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Zweifel an Dublin: Merkel fordert neues Verteilsystem für Flüchtlinge

"Kein Land kann sich vor Aufgabe drücken"  

Merkel fordert neues Verteilsystem für Flüchtlinge

12.08.2018, 09:47 Uhr | AFP

Zweifel an Dublin: Merkel fordert neues Verteilsystem für Flüchtlinge. Kanzlerin Merkel trifft am Wochenende Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: Gemeinsam hat man sich auf auf einen Flüchtlingsdeal zwischen beiden Ländern geeinigt. Weitere Staaten sollen folgen.  (Quelle: Reuters/Marcelo del Pozo)

Kanzlerin Merkel trifft am Wochenende Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: Gemeinsam hat man sich auf auf einen Flüchtlingsdeal zwischen beiden Ländern geeinigt. Weitere Staaten sollen folgen. (Quelle: Marcelo del Pozo/Reuters)

Weil Dublin nicht funktioniert, müsse ein neues System her, um Flüchtlinge fair in Europa zu verteilen, sagt Kanzlerin Merkel. Zusammen mit Spanien soll der Anfang gemacht werden. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die bisherige europäische Asylregelung der Dublinverordnung als "nicht funktionsfähig" bezeichnet. "Nach der Theorie dürfte nie ein Migrant oder ein Flüchtling in Deutschland ankommen", sagte Merkel nach einem Treffen mit Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez am Samstag in Sanlúcar de Barrameda. "Das entspricht aber nicht der Realität." Deswegen müssten die EU-Mitgliedstaaten daran arbeiten, ein "faires Verteilsystem zu finden und gemeinsam die Rückführung zu organisieren".

Merkel sprach sich zum Auftakt ihres zweitägigen Spanienbesuchs erneut für eine multilaterale Antwort auf die Flüchtlingsfrage aus. Es handele sich um "eine Herausforderung, die wir gemeinsam zu bewältigen haben". "Kein Land kann sich vor dieser Aufgabe drücken", fügte sie hinzu.

Spanien ist Hauptankunftsland für Migranten

Spanien hat Italien inzwischen als Hauptankunftsland für Migranten in der EU abgelöst. Die neue rechtspopulistische Regierung in Rom lässt praktisch keine Bootsflüchtlinge mehr ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu versuchen.

Die Bundeskanzlerin sagte Spanien Unterstützung in den Verhandlungen mit Marokko zu. Deutschland habe seinen Beitrag in den europäischen Trustfonds für Tunesien und Marokko eingezahlt, "weil sie Unterstützung brauchen in der Grenzsicherung, weil sie auch Entwicklungszusammenarbeit brauchen", sagte Merkel. "Wenn die Differenzen zwischen den Perspektiven Afrikas und den Perspektiven Europas zu groß ist, dann werden die Ursachen von Migration und Flucht nicht zu bewältigen sein", warnte sie.

Merkel mahnte eine enge Kooperation mit afrikanischen Ländern an. Beide Seiten müssten etwas davon haben, "das Schleppern und Schleusern das Handwerk gelegt wird", sagte die Bundeskanzlerin. Es reiche nicht aus "über Afrika zu sprechen, sondern wir müssen mit Afrika sprechen".

Am Samstag trat das Flüchtlingsabkommen zwischen Deutschland und Spanien in Kraft. Bereits in Spanien registrierte Flüchtlinge können damit binnen 48 Stunden dorthin zurückgeschickt werden. Entsprechende Verträge mit Griechenland und Italien sollen folgen.

Verwendete Quellen:
  • afp

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