Zahlen und Statistiken zu Krebs"
  • WHO/International Agency for Research on Cancer: "Cancer today"
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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