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Tod von IS-Chef al-Bagdadi: Der Hund, der ihn zur Strecke brachte – Trump lobt

Neue Details zum Tod von al-Bagdadi  

Der Hund, der den IS-Chef zur Strecke brachte

29.10.2019, 09:30 Uhr | AFP , dpa , aj

 (Quelle: Euronews German)

Al-Bagdadis Leiche im Meer versenkt: Trump veröffentlicht die Aufnahme des Hundes, der den Terror-Anführer gejagt haben soll. (Quelle: Euronews German)

Al-Bagdadis Leiche im Meer versenkt

Ein Verantwortlicher des Pentagon sagte gegenüber AFP, mit der Leiche des IS-Chefs sei gemäß dem Kriegsrecht umgegangen worden. (Quelle: Euronews German)

Al-Bagdadis Leiche im Meer versenkt: Trump veröffentlicht die Aufnahme des Hundes, der den Terror-Anführer gejagt haben soll. (Quelle: Euronews German)


Ein Armeehund, der al-Bagdadi bis zum Tod verfolgte, wird vom US-Präsidenten mit Lob überschüttet. Und es gibt neue Informationen darüber, wie der IS-Chef durch seine Unterwäsche vor dem US-Einsatz identifiziert werden konnte.

Ein Hund des amerikanischen Militärs ist auf dem besten Weg, in den USA ein Held im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus zu werden. Die US-Regierung veröffentlichte ein Foto des Hundes, der den Chef der Terrormiliz "Islamischer Staat", Abu Bakr al-Bagdadi, bei einem Militäreinsatz in Syrien bis zu dessen Tod verfolgte. Der Hund habe bei dem Einsatz gegen al-Bagdadi so einen "tollen Job" gemacht, erklärte US-Präsident Donald Trump am Montag über Twitter. Der Name des Tieres werde aber weiterhin geheimgehalten, schrieb er weiter. Auch die Rasse wolle er nicht bekannt geben.

Der Hund war nach Trumps Angaben bei dem Einsatz vom Wochenende verletzt worden, als er al-Bagdadi verfolgte und sich jener selbst in die Luft sprengte. US-Soldaten bargen den verletzten Hund. Es handele sich bei ihm um einen Belgischen Schäferhund, wie zwei Regierungsmitarbeiter dem Sender NBC News sagten. Diese Rasse wird von den Spezialkräften der US-Armee häufig eingesetzt.

Trump hatte am Sonntag verkündet, dass al-Bagdadi bei einem Einsatz von US-Spezialkräften in Nordwestsyrien von Hunden verfolgt in einen Tunnel unter seinem Gehöft geflüchtet sei und dort eine Sprengstoffweste gezündet habe. Er und drei Kinder seien infolge der Explosion ums Leben gekommen.

SDF-Miliz: IS-Chef anhand von DNA an Unterwäsche identifiziert

Nach al-Bagdadis Tod kommen zudem immer mehr Informationen zu der Operation ans Licht. Nach kurdischen Angaben war der IS-Chef zuvor anhand von DNA an seiner Unterwäsche identifiziert worden. Ein Geheimagent der kurdisch dominierten "Syrischen Demokratischen Kräfte" (SDF) habe die Unterwäsche vor dem Einsatz entwendet, erklärte Polat Can, ein ranghoher Vertreter der SDF, am Montag im Onlinedienst Twitter.

Demnach arbeiteten die SDF seit Mitte Mai mit dem US-Geheimdienst CIA zusammen, um al-Bagdadi aufzuspüren und zu überwachen. Der IS-Chef habe seinen Aufenthaltsort sehr oft gewechselt, schrieb Can. Dem SDF-Agenten sei es gelungen, mit al-Bagdadi in Kontakt zu treten und seine Unterwäsche für einen DNA-Test zu entwenden, "um sicherzugehen, dass die betreffende Person al-Bagdadi selbst war".

Dass es zu dem US-Einsatz in Syrien gekommen sei, sei größtenteils das Ergebnis der SDF-Geheimdienstarbeit, schrieb Can auf Twitter. Die Anfang Oktober eingeleitete türkische Offensive in Nordsyrien habe die Operation verzögert. 

Sterbliche Überreste auf hoher See bestattet

Die sterblichen Überreste des IS-Anführers sind derweil auf hoher See bestattet worden. Dies verlautete am Montag aus dem Pentagon. Genauere Angaben zu Ort und Verlauf der Bestattung wurden aber nicht gemacht. 

Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mark Milley, sagte bei einer Pressekonferenz, die "Beseitigung" von al-Bagdadis Überresten sei "angemessen" gemäß der militärischen Prozeduren und des Kriegsrechts gehandhabt worden und abgeschlossen. Seine Bestattung erinnert an jene von Osama bin Laden: Auch die Überreste des 2011 bei einem US-Militäreinsatz in Pakistan getöteten Chefs des Al-Qaida-Terrornetzwerks waren im Meer beigesetzt worden.

Der Körper al-Bagdadis war bei der Explosion seiner Sprengstoffweste verstümmelt worden. Seine Überreste wurden dann nach Angaben Milleys zunächst für DNA-Tests an einen sicheren Ort gebracht. Die Tests bestätigten demnach erneut, dass es sich um den IS-Anführer handelte. US-Präsident Donald Trump sagte, der IS-Chef sei "wimmernd und weinend und schreiend" davongerannt. Diese Angaben konnte Milley jedoch nicht bestätigen.



Er wisse nicht, woher der Präsident diese Information habe, sagte der Generalstabschef. Er äußerte jedoch die Vermutung, dass Trump dies im direkten Gespräch mit an dem Einsatz beteiligten Soldaten gehört habe. Der Präsident hatte den Einsatz vom "Situation Room" im Weißen Haus aus live über eine Videoschaltung verfolgt. Laut Medienberichten soll die Übertragung jedoch ohne Ton gewesen sein.

Trump erwägt, Teile des Videos zu veröffentlichen

Trump sagte am Montag, dass er vielleicht Teile des Videos veröffentlichen lassen werde. Nach Angaben Milleys lief aber noch eine Prüfung der Aufnahmen durch das Militär. Dabei ging es darum, welche Segmente möglicherweise veröffentlicht werden können, ohne sensible Informationen über den Einsatz preiszugeben.

Bei dem Angriff der US-Elitesoldaten auf al-Bagdadis Versteck nahe der Ortschaft Barischa wurden laut Milley zwei Männer festgenommen. Zu ihrer Identität machte der Generalstabschef aber keine Angaben. Sie befänden sich unter US-Aufsicht in einer abgesicherten Anlage.

Trump hatte bereits am Sonntag mitgeteilt, dass es bei dem Einsatz zu Festnahmen gekommen sei. Angaben zur Zahl der Festnahmen hatte Trump jedoch nicht gemacht. Dem US-Präsidenten zufolge wurde zudem eine "große Zahl" von IS-Kämpfern bei dem Angriff getötet. Nähere Angaben dazu machte das Pentagon am Montag jedoch nicht.


Auch drei kleine Kinder des IS-Chefs starben während des Einsatzes – als Folge der Explosion von al-Bagdadis Sprengstoffweste. Laut Trump hatte der IS-Chef die Kinder mit sich in den Tunnel "gezerrt". Elf andere Kinder wurden hingegen nach Angaben des US-Präsidenten unversehrt aus dem Anwesen geholt. Ob darunter ebenfalls Kinder al-Bagdadis waren, blieb am Montag weiter unklar.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa

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