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Diese Länder könnte Putin als Nächstes ins Visier nehmen

Von Nils Kögler

Aktualisiert am 04.03.2022Lesedauer: 5 Min.
Wladimir Putin: Könnte er auch noch in anderen Ländern angreifen?
Wladimir Putin: Könnte er auch noch in anderen Ländern angreifen? (Quelle: Kremlin Pool/T-Online-bilder)
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Unter fadenscheinigen Gründen hat Wladimir Putin eine Invasion der Ukraine gestartet. Dabei ist seine Taktik nicht neu – und es könnte auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie zum Einsatz kommt.

Der Krieg in der Ukraine tobt. Russische und ukrainische Truppen liefern sich erbitterte Schlachten um Städte wie Charkiw und Kiew. Die ukrainische Hauptstadt könnte schon bald von russischen Soldaten eingekesselt sein.


Das dramatische Ausmaß des Ukraine-Kriegs

24 Kilometer von Kiew entfernt steht ein Einwohner vor einem brennenden Wohnhaus.
Zhytomyr: Gebäude liegen in Schutt und Asche.
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Putin begründet seinen Krieg damit, die russische Bevölkerung in der Ukraine vor einem Völkermord durch ein angebliches Naziregime in Kiew schützen zu wollen. In Wirklichkeit dient das Blutvergießen jedoch den Großmachtfantasien des russischen Präsidenten, der sich den Einfluss über die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion sichern möchte.

In Europa geht daher die Angst um, der russische Präsident könnte in Zukunft auch aggressiv gegen Nato-Staaten wie Estland, Lettland oder Litauen vorgehen. Nicht umsonst verstärkt das Verteidigungsbündnis dieser Tage seine Truppenpräsenz an der Ostflanke.

Es gibt jedoch Länder, die den Ambitionen des Machthabers deutlich eher ausgeliefert sein könnten. Denn dort ist die Ausgangslage ähnlich wie in der Ukraine. Russland müsste sich nicht unmittelbar mit der mächtigen Nato anlegen, um sie zu erobern. Ein Blick auf die Taktik Putins und wo er sie in Zukunft anwenden könnte.

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Putin macht ein unmoralisches Angebot
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Südossetien und Abchasien

Ein ähnlicher Konflikt wie in der Ukraine beschäftigt die Georgier schon seit über 30 Jahren. Wie die Ukraine ging Georgien Anfang der 1990er-Jahre aus der Sowjetunion hervor. Doch erfolgte die Unabhängigkeit nicht ohne Probleme. Im Norden des Landes erklärten sich die Regionen Südossetien und Abchasien für unabhängig. In der Sowjetunion hatten sie weitgehende Autonomie genossen. Diese befürchteten sie in einem georgischen Nationalstaat zu verlieren. Was folgte, waren immer wieder entflammende blutige Auseinandersetzungen zwischen den abtrünnigen Gebieten und dem georgischen Staat, der seine territoriale Hoheit nicht abgeben wollte.

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Die Parallelen zwischen der Ukraine und Georgien sind offenkundig: Wie die Ukraine ab 2014 orientierte sich auch Georgien in Richtung Westen. Dabei wurde das Land maßgeblich von den USA unterstützt, die es als strategisch wichtigen Verbündeten sahen.

Als Antwort darauf versuchte Russland, Südossetien und Abchasien an sich zu binden. Der Konflikt verschärfte sich zusätzlich, als Georgien zeitgleich mit der Ukraine Mitte der 2000er-Jahre begann, sich um eine Nato-Mitgliedschaft zu bemühen und 2008 von dem Verteidigungsbündnis eine Beitrittsperspektive eröffnet bekam.

Fünf-Tage-Krieg

Russland begann daraufhin, seine Militärpräsenz an der georgischen Grenze zu verstärken. Der Westen und Georgien befürchteten eine baldige Annexion Südossetiens und Abchasiens. Um die Gebiete wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen, entschied sich Georgien schließlich zu einer Militäroffensive.

Russland nutzte das Vorgehen, um massiv aufseiten Südossetiens und Abchasiens einzugreifen und sein Vorgehen als "Defensivmaßnahme" zum Schutz der russischen Bevölkerung in der Region zu verkaufen. Im daraus resultierenden fünftägigen Kaukasuskrieg drängte die russische Armee die georgischen Streitkräfte erfolgreich zurück und erkannte die abtrünnigen Gebiete nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens als unabhängige Staaten an.

Vorbild Georgien

Das Vorgehen in Georgien lieferte Russland mit kleinen Unterschieden die perfekte Vorlage für den Krieg gegen die Ukraine: Auch dort berief sich Russland auf eine (in diesem Fall rein fiktive) Aggression gegen die russische Bevölkerung in den Separatistengebieten, um einen Krieg zu rechtfertigen.

Jedoch haben die Ereignisse in der Ukraine das Vorbild Georgien bei Weitem überholt. Die Invasion des ganzen Landes, mit dem Ziel eine angebliche "Nazi-Regierung" in Kiew zu stürzen, hat ein viel größeres Ausmaß erreicht als der Eingriff in einzelnen Gebieten Georgiens.

Erst Ukraine, dann Georgien?

Sollte Putin den Krieg in der Ukraine erfolgreich beenden können, könnte die Ukraine umgekehrt zum Vorbild für die russische Strategie in Georgien werden. Immerhin strebt das Land weiter eine möglichst schnelle Aufnahme in die Nato an. Das dürfte Putin nicht gefallen.

Russische Soldaten auf einem Panzer: Die Invasion der Ukraine läuft.
Russische Soldaten auf einem Panzer: Die Invasion der Ukraine läuft. (Quelle: Konstantin Mihalchevskiy/imago-images-bilder)

Da Südossetien und Abchasien seit 2008 von Russland anerkannt sind, müsste diese Voraussetzung anders als in der Ukraine nicht kurzfristig noch geschaffen werden. In Georgien bräuchte es also nur einen Hilferuf Südossetiens und Abchasiens wegen einer angeblichen Aggression Georgiens – und der Vorwand für eine Invasion wäre erneut geschaffen.

Der Konflikt um Transnistrien

Nicht nur in Georgien ist die Situation ähnlich wie in der Ukraine. Auch in Moldau gibt es seit Erlangen der Nationalstaatlichkeit durch den Zerfall der Sowjetunion eine Region, die sich als unabhängig betrachtet. Die Republik Transnistrien (Eigenbezeichnung: Pridnestrowische Moldauische Republik) sagte sich bereits 1990 von Moldau los. Eine Militäroffensive zur Rückeroberung Transnistriens 1992 blieb erfolglos. Unter anderem unterstützten auch russische Truppen Transnistrien bei der Verteidigung.

Im Unterschied zu Georgien gilt die aktive Phase des Konflikts seither jedoch als beendet. Transnistrien verfügt über eine eigene Regierung, Währung (den Rubel), Verwaltung und ein eigenes Militär. Damit ist das selbsternannte Land trotz fehlender Anerkennung durch das Völkerrecht de facto unabhängig von Moldau.

"Eingefrorener" Konflikt

Der Konflikt zwischen Moldau und Transnistrien unterscheidet sich jedoch nicht nur durch seine weitgehende Friedlichkeit. Zwar vertreten Nato, EU und die USA auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite auch in diesem Konflikt unterschiedliche Standpunkte. Jedoch betrachten beide Seiten die Auseinandersetzung als größtenteils innenpolitisches Problem der Republik Moldau. Auch Russland erkennt das abtrünnige Gebiet bislang nicht als eigenen Staat an. Der Konflikt gilt als "eingefroren".

Wappen Transnistriens: Die sowjetischen Symbole Hammer und Sichel sind in dem nicht anerkannten Staat noch prominent vertreten.
Wappen Transnistriens: Die sowjetischen Symbole Hammer und Sichel sind in dem nicht anerkannten Staat noch prominent vertreten. (Quelle: Goran Stanzl/imago-images-bilder)

Trotzdem wird Transnistrien von Moskau mit Treibstoff- und Pensionszuschüssen unterstützt. Eine Mehrheit der Transnistrier fühlt sich Russland zugehörig und besitzt seit einer russischen Initiative im Jahr 2002 auch russische Pässe. Das Wappen des selbsternannten Staates enthält die sowjetischen Symbole: Hammer und Sichel. Darüber hinaus sind 1.500 russische Soldaten in dem Land stationiert. Die offizielle Begründung: um den Frieden zu wahren und russische Staatsbürger zu schützen. Forderungen Moldaus und des Westens nach einem Abzug der Truppen lehnte der Kreml ab.

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Neue Dynamik

Experten gingen bislang nicht davon aus, dass Moskau Transnistrien anerkennen oder gar annektieren würde. Dafür war das Gebiet geopolitisch zu irrelevant und auch zu weit von russischem Staatsgebiet entfernt. Eine Annexion würde die Region zu einer russischen Exklave machen.

Doch die Entwicklungen in der Ukraine geben dem Konflikt um Transnistrien eine neue Dynamik. Moldau liegt in direkter Nachbarschaft zur Ukraine und grenzt ausgerechnet mit dem transnistrischen Gebiet an das Land von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sollte Russland den Krieg in der Ukraine erfolgreich bestreiten und das Land unter seine Kontrolle bringen, wäre das Problem mit der Exklave gelöst.

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Eine proeuropäische Präsidentin

Zudem wurde im Jahr 2020 Maia Sandu zur Präsidentin Moldaus gewählt. Sandu sagt zwar, sie wolle sowohl mit dem Westen als auch mit Russland im Interesse ihres Landes zusammenarbeiten. Doch sie wird dennoch dem proeuropäischen Lager zugerechnet. Eine Entwicklung, die Putin alles andere als gefallen dürfte.

Maia Sandu: Die Präsidentin Moldaus gilt als proeuropäisch.
Maia Sandu: Die Präsidentin Moldaus gilt als proeuropäisch. (Quelle: Justin Lane/imago-images-bilder)

Nachdem der russische Präsident in der vergangenen Woche die Separatistengebiete in der Ukraine anerkannt hatte, berichtete die rumänische Parlamentsabgeordnete Ana Cătăuță, eine Delegation aus Transnistrien sei nach Moskau gereist, um dort ebenfalls um Anerkennung zu bitten. Ob tatsächlich ein Treffen stattgefunden hat oder gar Vereinbarungen getroffen wurden, ist offen. Doch sollte Putin wollen, scheint ihm die in der Ukraine angewandte Strategie auch in Moldau offenzustehen: Ein abtrünniges Gebiet anerkennen, sich um militärische Hilfe bitten lassen, einmarschieren.

Ob Putin in Zukunft einen Gedanken an weitere Kriege verschwenden wird, hängt wohl im Wesentlichen davon ab, wie seine Invasion in der Ukraine zu Ende geht und welche Opfer sie fordert. Scheitert er dort, scheint nicht einmal sein Machterhalt in Russland gesichert. Auch in Georgien und Moldau wäre ein solches Ergebnis sicherlich gern gesehen.

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Von Patrick Diekmann
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