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Parade zum Tag des Sieges – Wladimir Putin warnt: "Welt ist zerbrechlich"

Parade zum Tag des Sieges  

Wladimir Putin warnt: "Welt ist zerbrechlich"

10.05.2018, 11:18 Uhr | Thomas Körbel, dpa

Parade zum Tag des Sieges – Wladimir Putin warnt: "Welt ist zerbrechlich". Tag des Sieges: Zusammen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu (2. v. l.)nahm Russlands Präsident Wladimir Putin die alljährliche Parade zum Sieg über Hitler-Deutschland 1945 ab. (Quelle: dpa/Alexander Zemlianichenko)

Tag des Sieges: Zusammen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu (2. v. l.)nahm Russlands Präsident Wladimir Putin die alljährliche Parade zum Sieg über Hitler-Deutschland 1945 ab. (Quelle: Alexander Zemlianichenko/dpa)

Panzer, Raketen und Soldaten: Zu den Feiern anlässlich des Sieges über Nazi-Deutschland zeigt Russland Stärke. Zugleich sendet Präsident Wladimir Putin aber versöhnliche Signale.

Unter dem Eindruck der Spannungen um das Atomabkommen mit dem Iran hat Russland traditionell mit einer Waffenschau den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gefeiert. Präsident Wladimir Putin nahm am Mittwoch im Beisein des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu auf dem Roten Platz in Moskau die Militärparade ab und rief dabei zur Zusammenarbeit auf.

"Es ist wichtig, dass alle Länder und Menschen anerkennen, dass die Welt zerbrechlich ist, und dass ihre Stabilität nur gestärkt wird durch unsere Bereitschaft, einander zuzuhören, zu vertrauen und zu respektieren", sagte Putin vor 13.000 Soldaten. Er erinnerte an die Lehren aus zwei Weltkriegen und ihre Bedeutung für die Zukunft.

"Russland ist bereit zum Dialog"

"Hinter den neuen Bedrohungen kommen all die alten hässlichen Eigenschaften zum Vorschein: Egoismus, Intoleranz, aggressiver Nationalismus und Exklusivitätsansprüche", sagte er. "Russland ist bereit zum Dialog über alle Fragen der globalen Sicherheit"

Die Parade kommt am Tag nach US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Deutschland und weitere europäische Partner kritisieren dies scharf und wollen den Vertrag retten. Vor dem Hintergrund ist auch der Besuch Netanjahus in Moskau als strategisch wichtig einzustufen, denn zuletzt hatten die Spannungen zwischen dem Iran und Israel zugenommen. Später waren Gespräche zwischen Putin und Netanjahu geplant.

Weltkriegsveteranen im Sonnenschein

Zum 73. Jahrestag des Kriegsendes fuhr Russland rund 160 Einheiten Militärtechnik auf. Moskau nutzt den Siegestag traditionell für eine Heerschau. Neben Panzern rollten Fahrzeuge mit Iskander-Raketen, Interkontinentalraketen des Typs Jars und moderne Drohnen über den Roten Platz. Auch Soldaten, die für Russland in Syrien gekämpft hatten, marschierten auf. Weltkriegsveteranen saßen im Sonnenschein auf den Ehrenplätzen auf der Tribüne.

Einer der Veteranen war der 94-jährige Michail Sorin. "Es ist ein erhebendes Gefühl, ein Glücksgefühl", sagte er. "Dieses Gefühl stimmt ein auf eine gute Zukunft." An seinem blauen Anzug hingen Orden und Auszeichnungen der Sowjetunion, am Revers trug er das orange-schwarze Georgsband, ein russisches Siegessymbol. "Ich wurde vier Mal verletzt. Eine Verletzung habe ich in der Nähe von Königsberg bekommen" - dem heutigen Kaliningrad.

Applaus für Putin

Neben den Veteranen saßen Kinder in grünen Mini-Uniformen. Auch ranghohe Politiker, Kirchenvertreter und Prominente wie der US-Actionstar Steven Seagal schauten sich die Parade an.

Anschließend ging Putin mit Netanjahu und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic zum Grab des Unbekannten Soldaten und legte einen Kranz nieder. Als Putin an den Veteranen vorbeischritt, verneigten sich die einstigen Soldaten vor dem Oberbefehlshaber und applaudierten ihm. Am Nachmittag zogen Hunderttausende Menschen angeführt von Putin mit Fotos von verstorbenen Verwandten durchs Stadtzentrum.

Russland und andere Ex-Sowjetrepubliken erinnern immer am 9. Mai an den Sieg über Hitler-Deutschland 1945. Auch in der Ukraine wurde der Tag des Sieges mit Konzerten und Kranzniederlegungen begangen.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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