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"Bumm, komm her": Entsetzen in Frankreich nach Donald Trumps Rede

"Bumm, komm her"  

Entsetzen in Frankreich nach Trump-Rede

06.05.2018, 10:52 Uhr | AFP

"Bumm, komm her": Entsetzen in Frankreich nach Donald Trumps Rede. US-Präsident Donald Trump bei der Jahrestagung der National Rifle Association (NRA): Vor der Waffenlobby sagte er, dass ein Anschlag wie in Paris durch mehr Schusswaffen verhindert hätte werden können. Frankreich reagiert mit Empörung auf die Äußerungen. (Quelle: dpa/Susan Walsh)

US-Präsident Donald Trump bei der Jahrestagung der National Rifle Association (NRA): Vor der Waffenlobby sagte er, dass ein Anschlag wie in Paris durch mehr Schusswaffen verhindert hätte werden können. Frankreich reagiert mit Empörung auf die Äußerungen. (Quelle: Susan Walsh/dpa)

Mehr freiverkäufliche Waffen und Anschläge wie in Paris 2015 werden verhindert, sagte Donald Trump bei einer Rede vor der NRA. Frankreich reagiert entsetzt auf die Worte des US-Präsidenten. 

Die französische Regierung hat die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu der Anschlagsserie vom November 2015 verurteilt. Die Sprecherin des Außenministeriums, Agnès von der Mühll, erklärte am Samstag, Paris missbillige die Äußerungen Trumps entschieden und fordere "Respekt für die Erinnerung an die Opfer".

Auch Opferverbände und ehemalige führende Politiker reagierten empört. Bei Attacken auf den Musikclub Bataclan, das Fußballstadion Stade de France und eine Reihe von Bars und Restaurants waren am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen getötet worden.

Trump: Mit Waffen wären weniger gestorben

Trump hatte am Freitag bei einer Rede vor der US-Waffenlobby NRA gesagt, die Zahl der Opfer von Paris wäre nicht so hoch gewesen, wenn jemand zurückgeschossen hätte. "Niemand in Paris trägt eine Waffe, und man erinnert sich an die 130 Toten", sagte Trump.

Die Täter hätten sich "Zeit gelassen und einen nach dem anderen getötet", sagte Trump. Der Präsident unterstrich seine Worte, indem er seine Hand zu einer Pistole formte, die auf ein Opfer zielt. Dabei ahmte er die islamistischen Täter nach: "Bumm, komm her, bumm, komm her, bumm, komm her."

"Frankreich äußert seine tiefe Missbilligung der Äußerungen von Präsident Trump zu den Angriffen vom 13. November 2015 in Paris", erklärte von der Mühll. In einer Erklärung des Ministeriums hieß es, Frankreich sei "stolz" darauf, ein "sicheres Land zu sein, wo Waffenkauf und -besitz streng kontrolliert" würden. Die Statistiken zu Schusswaffenopfern machten es nicht erstrebenswert, dies zu ändern.

Trauer um die Opfer: Bei den Anschlägen in Paris am 16. November 2015. starben mehr als 130 Menschen. Opfervertreter finden die Aussagen von US-Präsident Trump abscheulich.   (Quelle: dpa/Christophe Petit Tesson)Trauer um die Opfer: Bei den Anschlägen in Paris am 16. November 2015. starben mehr als 130 Menschen. Opfervertreter finden die Aussagen von US-Präsident Trump abscheulich. (Quelle: Christophe Petit Tesson/dpa)

Opfervertretung spricht von Abscheu angesichts des Rumgealbers

Die Opfer-Gruppe 13 Onze 15, eine Interessenvertretung von Verletzten der Anschläge, forderte von der Regierung eine offiziell Reaktion. "Unsere Reaktion ist vor allem Abscheu angesichts des Rumgealbers", sagte ihr Vorsitzender Philippe Duperon der "Huffington Post". Andere Opfer wie Emmanuel Domenach äußerten ihre Empörung in Twitter-Botschaften an Trump.

Der frühere französische Staatschef François Hollande und Ex-Premierminister Manuel Valls, die zum Zeitpunkt der Anschläge im Amt waren, gaben ebenfalls ihrer Verärgerung Ausdruck. Hollande nannte Trumps Äußerungen "beschämend". Sie sagten "eine Menge darüber aus, was er von Frankreich und dessen Werten hält". Valls schrieb beim Kurzbotschaftendienst Twitter: "Unanständig und inkompetent. Was soll ich noch sagen?"

Trump: Mehr Messerattacken in London als in den USA

Trump hatte sich bei seiner Rede zudem über angeblich kriegsähnliche Zustände in London ausgelassen. In London hatte es im vergangenen Jahr 23 Prozent mehr Messerattacken gegeben. Auch diese Zahlen nahm Trump zum Anlass, vor den Waffenlobbyisten der NRA die angeblichen Vorzüge von Schusswaffen zu preisen. "Ja, das stimmt, sie haben keine Waffen, sie haben Messer und stattdessen ist überall Blut in den Fluren dieses Krankenhauses", sagte er mit Blick auf eine nicht näher benannte Klinik in London. "Sie sagen, es ist so schlimm wie in einem Kriegslazarett".

Ein Unfallchirurg vom Royal London Hospital, das nach britischen Medienberichten möglicherweise gemeint war, bezeichnete Trumps Bemerkungen als "lächerlich". Schussverletzungen seien zweimal so häufig tödlich wie Stichverletzungen und komplizierter zu versorgen, sagte Karim Brohi.

Jährlich gibt es in den USA mehr als 30.000 Tote durch Schusswaffengewalt.

Verwendete Quellen:
  • afp

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