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Anteil der Corona-Varianten verdoppelt sich – RKI rät zur Vorsicht

Von dpa, aj

Aktualisiert am 17.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Coronavirus - Oldenburg
Coronavirus-Test in Oldenburg: Die neuen Omikron-Sublinien breiten sich rasch aus. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa-bilder)
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Der Sommer ist da, doch die Corona-Infektionszahlen steigen. Das RKI meldet erneut eine Verdoppelung des prozentualen Anteils neuer Varianten. Mediziner und Kommunen äußern sich besorgt.

Menschen in Deutschland sollten laut Robert Koch-Institut (RKI) wieder verstärkt die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen einhalten. Hintergrund seien abermals steigende Inzidenzen und eine prognostizierte Zunahme durch die stärkere Verbreitung von Omikron-Sublinien, heißt es im Covid-19-Wochenbericht des RKI von Donnerstagabend.

Die seit einigen Wochen anteilig zunehmenden Omikron-Sublinien sind nach RKI-Einschätzung derzeit bereits dominierend in Deutschland. "Das starke Wachstum von BA.4 und insbesondere BA.5, aber auch BA.2.12.1, lässt darauf schließen, dass diese Varianten aktuell bereits die Mehrzahl der Nachweise ausmachen", heißt es im Bericht. Das RKI stützt sich dabei auf Auswertungen zu Virusvarianten.

Diese Daten im Bericht beziehen sich stets auf vorvergangene Woche: BA.5 machte damals demnach in einer Stichprobe rund 24 Prozent der positiven Proben aus. Das entspricht erneut in etwa einer Verdopplung im Vergleich zum Vorwochenwert. BA.4 und BA.2.12.1 lagen beide bei rund vier Prozent.

Krankenhäuser und Intensivstationen im Blick behalten

In dem Bericht werden auch veränderte Entwicklungen in Krankenhäusern genannt. So sei die Belastung der Kapazitäten in der Gesundheitsversorgung, insbesondere im stationären und intensivmedizinischen Bereich, vergangene Woche kaum noch zurückgegangen, halten die Autoren fest. "Auf Basis der erhöhten Inzidenzen wird aktuell ein Anstieg der Belegung prognostiziert." Die Zahl der Covid-19-Fälle auf Intensivstationen sei "im Vergleich zu den Vorwochen wieder gestiegen". Laut Divi-Intensivregister waren es am Donnerstag 681. Diesen Monat war die Zahl zeitweise schon auf rund 610 gesunken.

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Nach Angaben von Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), sind die Zahlen zwar so niedrig wie seit Ende August 2021 nicht mehr. "Die Zahl ist aber auch nicht so niedrig wie in den vergangenen beiden Sommern", sagte Marx.

Bis man mehr Klarheit über die Krankheitsschwere der Omikron-Sublinie BA.5 habe, brauche es noch einige Wochen Geduld. "Man muss abwarten, wie es sich entwickelt mit BA.5", so Marx. Derzeit sei die "größte Sorge", dass im Zuge der Sommerwelle mit der ansteckenderen Variante erneut viel Personal durch Infektionen ausfallen könnte.

"Wir brauchen schnelle Entscheidungen"

Der Deutsche Städtetag hat sich indes besorgt über die steigenden Corona-Infektionszahlen geäußert und rasche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gefordert. "Wir brauchen schnelle Entscheidungen und ein neues Bundesinfektionsschutzgesetz noch vor der Sommerpause", sagte Verbandspräsident Markus Lewe den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es zeige sich, dass die zur Verfügung stehenden Instrumente nicht ausreichten. Die Städte müssten handeln können, wenn Corona sich weiter sprunghaft ausbreite. "Die Corona-Pandemie darf uns nicht immer wieder überraschen."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht bereits von einer Sommerwelle. Am Freitag will sich der SPD-Politiker mit dem Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, in Berlin zur Lage äußern. Die jetzigen Regelungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus. Kostenlose Bürgertests sind vorerst bis einschließlich 29. Juni geregelt. Bis zum 30. Juni wird das Gutachten eines Sachverständigenausschusses erwartet, das die bisherigen Schutzmaßnahmen bewertet. Der Bundestag geht nach Sitzungskalender am 8. Juli in die Sommerpause und kommt dann erst in der Woche ab 5. September wieder zusammen.

Lewe, der Oberbürgermeister der Stadt Münster ist, forderte von Bund und Ländern, dass kostenlose Bürgertests verlängert werden und die kommunalen Impfzentren einsatzbereit bleiben. Zudem plädiere er, wenn nötig, für Maskenpflicht in Innenräumen, etwa im Einzelhandel. "Dasselbe gilt für 3G- oder 2G-Regeln, also den Zugang für Geimpfte, Genesene und möglicherweise auch Getestete. Hier muss das Gesetz angepasst werden."

Streeck: Steigende Zahlen sind kein Grund zur Panik

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert rasch Klarheit für das Testen. "Die Bundesregierung lässt die Länder nach wie vor im Unklaren, wie es weitergehen soll", kritisierte der CSU-Politiker in der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). "Klar ist doch: Je mehr Menschen die Möglichkeit haben, sich niedrigschwellig und kostenlos testen zu lassen – und dieses Angebot auch nutzen –, umso schneller und effizienter lassen sich Infektionen entdecken und Infektionsketten unterbrechen."

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Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sieht in den steigenden Infektionszahlen allerdings keinen Grund zur Panik. "Ich denke nicht, dass wir noch mal an einen Punkt kommen werden, wo wir wieder über einen Lockdown reden", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Streeck verwies auf die "sehr gute Immunität in der Bevölkerung". Der Virologe hält aber die Datenlage über die Pandemie für unzureichend, etwa darüber, ob Menschen mit oder wegen Corona im Krankenhaus seien.

Stiko will vorerst keine neue Stellungnahme geben

Bei der Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz spricht das RKI für vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche von einer deutlichen Zunahme um rund ein Drittel. Betroffen seien alle Altersgruppen. Außerdem seien wieder mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen sowie in medizinischen Behandlungseinrichtungen erfasst worden. "Mit dem weiteren Anstieg der Infektionszahlen ist auch mit einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen zu rechnen." Eine RKI-Landkarte zur Entwicklung des Infektionsgeschehens weist vor allem im Nordwesten Deutschlands viele Landkreise mit erhöhten Fallzahlen aus.

Insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren rät das RKI, sich gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine zweite Auffrischungsimpfung geben zu lassen. Bisher hat in der Gruppe der Menschen ab 60 knapp jeder Fünfte einen zweiten Booster erhalten (19 Prozent). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung haben 6,4 Prozent eine zweite Auffrischung, die erste haben knapp 60 Prozent.

Die Ständige Impfkommission Stiko empfiehlt den zweiten Booster bislang nur für Teile der Bevölkerung, unter anderem für Menschen ab 70 Jahren, Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen sowie Menschen mit Immunschwäche. Daran hält die Kommission auch fest. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte der "Rheinischen Post" (Freitag), eine neue Stellungnahme sei "erst nach dem Sommer sinnvoll".

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