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Was ├╝ber die Opfer des Angreifers von Hanau bekannt ist

Von dpa, afp, dru

Aktualisiert am 21.02.2020Lesedauer: 3 Min.
Shisha-Bar und Kiosk in Hanau: Der T├Ąter griff offenbar gezielt Menschen mit Migrationshintergrund an.
Shisha-Bar und Kiosk in Hanau: Der T├Ąter griff offenbar gezielt Menschen mit Migrationshintergrund an. (Quelle: Boris Roessler/dpa-bilder)
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Der Sch├╝tze von Hanau handelte laut den Ermittlern aus rassistischen Motiven. Die meisten Opfer haben offenbar einen Migrationshintergrund. Das ist bisher ├╝ber sie bekannt.

Der 43 Jahre alte Todessch├╝tze von Hanau hatte es offenbar gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund abgesehen. In einem Video ├Ąu├čerte er rassistische Ansichten. Neun Todesopfer und die meisten Verletzten haben ausl├Ąndische Wurzeln. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts und geht von einer "zutiefst rassistischen Gesinnung" des T├Ąters aus.


Anschlag in Hanau: Eine Stadt unter Schock

Ein Projektil liegt in unmittelbarer N├Ąhe des Tatorts am Heumarkt.
Hessens Innenminister Peter Beuth (li.) besucht den Tatort am Heumarkt.
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Der T├Ąter hatte am sp├Ąten Mittwochabend zun├Ąchst in einer Shisha-Bar in der Hanauer Innenstadt das Feuer er├Âffnet. Kurze Zeit sp├Ąter fielen Sch├╝sse in einem Kiosk und einer Bar im Stadtteil Kesselstadt.

Der Besitzer des Kiosks berichtete der t├╝rkischen Tageszeitung "H├╝rriyet", der Angreifer habe zun├Ąchst auf drei t├╝rkische G├Ąste geschossen und anschlie├čend auf einen t├╝rkischen Kellner. Danach sei der Mann durch eine Seitent├╝r in die benachbarte "Arena Bar" gegangen, wo er einen T├╝rken, einen Bosnier und eine Polin niederschoss.

An dem zweiten Tatort t├Âtete der Angreifer nach Polizeiangaben f├╝nf Menschen. Ein 24-J├Ąhriger, der nach eigenen Angaben der Sohn des Kioskbesitzers ist, erz├Ąhlte, bei drei der Opfer handle es sich um zwei Mitarbeiter und eine Person, die er schon von klein auf kenne.

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"Unsere Freunde wurden abgeschlachtet"

Eine Anwohnerin berichtete t-online.de, sie habe in der Nacht einen Anruf von ihrer Tochter bekommen, dass es in der Nachbarschaft eine Schie├čerei gebe. Ihr Enkelsohn sei dann auf die Stra├če hinuntergelaufen und habe gesehen, "dass unsere Freunde abgeschlachtet wurden".

Sie sei jeden Tag in den Kiosk gegangen, die Mitarbeiter seien wie eine Familie f├╝r sie gewesen, schilderte die Anwohnerin weiter. Gestern habe sie noch mit einem von ihnen gesprochen und gelacht. "Und nun soll er tot sein. Es ist unbegreiflich, dass so etwas passiert."

Offenbar mehrere Opfer kurdischer Herkunft

Unter den Opfern der Bluttat von Hanau sind laut dem gr├Â├čten kurdischen Dachverband in Deutschland mehrere Menschen kurdischer Herkunft. Die Konf├Âderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland kritisierte, die "politischen Verantwortlichen" stellten sich "rechten Netzwerken und Rechtsterrorismus in diesem Land nicht entschieden entgegen". Die Taten des rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der Anschlag auf die Synagoge von Halle, der Mord an dem Kasseler Regierungspr├Ąsidenten Walter L├╝bcke und nun die Bluttat von Hanau seien "das Ergebnis einer staatlichen Politik, welche sich auf dem rechten Auge blind stellt". Zudem bereiteten "die politische Rhetorik der AfD und ihre Verharmlosung durch die Medien und Politiklandschaft" den "N├Ąhrboden f├╝r den rechten Terror" in Deutschland.

Sch├╝sse in Hanau: Die Orte der Anschl├Ąge in Hessen.
Sch├╝sse in Hanau: Die Orte der Anschl├Ąge in Hessen.

Auch der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, forderte einen entschlosseneren Kampf des Staates gegen den Rechtsextremismus. "Wir weisen seit Jahren auf die Gefahren hin", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Er habe "keine Zweifel, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland f├╝r die Bek├Ąmpfung des Rechtsextremismus ist". Aber dies m├╝sse sich im Handeln des Staates jetzt auch zeigen. "Ich erwarte von unserem Staat, dass er den Kampf gegen den Rechtsextremismus genauso f├╝hrt wie gegen den Terror der Roten Armee Fraktion in den siebziger Jahren."

Erdogan-Sprecher spricht von "unseren B├╝rgern"

Der Sprecher des t├╝rkischen Pr├Ąsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, sprach von einem "rassistischen Angriff" und "unseren B├╝rgern", die bei der Tat ums Leben gekommen seien. Auf Twitter forderte er die deutschen Beh├Ârden zu maximalen Anstrengungen auf, um den Vorfall aufzukl├Ąren.

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Kanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin, die Bundesregierung und alle staatlichen Institutionen st├╝nden f├╝r die "Rechte und W├╝rde eines jeden Menschen in unserem Land. Wir unterscheiden B├╝rger nicht nach Herkunft oder Religion. Wir stellen uns denen, die versuchen, in Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen."

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Der Innenausschuss im Bundestag setzte f├╝r kommenden Donnerstag eine Sondersitzung zur Gewalttat von Hanau an. Die ermittelnden Beh├Ârden erhielten damit gen├╝gend Zeit, "um einen soliden Ermittlungsstand aufzubauen", erkl├Ąrte die Ausschussvorsitzende Andrea Lindholz (CSU). Priorit├Ąt habe nun zun├Ąchst die Ermittlungsarbeit.

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