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Bundeswehr: So stark ist das neue Tarnkappen-Kampfflugzeug F-35


Bundeswehr
So stark ist der neue Tarnkappen-Kampfjet F-35

Von t-online, pdi

10.05.2023Lesedauer: 4 Min.
Ein F-35 Tarnkappenjet (Archiv): Vorgesehen ist nach dpa-Informationen, bis zu 35 der Tarnkappenjets zu kaufen.Vergrößern des BildesEin F-35-Tarnkappenjet (Archiv): Die Bundeswehr hat 35 Maschinen bestellt. (Quelle: Britta Pedersen/dpa-bilder)
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Die Bundeswehr bekommt ab 2027 ein neues Kampfflugzeug – die F-35 soll die Tornado-Flotte ersetzen. Doch wie stark ist der Kampfjet aus den USA wirklich?

Schon seit vielen Jahrzehnten ist der Panavia 200 Tornado das Herzstück der deutschen Luftwaffe. Im Ernstfall kann das Mehrkampfflugzeug Boden- und Luftziele angreifen und mit Atomwaffen bestückt werden. Doch die 93 Maschinen der Bundeswehr sind mittlerweile in die Jahre gekommen und der Nachfolger steht schon fest.

Die Luftwaffe kündigte Ende 2022 an, 35 F-35-Kampfflugzeuge bestellt zu haben. Es wird das erste moderne Kampfflugzeug der 5. Generation für die Bundeswehr. Aber wie stark ist die F-35 wirklich?

Das F-35-Kampfflugzeug, auch bekannt als Joint Strike Fighter, ist ein modernes Mehrzweckkampfflugzeug, das vom US-Unternehmen Lockheed Martin entwickelt wurde. Es gilt als eines der fortschrittlichsten Flugzeuge seiner Art und wird von vielen Ländern weltweit eingesetzt.

Die F-35 ist das Ergebnis eines multinationalen Entwicklungsprogramms, das von den Vereinigten Staaten, Großbritannien, den Niederlanden, Australien, Dänemark, Norwegen, der Türkei, Italien, Kanada und anderen Ländern finanziert wird. Es wurde entwickelt, um eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen.

Das sind die Besonderheiten der F-35:

Stealth-Technologie: Die F-35 verfügt über fortschrittliche Stealth-Eigenschaften, die ihre Radarsignatur verringern und es schwieriger machen, von feindlichen Radarsystemen erfasst zu werden. Dies soll dem Flugzeug ermöglichen, unbemerkt in feindlichen Luftraum einzudringen und Überraschungsangriffe durchzuführen.

Sensoren und Avionik: Die F-35 ist mit modernen Sensoren und Avioniksystemen ausgestattet, die es dem Piloten ermöglichen, ein umfassendes Situationsbewusstsein zu erhalten. Dies beinhaltet eine leistungsstarke Radar- und Sensorfusion, mit der Informationen aus verschiedenen Informationsquellen integriert werden, um ein genaues Lagebild zu erstellen.

Vielseitigkeit: Die F-35 wurde als Mehrzweckkampfflugzeug konzipiert und kann eine Vielzahl von Missionen durchführen. Es ist in der Lage, Luftüberlegenheit zu erlangen, Bodenziele präzise anzugreifen, Aufklärungseinsätze durchzuführen und elektronische Kriegsführung zu betreiben.

Manövrierfähigkeit: Obwohl die F-35 nicht, wie einige andere Kampfflugzeuge, für extreme Luftkämpfe ausgelegt ist, soll sie dennoch über eine gute Manövrierfähigkeit verfügen. Sie kann hohe Geschwindigkeiten erreichen und ist wendig.

Die F-35 ist ein Mehrzweckkampfflugzeug, das in drei Hauptvarianten erhältlich ist: F-35A für konventionelle Start- und Landeoperationen, F-35B für senkrechte Starts und Landungen und F-35C für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Alle Varianten können darüber hinaus mit den modernsten gelenkten Luft-Boden- und Luft-Luft-Raketen bestückt werden.

Technische Probleme

Es gab in der Vergangenheit allerdings auch immer wieder Probleme mit der F-35. Ein Dutzend der Mängel seien so gravierend, dass sie zum Absturz einer Maschine führen könnten, hieß es. Die Fehlerquote der F-35 sei sechsmal so hoch wie der Durchschnitt der US-Luftwaffe.

Die meisten Probleme gibt es offenbar mit den Triebwerken: Allein aus diesem Grund waren im Februar 2022 insgesamt 36 der US-Maschinen nicht einsatzbereit, so der Rechnungshof. Allerdings handelt es sich bei den Mängelexemplaren um Maschinen aus der Anfangsproduktion, die nicht alle Kriterien eines voll ausgereiften Kampfjets erfüllen müssen. Große Probleme mit ihrer F-35-Flotte hat allerdings auch Südkoreas Armee.

Einem Parlamentsbericht zufolge gab es zwischen Januar 2021 und Juni 2022 insgesamt 234 Fehlermeldungen bei den 40 Maschinen, die Südkorea im Dienst hat. 172 Mal wurde eine F-35 als "nicht flugfähig" gemeldet, 62 Mal als "nicht einsatzbereit" – die Fehlerquote ist damit mehr als doppelt so hoch wie in Südkoreas restlicher Luftwaffe, die vor allem aus US-Jets aus der Zeit des Vietnamkriegs besteht. "Es kann nicht sein, dass dieses Kernelement unserer Verteidigungsstrategie im Fall einer Eskalation mit Nordkorea nicht funktioniert", kommentierte der Parlamentarier Shin Won-min den Bericht.

Doch die schärfste Kritik an der F-35 kommt aus den USA selbst. Der Offizier des Marinekorps Dan Grazier kritisierte 2019 einen "Mangel an Fortschritten in fast allen Bereichen der F-35"; die vielen Mängel der Maschine machten immer neue Reparaturen und Modifikationen nötig, was den praktischen Einsatz der Maschine in weite Ferne rücken lasse. Der für Strategie und Beschaffung zuständige Vize-Chef der US-Luftwaffe stellte im April 2021 die Tauglichkeit der F-35 für Hightech-Kriegsszenarien beispielsweise gegen China infrage. Der damalige US-Verteidigungsminister Christopher Miller sprach Ende 2020 von der F-35 gar als "Schrotthaufen" und "Monster, erschaffen vom Pentagon".

Hohe Kompatibilität im Nato-Bündnis

Die technischen Probleme sind ein großer Nachteil, denn das Kampfflugzeug ist durch seine technische Ausrüstung teuer. Die Kosten variieren je nach Variante und Auftragsvolumen. Der Preis für eine F-35A beträgt etwa 80-90 Millionen US-Dollar, während die F-35B und F-35C etwas teurer sind. Es ist jedoch wichtig, dass die Kosten für die F-35 über den gesamten Lebenszyklus des Flugzeugs hinweg betrachtet werden müssen, einschließlich Instandhaltung, Betrieb und Aufrüstung. Bei dem Beschaffungspreis enden also für Deutschland die Investitionen nicht.

Die Bundeswehr sieht vor allem die große Stärke, dass auch viele andere Nato-Staaten die F-35 einsetzen. Deswegen hat das Flugzeug eine hohe Bündniskompatibilität, Ersatzteile können im Bündnis produziert, beschafft oder ausgetauscht werden. Das wäre im Kriegsfall ein enormer Vorteil für die Nato. Zu den Hauptnutzern gehören die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Israel, Italien, Australien, die Niederlande, Norwegen, Dänemark, Japan und Südkorea.

Verwendete Quellen
  • budneswehr.de: 35 Mal neueste Generation: Die Luftwaffe fliegt bald den F-35 Kampfjet
  • augengeradeaus.net: Neuer Anlauf für die Tornado-Nachfolge: F-35 wieder in der Debatte? (Stand: 5. Dezember 2022)
  • heise.de: Milliardengrab Kampfjet F-35 – auch für Deutschland (Stand: 5. Dezember 2022)
  • thedrive.com: No Engine, No Fly: Ongoing Propulsion Program Problems Are Grounding F-35s (englisch; Stand: 5. Dezember 2022)
  • thediplomat.com: South Korean Defense Sources Express Concerns About Unreliable F-35 Fighters (englisch; Stand: 5. Dezember 2022)
  • defensenews.com: Boeing lands the first order of the F-15EX (englisch; Stand: 5. Dezember 2022)
  • nationalinterest.org: Why the F-35 Isn't Ready for War (engl.; Stand: 5. Dezember 2022)
  • boeing.com: F-15EX (englisch; Stand: 5. Dezember 2022)boeing.com: F/A-18 Super Hornet Block III (Stand: 5. Dezember 2022)
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