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Bericht: Frontex verzeichnet wieder mehr unerlaubte Grenzübertritte

Neue Daten von Frontex  

Offenbar wieder mehr illegale Einreisen nach Europa

14.06.2020, 20:13 Uhr | dpa, sth

Bericht: Frontex verzeichnet wieder mehr unerlaubte Grenzübertritte. Grenze von Griechenland zu Mazedonien: Die Route über das östliche Mittelmeer ist die aktivste Migrationsroute nach Europa. (Quelle: imago images/Jochen Tack)

Grenze von Griechenland zu Mazedonien: Die Route über das östliche Mittelmeer ist die aktivste Migrationsroute nach Europa. (Quelle: Jochen Tack/imago images)

Es kommen wieder mehr Migranten nach Europa. Zuletzt war die Zahl der unerlaubten Grenzübertritte gesunken, auch weil sich die EU in der Coronakrise regelrecht abgeschottet hat.

Nach einem deutlichen, coronabedingten Rückgang im April sind zuletzt wieder mehr Migranten in Europa angekommen. Im Mai gab es auf den Hauptmigrationsrouten fast 4.300 unerlaubte Grenzübertritte.

Das sind fast dreimal so viele wie im Vormonat, wie die "Funke Mediengruppe" unter Berufung auf die in Warschau angesiedelte EU-Grenzschutzagentur Frontex berichtet. Im April waren die Zahlen im Zuge der Corona-Pandemie auf ein Rekordtief gesunken.

"Pro Asyl": Es gibt fast keine Möglichkeit zur Einreise

Der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich mit Blick auf den weltweiten Verfolgungsdruck weiterhin um sehr geringe Zahlen handle. Zudem gebe es für Asylsuchende fast keine Möglichkeiten zur legalen Einreise in die Europäische Union.

Mit Blick auf die Konferenz der Innenminister von Bund und Ländern in der kommenden Woche in Erfurt sagte er: "Wir fordern von den Ministern, dass die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln gänzlich evakuiert werden. Deutschland allein wäre in der Lage, alle Menschen von dort aufzunehmen." In den überfüllten Lagern auf den griechischen Ägäis-Inseln waren zuletzt rund 30.000 Menschen.

Mädchen im Flüchtlingslager Moria: Auf der griechischen Insel Lesbos leben die Menschen unter schwierigen Bedingungen. Sie vor dem Coronavirus zu schützen, ist kaum möglich.  (Quelle: imago images/ANE Edition)Mädchen im Flüchtlingslager Moria: Auf der griechischen Insel Lesbos leben die Menschen unter schwierigen Bedingungen. Sie vor dem Coronavirus zu schützen, ist kaum möglich. (Quelle: ANE Edition/imago images)

In diesem Jahr sechs Prozent weniger als im Vorjahr

Insgesamt registrierte Frontex dem Bericht zufolge von Januar bis Mai 31.600 illegale Grenzübertritte – sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die aktivsten Migrationsrouten

• Über die Türkei und Griechenland: Die Route über das östliche Mittelmeer war erneut die "aktivste Migrationsroute nach Europa". Hier stellte Frontex im Mai 1.250 irreguläre Grenzübertritte fest, das sind achtmal so viele wie im April. Von Januar bis Mai wurden 12.700 Fälle und damit 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum verzeichnet. Die meisten Menschen kamen aus Afghanistan.

• Von Libyen oder Tunesien nach Italien und Malta: Auf der Strecke über das zentrale Mittelmeer gab es rund 1.000 unerlaubte Grenzübertritte, ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber April, wie es weiter hieß. Von Januar bis Mai erfasste Frontex 5.500 Fälle, fast dreimal so viele wie in der gleichen Periode 2019. Die Migranten stammten vor allem aus Bangladesch, dem Sudan und der Elfenbeinküste.

• Von Marokko nach Spanien: Über das westliche Mittelmeer kamen im Mai dem Bericht zufolge mehr als 650 Migranten. Das waren fast viermal so viele wie im April. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden 3.700 Migranten registriert, weniger als die Hälfte als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fast jeder zweite war Algerier.

Über den Westbalkan: Auf der Westbalkanroute wurden im Mai mehr als 900 illegale Grenzübertritte verzeichnet, zehnmal mehr als im April. Von Januar bis Mai gab es mehr als 6.900 Fälle, ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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