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Der Bundeshaushalt für 2018 steht – Kritik an Baukindergeld

Bundeshaushalt 2018 steht  

"Jetzt sind alle Dämme offen"

28.06.2018, 18:45 Uhr | dpa

Der Bundeshaushalt für 2018 steht – Kritik an Baukindergeld. Ein Arbeiter auf einer Baustelle eines Wohnhauses: Der Haushalt 2018 hat den Ausschuss passiert.  (Quelle: dpa/Sina Schuldt)

Ein Arbeiter auf einer Baustelle eines Wohnhauses: Der Haushalt 2018 hat den Ausschuss passiert. (Quelle: Sina Schuldt/dpa)

Trotz Regierungskrise gibt es nun immerhin einen Haushalt für das laufende Jahr. Die "schwarze Null" steht. Doch es gibt Kritik an den immensen Kosten für das Baukindergeld.

Der erste Bundeshaushalt der neuen Bundesregierung steht: Er sieht keine neuen Schulden und Ausgaben von insgesamt 343,6 Milliarden Euro vor – 2,6 Milliarden Euro mehr als bisher geplant. Das ergab die "Bereinigungssitzung" des Haushaltsausschusses des Bundestags. In einer fast 14-stündigen Sitzung wurden dort die letzten Details des Haushalts geregelt. Die Sitzung dauerte von 13 Uhr am Mittwoch bis 2.45 Uhr in der Nacht. Und obwohl die "schwarze Null" steht, gibt es Kritik – unter anderem am teuren Kompromiss zum Baukindergeld.

Wegen steigender Steuereinnahmen hatte sich der Spielraum gegenüber dem Entwurf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) noch einmal etwas erweitert. Zuletzt mussten auch noch teure Änderungen etwa beim Baukindergeld für Familien eingearbeitet werden. Es dürfte bis 2021 mindestens 2,7 Milliarden Euro kosten, viel mehr als von Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart.

Regierungssuche hat Beschluss verzögert

Wegen der langen Regierungssuche gab es auch erst jetzt den Beschluss für den Haushalt 2018. Nach und nach mussten die Bundesminister mit den Haushältern ihre Etats durchgehen und Änderungswünsche erläutern.

"Unter Beibehaltung der schwarzen Null haben wir wichtige Änderungen vorgenommen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg. "Beim Baukindergeld halten wir Wort: Der Beschluss des Koalitionsausschusses ist wie vereinbart ohne Wohnflächenbegrenzung in den Haushalt eingearbeitet." Zudem würden die Investitionen gegenüber dem Entwurf um 2,8 Milliarden auf 39,8 Milliarden Euro erhöht, vor allem durch Ausgaben für einen Sondertopf "Digitale Infrastruktur", mit dem Tausende Schulen schnelleres Internet bekommen sollen.

FDP kritisiert "Gießkannenprinzip"

Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke monierte eine Umverteilung nach dem Gießkannenprinzip. "Das ist ein Haushalt der Unklarheit und der vertanen Chancen."

Das Haushaltsrecht, die Kontrolle der Etatpläne, gilt als Königsrecht des Parlaments. Das Plenum des Bundestags soll die Pläne kommende Woche absegnen. Bereits am 6. Juli will das Kabinett dann im Schatten der tiefen Regierungskrise durch den Asylstreit den nächsten Haushaltsentwurf für 2019 beschließen.

Seit 2014 plant die Bundesregierung wegen der guten Konjunktur und Rekordsteuereinnahmen damit den fünften Haushalt in Folge ohne neue Kredite. Bei den Einnahmen wird nun unter anderem mit 321,3 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gerechnet (plus 2,3 Milliarden).

Mehr Stellen für Sicherheitsbehörden und Bamf

Ein Bundespolizist an einem S-Bahnhof in Berlin: Für die Bundespolizei sieht der Haushalt mehr als 3000 zusätzliche Stellen vor. (Quelle: dpa/Paul Zinken)Ein Bundespolizist an einem S-Bahnhof in Berlin: Für die Bundespolizei sieht der Haushalt mehr als 3000 zusätzliche Stellen vor. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Wegen der gestiegenen Anforderungen soll die Bundespolizei 3075 und das Bundeskriminalamt 525 zusätzliche Stellen bekommen. Zur Bewältigung der Hunderttausenden Asylverfahren bekommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 1650 neue Stellen, knapp 4500 Stellen sollen entfristet werden. Der Zoll soll rund 1400 und bis 2021 insgesamt 6100 neue Stellen bekommen, um Schmuggel und Kriminalität zu bekämpfen und um besser kontrollieren zu können, ob die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns eingehalten wird.

Besonders teuer schlagen die bei einem Koalitionsspitzentreffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Finanzminister Scholz und Innen- und Bauminister Horst Seehofer (CSU) verabredeten Ausgaben in der Wohnungspolitik zu Buche. Wegen der vereinbarten Aufhebung von Auflagen bei der Quadratmeterzahl geplanter Hausneubauten und Wohnungskäufe wird das Baukindergeld viel teurer als geplant.

Statt der zunächst veranschlagten knapp 2 Milliarden Euro (inklusive Ausgaben für Abschreibungen bei Renovierungen und für energetische Gebäudesanierungen) wird allein das Baukindergeld bis 2021 mindestens 2,7 Milliarden Euro kosten. Das ist noch die untere Grenze.

Wenige Beschränkungen für Baukindergeld

"Jetzt sind alle Dämme offen", hieß es von Haushältern, da es keine Beschränkungen mehr gebe, außer dass das Einkommen eines Familienhaushalts nicht 75.000 Euro plus 15.000 Freibetrag je Kind übersteigen darf. Scholz wollte den Bezug daran koppeln, dass die Wohnfläche der Immobilie nicht 120 Quadratmeter übersteigt.

Die Zuschüsse sollen rückwirkend für alle ab Januar erfolgten Kauf- und Bauverträge beantragt werden können. Das Programm soll bis Ende 2020 laufen – dann können letztmals Anträge gestellt werden. Es gibt insgesamt 12.000 Euro pro Kind, gezahlt über zehn Jahre.

Dadurch könnten es bis zum endgültigen Auslaufen der letzten Förderzahlungen Ende 2030 sogar zehn Milliarden Euro an Kosten werden. Die SPD sieht das Projekt kritisch, da auch Bürger mit niedrigen Einkommen die steuerfinanzierte Subvention mitfinanzieren, auch wenn sie sich selbst nicht einmal mit Baukindergeld Wohneigentum leisten können. Im Gegenzug wurden 500 Millionen Euro zusätzlich für den sozialen Wohnungsbau zugebilligt.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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