Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Krise an EU-Grenze: 7 Länder wollen Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen

Vor allem unbegleitete Kinder  

Sieben Länder wollen Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen

12.03.2020, 16:28 Uhr | dpa

Krise an EU-Grenze: 7 Länder wollen Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen. Eine Frau mit Kindern im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos: Die Lager sind um das Achtfache überfüllt. (Quelle: imago images/ANE Edition)

Eine Frau mit Kindern im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos: Die Lager sind um das Achtfache überfüllt. (Quelle: ANE Edition/imago images)

Die Lage in den griechischen Flüchtlingslagern wird immer schlimmer. Nun wollen mehrere EU-Staaten rund 1.600 Migranten aufnehmen – vor allem Kinder und schutzbedürftige Menschen.

Zur Entlastung der griechischen Flüchtlingslager wollen sieben EU-Staaten Griechenland insgesamt 1.600 unbegleitete minderjährige Migranten und andere Flüchtlinge abnehmen. "Das ist ein guter Start", sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Donnerstag bei einem Besuch in Athen. Neben Deutschland gehören Frankreich, Irland, Finnland, Portugal, Luxemburg und Kroatien zu der sogenannten Koalition der Willigen. Johansson soll im Auftrag von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen die Hilfe für die Kinder und Jugendlichen in den überfüllten Flüchtlingslagern auf den Ägäis-Inseln vorantreiben. Von der Leyen selbst hatte ihre Reise nach Athen wegen der sich verschärfenden Coronavirus-Lage kurzfristig abgesagt.

Kapazität um das Achtfache überschritten

Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 42.500 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios – dabei liegt die Kapazität eigentlich bei rund 6.000 Plätzen. Nach Angaben der EU-Kommission sind rund 5.500 von ihnen unbegleitete Minderjährige. Neun von zehn seien 14 Jahre alt oder älter, hieß es unter Berufung auf griechische Behörden.

Müllberge in einem Flüchtlingslager auf Lesbos: Die humanitäre Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag. (Quelle: imago images/ANE Edition)Müllberge in einem Flüchtlingslager auf Lesbos: Die humanitäre Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag. (Quelle: ANE Edition/imago images)

Welche Menschen genau zu den 1.600 Personen gehören, die auf andere Staaten verteilt werden sollen, ließ Johansson am Donnerstag offen. Sie sprach von unbegleiteten Minderjährigen, Kindern und anderen gefährdeten Gruppen. Frankreich soll dem Vernehmen nach vor allem Familien mit kleinen Kindern aufnehmen wollen.

Flüchtlingskonferenz im Mai

Weitere Hilfe für die Kinder und Jugendlichen in den griechischen Flüchtlingslagern solle im Mai bei einer Konferenz in Griechenland mobilisiert werden, sagte Johansson. Zudem kündigte die Schwedin ein Programm zur freiwilligen Rückführung von Migranten in ihre Heimat an. Einen Monat lang könnten sich bis zu 5.000 Migranten melden, die vor dem 1. Januar in die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln gekommen seien. Im Gegenzug erhielten sie 2.000 Euro.

Gerechtere Verteilung der Lasten

Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis forderte erneut die schnelle, gerechte Verteilung der Lasten in der Flüchtlingskrise. "Bisher ist die Situation unausgeglichen – die griechischen Inseln tragen das ganze Gewicht der Krise", sagte er. Auch müsse der Druck seitens der Türkei beendet werden.

Auf die Frage nach der Sicherung der Festlandgrenze im Nordosten des Landes und Vorwürfen, Griechenland verstoße mit seinem Vorgehen gegen internationales Asylrecht, sagte er: "Für uns ist klar, dass wir einen nationalen Notfall haben, und dass es für Europa und Griechenland von entscheidender Bedeutung ist, unsere gemeinsamen Grenzen zu schützen." Man tue dies unter vollständiger Einhaltung von internationalem und nationalem Recht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal