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Newsblog zum Ukraine-Krieg: UK: Kapazität der Krim-Brücke massiv verringert


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Russland: Zugverkehr auf Krim-Brücke wieder nach Plan

Von dpa, afp, t-online, reuters, ap
Aktualisiert am 20.10.2022Lesedauer: 40 Min.
Teile der Fahrbahn der Krim-Brücke sind zerstört: Dieses Bild teilen sowohl russische als auch ukrainische Medien.
Teile der Fahrbahn der Krim-Brücke sind zerstört: Dieses Bild teilen sowohl russische als auch ukrainische Medien. (Quelle: Twitter)
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Tag 228 seit Kriegsbeginn: Ein neuer Kommandeur befehligt die russischen Truppen in der Ukraine. Wolodymyr Selenskyj berichtet von schweren Kämpfen in Donezk. Alle Infos im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick


Dieser Newsblog wird nicht weiter aktualisiert. Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

Russland: Zugverkehr auf Krim-Brücke wieder nach Plan

11.59 Uhr: Nach der schweren Explosion auf der Brücke zwischen Russland und der von ihm annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim läuft der Zugverkehr nach russischen Angaben wieder nach Plan. Das gilt zunächst für den Güter- und Fernverkehr, am Abend solle auch der Regionalverkehr wieder beginnen, teilte das Verkehrsministerium in Moskau mit. Das Ministerium veröffentlichte auch ein Foto der verbrannten Güterzug-Waggons, die am Samstag in Flammen aufgegangen waren. Die Aufräumarbeiten dauerten demnach an. Im Autoverkehr hingegen kam es zu stundenlangen Wartezeiten an der Brücke, wie Medien berichteten.

London: Kapazität der Straßenbrücke zur Krim deutlich verringert

11.14 Uhr: Die Explosion auf der Brücke zwischen Russland und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim dürfte nach Ansicht britischer Experten die Kapazität der Straßenverbindung erheblich verringert haben. Zwei der vier Fahrspuren seien auf einer Länge von 250 Metern eingestürzt. Die anderen beiden Spuren würden aber wahrscheinlich wieder genutzt, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des britischen Verteidigungsministeriums am Sonntag.

Wie schwer die daneben verlaufende Schienenverbindung beschädigt ist, sei unklar, "aber jegliche schwerere Störung ihrer Kapazität wird höchstwahrscheinlich einen erheblichen Einfluss auf die bereits angespannten Fähigkeiten Russlands haben, seine Kräfte in der Südukraine zu versorgen", so die Mitteilung.

Kremlchef Wladimir Putin dürfte der Vorfall nach Ansicht der britischen Experten persönlich getroffen haben. "Es kam Stunden nach seinem 70. Geburtstag, er hatte die Brücke persönlich gesponsert und eröffnet und der beauftragte Bauunternehmer war sein Kindheitsfreund Arkady Rotenberg", hieß es in der Mitteilung weiter.

Teile der Fahrbahn der Krim-Brücke sind zerstört: Dieses Bild teilen sowohl russische als auch ukrainische Medien.
Teile der Fahrbahn der Krim-Brücke sind zerstört: Dieses Bild teilen sowohl russische als auch ukrainische Medien. (Quelle: Twitter)

Experte: Mobilisierung beschleunigt Überalterung in Russland

10.15 Uhr: Die Mobilisierung von Hunderttausenden Soldaten in Russland werde das Problem der Überalterung in der russischen Gesellschaft verschärfen. Das sagte der russisch-amerikanische Ökonom Oleg Itskhoki dem "Spiegel". Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie eingezogen und im Falle eines Einsatzes getötet oder schwer verwundet werden, sei vielen nicht klar, meint Itskhoki.

Zunächst sei die Corona-Pandemie für Russland demografisch verheerend gewesen, nun überstiegen die Folgen des Krieges dies noch um ein Vielfaches, sagte er weiter. "Der Krieg (...) dürfte bis zu 500.000 Getötete und Versehrte in den jungen Altersgruppen hervorbringen."

Hinzu komme, dass seit Beginn des Krieges bis zu 450.000 vorwiegend jüngere Russen das Land verlassen hätten und seit Beginn der Mobilisierung noch einmal mindestens 300.000. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am 21. September eine Teilmobilmachung verkündet. Demnach sollen 300.000 Menschen aus Russland in den Kriegsdienst eingezogen werden.

Das Wichtigste aus der Nacht

5 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält sich bedeckt, was die Ursachen der Explosion auf der Krim-Brücke angeht. Gleichzeitig berichtet er über schwere Kämpfe in der Region Donezk. In Saporischschja ist erneut eine Rakete eingeschlagen. In Cherson soll die russische Verwaltung eine Evakuierung vorbereiten. Lesen Sie hier, was in der Nacht geschah.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Archivbild): Er sieht russische Angriffe auf Kraftwerke als "Schwäche".
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Archivbild) meldet schwere Kämpfe in Donezk. (Quelle: Zuma Wire/Imago/imago images)
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Taucher sollen Krim-Brücke untersuchen

4.55 Uhr: Russische Taucher untersuchen heute die Schäden, die durch die starke Explosion auf der Straßen- und Eisenbahnbrücke zur Krim entstanden sind. Russische Nachrichtenagenturen zitieren den stellvertretenden Ministerpräsidenten Marat Khusnullin mit den Worten, die Taucher werden um 6 Uhr morgens (Ortszeit; 5 Uhr MESZ) mit der Arbeit beginnen. Eine detailliertere Untersuchung oberhalb der Wasserlinie soll bis zum Ende des Tages abgeschlossen sein.

Bericht: EU will 15.000 Ukrainer ausbilden

4.25 Uhr: Die Europäische Union will einem Medienbericht zufolge im kommenden Winter bis zu 15.000 Ukrainer in EU-Staaten ausbilden. Die beiden Einsatz-Hauptquartiere sollen in Deutschland und Polen sein, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf hochrangige EU-Diplomaten und entsprechende Beschlüsse berichtet. Demnach soll das Mandat für die Ausbildungsmission zunächst für zwei Jahre gelten.

Die zuständigen EU-Botschafter verabschiedeten dem Bericht zufolge im Rahmen des "Politischen und Sicherheitspoltischen Komitees" (PSK) einen Beschluss, wonach die entsprechenden Module und Strukturen schnell errichtet werden sollen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Diplomatenkreise schreibt, soll in Polen ein multinationales Trainingskommando auf operativer Ebene errichtet werden.

Behörden: Wieder Rakete in Saporischschja eingeschlagen

1.45 Uhr: Eine russische Rakete trifft nach Angaben eines Beamten in Saporischschja am späten Samstag ein Gebäude. Unabhängig davon erklären Offizielle, dass die Zahl der Todesopfer des russischen Raketenangriffs auf die Stadt am Donnerstag auf 18 gestiegen ist.

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Deutsche Botschafterin bei der OSZE belehrt Russland

1.20 Uhr: Auf Twitter hat die deutsche Botschafterin bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Gesa Bräutigam, ihre russischen Kollegen belehrt. Die hatten zuvor von einem Terrorakt bei der Explosion der Krim-Brücke gesprochen und darauf hingewiesen, dass sie 2018 errichtet wurde, "um die inhumane Blockade der Krim durch Kiew zu beseitigen". Russland hatte die Krim 2014 widerrechtlich besetzt. Bräutigam schrieb unter Bezugnahme auf den russischen Tweet: "Sie müssen da etwas missverstanden haben. Nur die Ukraine – wie jeder souveräne Staat – hat das Recht, Infrastruktur auf seinem Gebiet zu errichten. Sie sollten einfach nicht eine Brücke auf anderem Staatsgebiet bauen, ohne darum gefragt zu werden."

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Ukraine: Heftige Kämpfe bei Bachmut

1 Uhr: Die ukrainischen Truppen sind in der Nähe der strategisch wichtigen Stadt Bachmut im Osten des Landes in harte Kämpfe verwickelt. "Wir halten unsere Stellungen im Donbass, insbesondere in Richtung Bachmut, wo es jetzt sehr, sehr schwierig ist", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner nächtlichen Videoansprache. Die russischen Streitkräfte haben bereits mehrfach versucht, die Stadt einzunehmen.

Ein Panzer feuert aus einer Deckung: Bei Bachmut sind laut Präsident Selenskyj die Kämpfe heftiger geworden.
Ein Panzer feuert aus einer Deckung: Bei Bachmut sind laut Präsident Selenskyj die Kämpfe heftiger geworden. (Quelle: Inna Varenytsia/AP/dpa)

Samstag, 8. Oktober

Selenskyj hält sich zu Explosion auf Krim-Brücke bedeckt

23.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Beteiligung seiner Untergebenen an der Explosion auf der Krim-Brücke offen gelassen. In der Ukraine sei es großteils sonnig und warm gewesen, "auf der Krim leider bewölkt, obwohl auch dort warm", sagte er in seiner täglichen Videoansprache in Anspielung auf die morgendliche Detonation an der Brücke. Näher ging er auf den Vorfall nicht ein.

Ukrainische Wirtschaft seit Jahresbeginn um 30 Prozent geschrumpft

22.24 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in der Ukraine ist offiziellen Angaben zufolge in den ersten neun Monaten 2022 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent geschrumpft. Hauptgrund für den Rückgang sei der russische Einmarsch, teilt das ukrainische Wirtschaftsministerium mit. Außerdem habe schlechtes Wetter im September die Ernte verlangsamt. Negativ hätten sich auch Stromunterbrechungen wegen des Beschusses des Atomkraftwerks in Saporischschja ausgewirkt.

Die ukrainische Zentralbank geht nach früheren Angaben davon aus, dass die Wirtschaftsleistung nach einem Einbruch um ein Drittel 2022 im nächsten Jahr zwischen fünf und sechs Prozent zulegen wird.

Getreidezug aus der Ukraine in Spanien eingetroffen

18.45 Uhr: Ein mit Getreide aus der Ukraine beladener Zug ist im Rahmen eines Pilotprojekts in Spanien eingetroffen. Mit dem Projekt seien die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten des Transports von Getreide aus der Ukraine auf Schienen als Ergänzung zum Seeweg geprüft worden, erklärte das spanische Verkehrsministerium am Samstag.

Ein Güterzug des staatlichen spanischen Eisenbahnunternehmens Renfe hatte am 9. August Madrid in Richtung der polnischen Stadt Chelm nahe der ukrainischen Grenze verlassen. Der Zug mit 25 Containern von jeweils zwölf Metern Länge wurde mit 600 Tonnen ukrainischem Getreide beladen, bevor er die 2400 Kilometer lange Rückfahrt antrat. Nach Zwischenstopps in Łódź in Zentralpolen und Duisburg kam er am Donnerstagabend in Barcelona an, wie das spanische Verkehrsministerium mitteilte.

Das Pilotprojekt habe gezeigt, dass der Schienentransport über lange Strecken unter den derzeitigen Bedingungen und vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine "große Anstrengungen bei der Koordinierung verschiedener am Prozess beteiligter Akteure erfordere", hieß es weiter. Am 22. Juli hatten Russland und die Ukraine unter der Vermittlung der UN und der Türkei ein Abkommen für die Freigabe von Millionen Tonnen Getreide aus zuvor durch Russland blockierten ukrainischen Häfen unterzeichnet. Seitdem haben Dutzende Schiffe mit Getreide an Bord ukrainische Schwarzmeerhäfen verlassen.

Russische Besatzer in Cherson bereiten großflächige Evakuierung vor

18.25 Uhr: Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven bereiten die russischen Besatzer in dem von Moskau annektierten südukrainischen Gebiet Cherson die Evakuierung von Zehntausenden Zivilisten vor. Unter anderem seien die russischen Regionen Krasnodar und Stawropol zur Aufnahme von Kindern und Erwachsenen bereit, schrieb der Besatzungschef von Cherson, Wladimir Saldo, am Samstag in seinem Telegram-Kanal.

Ein anderer Besatzungsvertreter, Kirill Stremoussow, räumte im russischen Staatsfernsehen ein, seine Verwaltung stelle sich auf "eine schwierige Zeit" ein. Zugleich sprach er mit Blick auf die geplanten Evakuierungen von "Erholungs-Einladungen" russischer Regionen an Kinder, Eltern und Ältere.

Ukraine: Russland lässt Militärs in Moskau verhaften

18.16 Uhr: Der Militärnachrichtendienst der Ukraine berichtet, in Moskau werde militärisches Personal verhaftet, der Verkehr im Stadtzentrum der russischen Hauptstadt sei blockiert. Den Angaben zufolge seien Spezialeinheiten des Militärs gemeinsam mit der Polizei im Einsatz. Am Stadtrand von Moskau seien alle Militäreinheiten in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.

Polizei und Militär in Moskau (Archivbild): In der russischen Hauptstadt sollen russische Militärangehörige verhaftet worden sein.
Polizei und Militär in Moskau (Archivbild): In der russischen Hauptstadt sollen russische Militärangehörige verhaftet worden sein. (Quelle: Vladimir Gerdo/ ITAR-TASS)

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium bereits den Kommandeur der Truppen in der Ukraine ausgetauscht. Anfang der Woche hatte es Bericht gegeben, dass die Kommandeure von zwei der fünf militärischen Regionen Russlands ihrer Ämter enthoben wurden.

Lambrecht für mehr Nato-Schutz vor Putins "Großmachtswahn"

18.08 Uhr: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hat bei einem Besuch in Litauen die westlichen Bündnispartner dazu aufgerufen, sich mehr für den Schutz vor Russland einzusetzen. "Fest steht, dass wir in der Nato noch mehr für unsere gemeinsame Sicherheit tun müssen. Denn wir wissen nicht, wie weit Putin seinen Großmachtswahn treiben wird", sagte die SPD-Politikerin am Samstag auf dem Militärstützpunkt Rukla. Dort stellte sie im Beisein ihres litauischen Amtskollegen Arvydas Anusauskas die deutschen Brigade zum verstärkten Schutz an der Nato-Ostflanke in Dienst.

"Der brutale russische Angriffskrieg gegen der Ukraine nimmt immer neue Dimensionen der Brutalität und Skrupellosigkeit an", sagte Lambrecht. Mit "Rechts- und demokratiewidrigen Scheinreferenden" versuche Kremlchef Wladimir Putin Tatsachen zu schaffen.

Ukraine plant Briefmarke mit explodierender Krim-Brücke

15.59 Uhr: Die ukrainische Post will eine neue Briefmarke herausgeben, die die brennende Brücke zwischen der von Russland annektierten Halbinsel Krim und dem russischen Festland zeigt. Das Ausgabedatum stehe noch nicht fest, schrieb der Geschäftsführer von Ukrposhta, Igor Smelyansky, in seinem Telegram-Kanal, veröffentlichte aber bereits zwei Motive. Mehr dazu lesen Sie hier.

Russland tauscht Kommandeur der Truppen in der Ukraine aus

15.17 Uhr: Russland ernennt General Sergej Surowikin zum neuen Generalkommandeur der in der Ukraine stationierten russischen Truppen. Das teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Ernennung erfolgt, nachdem es Anfang der Woche Berichte gab, dass die Kommandeure von zwei der fünf militärischen Regionen Russlands ihrer Ämter enthoben wurden. Mehr zur Person Surowikin lesen Sie hier.

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Sergej Surowikin (Archivbild): Er leitet künftig die russischen Truppen in der Ukraine.
Sergej Surowikin (Archivbild): Er soll künftig die russischen Truppen in der Ukraine leiten. (Quelle: Mikhail Metze/ITAR-TASS/imago images)

IAEA-Chef Grossi reist nach Russland

14.51 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) kritisiert den Beschuss des AKW Saporischschja in der Nacht als unverantwortlich. Nachdem das AKW dadurch von der externen Stromversorgung abgeschnitten wurde, sei es nun auf seine Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilt die IAEA mit. Der Chef der Behörde, Rafael Grossi, werde bald in die Ukraine und nach Russland reisen, um sich für eine Sicherheitszone rund um die von Russland kontrollierte Atomanlage einzusetzen.

London: Kritik an Militärführung in Russland wächst

11.03 Uhr: Die russische Militärführung sieht sich nach Ansicht britischer Experten mit wachsender Kritik im eigenen Land konfrontiert. Zwar sei die politische Führung davon bislang ausgenommen, doch stelle das einen Trend öffentlich geäußerten Widerspruchs gegen das russische Establishment dar, "der wohl nur schwer umgekehrt werden kann", hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums.

An der Spitze eines Pro-Krieg-Blocks werden demnach der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow und der Chef der Wagner-Söldnertruppe Jewgeni Prigoschin wahrgenommen, die sich für eine größere Bereitschaft zur Eskalation des Konflikts einsetzten. Kritik komme aber auch von TV-Moderatoren, Popstars und einer "zunehmend lautstarken Gemeinde von ultra-nationalistischen Militär-Bloggern", so die Mitteilung weiter.

Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu und der Chef des Generalstabes der russischen Streitkräfte, Waleri Gerassimow: Gegen sie richtet sich Kritik.
Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu und der Chef des Generalstabes der russischen Streitkräfte, Waleri Gerassimow: Gegen sie richtet sich Kritik. (Quelle: Sputnik/Aleksey Nikolskyi/Kremlin/Reuters)

AKW Saporischschja von Stromversorgung abgeschnitten

9.39 Uhr: Das russisch-besetzte Atomkraftwerk Saporischschja hat nach Angaben der staatlichen ukrainischen Kernkraftfirma Energoatom keine Verbindung mehr zur externen Stromversorgung. Zur Begründung verweist sie auf Beschuss. Die Anlage beziehe jetzt Strom zur Deckung ihres eigenen Bedarfs aus ihre Notfall-Dieselgeneratoren.

Diese seien automatisch angesprungen. Das AKW war in den vergangenen Monaten mehrfach unter Beschuss geraten. Die Ukraine und Russland geben sich dafür gegenseitig die Schuld.

Ein Gebäude des AKWs Saporischschja: Laut der Atomaufsichtsbehörde (IAEA) ist das Kraftwerk in einem schlechten Zustand.
Ein Gebäude des AKWs Saporischschja: Laut der Atomaufsichtsbehörde (IAEA) ist das Kraftwerk in einem schlechten Zustand. (Quelle: IAEA/Imago Images)

Tagesanbruch: Eine fatale Fehleinschätzung

Kremlkrieger Putin könnte bald dasselbe Schicksal ereilen wie Gaddafi, schreibt t-online-Chefredakteur Florian Harms im Tagesanbruch. Mehr lesen Sie hier.

Brand auf Krim-Brücke – schwere Schäden

6.49 Uhr: Auf der Krim-Brücke ist nach mehreren schweren Explosionen ein Großbrand ausgebrochen. Das melden ukrainische und russische Medien. Laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti ist ein Lastwagen explodiert, woraufhin der Waggon eines Güterwagens, der Treibstoff und Panzer transportierte, in Brand geriet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dieses Bild soll den Brand auf der Krim-Brücke zeigen: Geteilt wurde es von einem ukrainischen Medium.
Dieses Bild soll den Brand auf der Krim-Brücke zeigen: Geteilt wurde es von einem ukrainischen Medium. (Quelle: Telegram/Ria Melitopol)

Die Nacht im Überblick

Anfang Oktober wurde die Stadt Lyman im Osten der Ukraine befreit. Nun rücken dort die Folgen der russischen Besatzung in den Vordergrund. Mehr dazu lesen Sie hier.

Holzkreuze an den Grabstellen: An dieser Stelle wurden rund 200 Einzelgräber entdeckt.
Holzkreuze an den Grabstellen: An dieser Stelle wurden rund 200 Einzelgräber entdeckt. (Quelle: Telegram/Pawlo Kyrylenko)

Neue Explosionen in Charkiw gemeldet

4 Uhr: Eine Reihe von Explosionen erschütterte offenbar am frühen Samstag die ostukrainische Stadt Charkiw. Beobachter sprachen nach Angaben der Nachrichtenagentur AP von aufsteigende Rauchsäulen und Explosionen. Es gab keine unmittelbaren Berichte über Opfer. Die Explosionen erfolgten Stunden, nachdem Russland die Angriffe auf annektierte Gebiete konzentriert hat.

Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terekhov, sagte auf Telegram, dass die Explosionen am frühen Morgen das Ergebnis von Raketenangriffen im Zentrum der Stadt seien. Er sagte, dass die Explosionen Brände in einer der medizinischen Einrichtungen der Stadt und in einem Nichtwohngebäude ausgelöst hätten. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Ukrainische Feuerwehrleute arbeiten inmitten von Trümmern nach einem mutmaßlich russischen Beschuss in Charkiw.
Ukrainische Feuerwehrleute arbeiten inmitten von Trümmern nach einem mutmaßlich russischen Beschuss in Charkiw. (Quelle: Francisco Seco/AP/dpa)

Chef des Katastrophenschutzes: Neue Bunker sehr teuer

2 Uhr: Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, sieht einen Neubau von Bunkern für den Zivilschutz skeptisch. "Neue Bunkeranlagen mit einem sehr hohen Schutzanspruch zu bauen, kostet sehr viel Geld und vor allem auch sehr viel Zeit", sagte er dem "Tagesspiegel" (Samstag). "Das dauert Jahre." Er hielte es für sinnvoller, über andere Konzepte nachzudenken. "Welche U-Bahnhöfe oder Tiefgaragen sind beispielsweise geeignet, um Schutz zu suchen? Auch darüber wollen wir uns einen Überblick verschaffen."

Der russische Angriff auf die Ukraine und seine Folgen haben die Frage in den Blick gerückt, wie gut der Bevölkerungsschutz in Deutschland auf Krisensituationen wie Stromausfälle oder gar ein Kriegsszenario vorbereitet ist.

Strack-Zimmermann: Ukrainer an Leopard-Panzern ausbilden

0.31 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat sich für eine Panzerausbildung der ukrainischen Soldaten in der EU ausgesprochen. "Die Spanier wären bereit, in Lettland die ukrainischen Soldaten am Leopard 2 auszubilden", sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bei ihrem Ukraine-Besuch in Kiew. Dafür müsste Deutschland aber grünes Licht geben.

Aktuell stelle sich die Frage, wie die Ukraine militärisch durch den anstehenden Winter komme. "Daher wäre auch jetzt der optimale Zeitpunkt, die Ukrainer am Marder oder Leopard auszubilden, da das entsprechend Zeit in Anspruch nimmt", betonte sie.

IWF-Milliardenhilfe soll Preise abfedern

0.30 Uhr: Die Ukraine bekommt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) frische Milliardenhilfe aus einem neuen Programm zum Abfedern von Lebensmittel-Preisschocks. Der IWF-Rat billigte am Freitag die Auszahlung von 1,3 Milliarden Dollar (1,33 Milliarden Euro). Mit dem Geld sollten unter anderem die Einnahmeausfälle durch im Zuge des russischen Angriffskrieges weggefallene Getreideexporte ausgeglichen werden, teilte der Währungsfonds mit.

Für die ukrainische Wirtschaft werde in diesem Jahr ein Schrumpfen um 35 Prozent vorhergesagt und der Finanzierungsbedarf bleibe hoch, betonte der IWF. Zugleich lobte er die ukrainische Regierung dafür, dass sie unter diesen Umständen die finanzielle Stabilität aufrechterhalten habe.

Freitag, 8. Oktober

Ukraine erkennt russische Inselgruppe als japanisches Staatsgebiet an

22.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat per Dekret die russische Pazifik-Inselgruppe der Südkurilen als Hoheitsgebiet Japans anerkannt. Selenskyj sprach am Freitag von einer Anerkennung der territorialen Unversehrtheit Japans und forderte die Weltgemeinschaft auf, das Gebiet ebenfalls als japanisch anzuerkennen. "Eine wichtige Entscheidung ist heute getroffen worden. Sie ist fair, rechtlich einwandfrei. Historisch", sagte er in einem in Kiew verbreiteten Video. Zuvor hatte das ukrainische Parlament einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Die russischen Besatzer müssten überall vertrieben und als Aggressor besiegt werden, sagte Selenskyj. Nur so könnten Kriege in Zukunft verhindert werden. Selenskyj reagierte damit auf die Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland.

Gouverneur: Massengrab in Lyman entdeckt

21.35 Uhr: In der kürzlich von Kiew zurückeroberten Stadt Lyman im ostukrainischen Gebiet Donezk sind nach Angaben des dortigen Militärgouverneurs rund 200 Gräber und ein Massengrab gefunden worden. Das erklärte Pawlo Kyrylenko am Freitagabend über seinen Telegram-Kanal. Dazu veröffentlichte er Fotos, die viele kleine Holzkreuze und Einsatzkräfte in weißen Schutzanzügen zeigen. Mit den Exhumierungen sei bereits begonnen worden, schrieb Kyrylenko.

Bei den Toten könne es sich ersten Erkenntnissen zufolge sowohl um ukrainische Soldaten als auch um Zivilisten handeln, hieß es. Wie viele Leichen in dem Massengrab liegen, müsse erst noch ermittelt werden. Polizeiangaben zufolge sollen unter den getöteten Menschen auch mehrere Kleinkinder und teils ganze Familien sein.

UKRAINE-CRISIS/LYMAN
Ukrainischer Soldat in einem Krater in Lyman: Der Ort wurde kürzlich von der ukrainischen Armee befreit. (Quelle: Oleksandr Ratushniak/Reuters)

Bereits am vergangenen Mittwoch hatten ukrainische Medien über den Fund Dutzender Gräber in Lyman berichtet. Einige der Opfer sollen durch heftigen Beschuss im Zuge der russischen Eroberung des Ortes im Mai ums Leben gekommen sein. Die zeitweise von russischen Truppen besetzte strategisch wichtige Kleinstadt war von den Ukrainern Anfang Oktober zurückerobert worden.

Selenskyj: 2.434 Quadratkilometer befreit

21.35 Uhr: Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei ihrer jüngsten Offensive 2.434 Quadratkilometer Land zurückerobert. Außerdem hätten die ukrainischen Truppen 96 Siedlungen im Osten des Landes befreit, sagt Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache.

Scholz: Wollen weiter bei Ausbildung ukrainischer Soldaten helfen

18.00 Uhr: Deutschland wird nach Angaben von Kanzler Olaf Scholz einen "wichtigen Beitrag" für eine gemeinsame Ausbildungsmission für die ukrainische Armee übernehmen. Details würden derzeit geklärt, er rechne mit schnellen Entscheidungen, sagte Scholz am Freitag nach Abschluss des informellen EU-Gipfels in Prag.

Von den Treffen der EU-Staaten und der neuen Europäischen Politischen Gemeinschaft sei das klare Signal ausgegangen, dass Russlands Versuch gescheitert sei, Europa zu spalten. Von den Gipfeln gehe vielmehr das klare Signal aus, dass die Europäer fest an der Seite der Ukraine bei der Verteidigung gegen den russischen Angriff stünden. Derzeit wird überlegt, wie die Ausbildung ukrainischer Soldaten verbessert werden kann, die derzeit nur punktuell stattfindet. Deutschland könnte die Ausbildung von bis zu einer Brigade übernehmen. Offenbar gibt es dagegen aber Vorbehalte Polens.

Selenskyj fordert erneut von EU-Staaten weitere Waffenlieferungen

15.32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die EU-Staaten um weitere Waffen und Munition für den Kampf gegen die russischen Invasoren gebeten. Besonders wichtig seien Luftabwehrsysteme, um Angriffe auf die Energie-Infrastruktur abzuwehren, sagte Selenskyj am Freitag in einer per Videoschalte übertragenen Rede auf dem EU-Gipfel in Prag. Der Text wurde von seinem Büro im Internet veröffentlicht. "Wir brauchen genug Luftabwehrsysteme, um zu verhindern, dass Russland die Menschen im Winter ohne Wärme und Strom lässt", betonte Selenskyj.

Der Präsident begründete seine Forderung mit den Anschlägen auf die Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee, die zu mehreren Lecks in den Röhren geführt hatten. "Nie zuvor war unser Kontinent einer solchen Bedrohung ausgesetzt – der Bedrohung durch die Zerstörung von Unterwasserpipelines, Kabeln und Tunneln", sagte er. "Aber so etwas können Sie jetzt von Russland erwarten." Die Regierung in Moskau bestreitet, für die Anschläge verantwortlich zu sein.

Erneut forderte Selenskyj auch einen Abzug der russischen Truppen vom besetzten ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja. "Wir alle stehen aufgrund der Eroberung des Kernkraftwerks Saporischschja durch russische Truppen am Rande einer nuklearen Katastrophe", sagte er. Außerdem drängte der Präsident auf schnelle Wiederaufbauhilfen. Er hoffe auf eine "substanzielle Diskussion" darüber auf einer für den 25. Oktober in Berlin geplanten Wiederaufbaukonferenz, zu der Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eingeladen hat.

Prorussische Separatisten melden Eroberung im Osten der Ukraine

12.22 Uhr: Die prorussischen Separatisten haben die Eroberung von drei Dörfern in der Nähe der Stadt Bachmut im Osten der Ukraine bekannt gegeben. Bereits am Vortag hatte die russische Armee in ihrer täglichen Bilanz die Eroberung eines der Dörfer vermeldet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Dörfer liegen südlich der von den ukrainischen Streitkräften kontrollierten Stadt Bachmut, welche die russische Armee seit Monaten erfolglos einzunehmen versucht.

Prorussische Vertreter: Tote Zivilisten nach Luftangriff

12.10 Uhr: Nach Angaben prorussischer Vertreter sind bei einem Luftangriff mindestens fünf Zivilisten in der südukrainischen Region Cherson ums Leben gekommen. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der stellvertretende Leiter der Besatzungsverwaltung der Region Cherson, Kirill Stremusow, im Messengerdienst Telegram mit. Er wirft der Ukraine vor, für den Luftangriff verantwortlich zu sein. Eine Bestätigung vonseiten der Ukraine gibt es nicht, unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Ukraine hat wohl Hälfte ihrer Panzer von Russland erbeutet

11.56 Uhr: Ein großer Teil der ukrainischen Militärausrüstung besteht nach Angaben britischer Geheimdienste aus erbeutetem russischem Material. "Die Ukraine hat seit der Invasion wahrscheinlich mindestens 440 russische Kampfpanzer und etwa 650 andere gepanzerte Fahrzeuge erbeutet", heißt es in dem täglichen Update. Somit könnten diese mehr als die Hälfte der derzeit im Einsatz befindlichen ukrainischen Panzerflotte ausmachen.

Die britischen Geheimdienste schreiben weiter: "Das Versäumnis der russischen Besatzungen, intakte Ausrüstung zu zerstören, bevor sie sich zurückziehen oder ergeben, verdeutlicht ihren schlechten Ausbildungsstand und ihre geringe Kampfdisziplin."

Ukrainische Soldaten in einem Panzer: Britische Geheimdienste rechnen damit, dass die Ukraine mindestens 440 Panzer erbeutet haben.
Ukrainische Soldaten in einem Panzer: Britische Geheimdienste rechnen damit, dass die Ukraine mindestens 440 Panzer erbeutet hat. (Quelle: Vudi Xhymshiti/Imago Images)

UN: 140.000 Menschen in befreiter Region um Charkiw brauchen Hilfe

11.36 Uhr: In den jüngst zurückeroberten Gebieten um Charkiw in der Ukraine sind nach UN-Schätzungen rund 140.000 Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die meisten hätten kaum Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser, Gas, Strom und medizinischer Versorgung, sagte ein Sprecher des UN-Nothilfebüros (OCHA) am Freitag in Genf. In der Stadt Isjum seien von den einst 46.000 Einwohnern noch etwa 8.000 bis 9.000 Menschen vor Ort. Sie seien zum Überleben dringend auf Hilfe angewiesen.

UN-Konvois versorgten die Menschen dort seit Mitte September, kurz nach der Befreiung aus russischer Besatzung. Mehr als 73.000 Menschen hätten bislang unterstützt werden können, unter anderem mit Nahrungsmitteln, Hygieneprodukten, Küchenutensilien, Solarlampen und Decken, hieß es weiter.

EU-Chefdiplomat will weitere Militärhilfe für Ukraine

10.07 Uhr: Zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte sollen nach dem Willen des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell weitere EU-Gelder freigegeben werden. Er werde den EU-Gipfel um Unterstützung für den Vorschlag einer weiteren Auszahlung aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität bitten, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Freitag am Rande des Treffens in Prag. Bislang wurden fünfmal je 500 Millionen Euro bewilligt, insgesamt also 2,5 Milliarden Euro.

Das Wichtigste aus der Nacht: Selenskyj fordert Präventivschläge

5.40 Uhr: US-Präsident Joe Biden spricht davon, dass die Gefahr einer atomaren Konfrontation so groß sei wie lange nicht mehr. Wolodymyr Selenskyj fordert von der Nato Präventivmaßnahmen. In Prag zeigen die Teilnehmer der neuen Europäischen Politischen Gemeinschaft Einigkeit gegenüber Russland. Lesen Sie hier unsere Zusammenfassung der Nacht.

Wolodymyr Selenskyj: Seine Aussagen zu Präventivschlägen sorgten für Irritationen.
Wolodymyr Selenskyj: Seine Aussagen zu Präventivschlägen sorgten für Irritationen. (Quelle: imago images)

Kritik an Militärführung in Russland wächst

4.20 Uhr: In Russland wächst die Kritik an der Militärführung. Der stellvertretende Leiter der von Russland unterstützen Verwaltung von Cherson, Kiril Stremousow, warf den "Generälen und Ministern" in Moskau vor, die Probleme an der Front nicht zu verstehen. Der ansonsten immer zur russischen Regierung stehende Moderator im russischen Staatsfernsehen, Wladimir Solowjow, fragte auf seinem Livestream-Kanal "Bitte erklären Sie mir, was für eine geniale Idee der Generalstab jetzt hat. Glauben Sie, die Zeit ist auf unserer Seite?"

Unter Druck: der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu.
Unter Druck: der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu. (Quelle: IMAGO/Vadim Savitsky)

Biden: Gefahr eines "Armageddon" groß

4.15 Uhr: US-Präsident Joe Biden sieht die Gefahr einer atomaren Konfrontation mit katastrophalen Folgen nach Drohungen aus dem Kreml so groß wie seit 60 Jahren nicht mehr. Die Welt habe seit der Kuba-Krise im Jahr 1962 nicht vor der Aussicht auf ein "Armageddon" gestanden, sagte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) laut mitreisenden Journalisten bei einem Auftritt in New York

Er kenne den russischen Präsidenten Wladimir Putin ziemlich gut, sagte Biden demnach weiter. Und der Kremlchef scherze nicht, wenn er über den potenziellen Einsatz taktischer Atomwaffen sowie Chemie- und Biowaffen spreche, da das russische Militär in den Kampfhandlungen in der Ukraine schwächele. Er glaube zugleich nicht, dass es möglich wäre, einfach taktische Atomwaffen einzusetzen, ohne dass dies zu einem "Armageddon" führen würde, betonte der US-Präsident.

US-Präsident Biden warnt angesichts russischer Drohungen vor einer nuklearen Apokalypse.
US-Präsident Biden warnt angesichts russischer Drohungen vor einer nuklearen Apokalypse. (Quelle: IMAGO/Lev Radin)

Institut: Russischer Drohneneinsatz beeinflusst Kriegsverlauf kaum

2 Uhr: Russlands Einsatz von im Iran hergestellten sogenannten Kamikaze-Drohnen erzeugt keine wesentliche Effekte im Kriegsverlauf, schätzt das amerikanische "Institut for the Study of War" ein. Anders als die von der Ukraine sehr gezielt eingesetzten Himars-Raketenwerfer würden die Drohen auch gegen zivile Ziele und Infrastruktur eingesetzt. Die Ukraine hat angegeben, 60 Prozent der Flugkörper abgeschossen zu haben.

Erdoğan droht erneut mit Blockade von Schwedens Nato-Beitritt

1.05 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat erneut mit einer Blockade des geplanten Nato-Beitritts von Schweden gedroht. "Solange Terrororganisationen auf den Straßen Schwedens demonstrieren und solange Terroristen im schwedischen Parlament sind, wird es keine positive Einstellung der Türkei gegenüber Schweden geben", sagte Erdoğan am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in der tschechischen Hauptstadt Prag. Der Staatschef spielte damit auf Vorwürfe an, nach denen schwedische Politiker mit Mitgliedern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und Anhängern der Gülen-Bewegung sympathisieren und deren Aktivitäten nicht ausreichend verfolgen.

Schweden und das benachbarte Finnland hatten infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bereits Mitte Mai die Nato-Mitgliedschaft beantragt. Aufgenommen werden können sie allerdings nur, wenn alle der derzeit 30 Nato-Mitglieder die sogenannten Beitrittsprotokolle ratifizieren. Ende Juni hatte es zunächst so ausgesehen, als sei der Streit über die angebliche Unterstützung von Schweden und Finnland für "Terrororganisationen" beigelegt. Die Türkei stellt sich nun allerdings auf den Standpunkt, dass damals getroffene Absprachen von Schweden noch nicht erfüllt wurden.

Recep Tayyip Erdoğan droht Schweden, dir Zustimmung zum Nato-Beitritt zu verweigern.
Recep Tayyip Erdoğan droht Schweden, dir Zustimmung zum Nato-Beitritt zu verweigern. (Quelle: IMAGO/Tomas Tkacik)

Ukraine: Mehr als 500 Quadratkilometer zurückerobert

1 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldet den Rückzug Tausender russischer Soldaten nach dem Zusammenbruch der Frontlinie zunächst im Nordosten, dann seit Wochenbeginn auch im Süden. In einer Videoansprache am Donnerstagabend sagte Selenskyj, ukrainische Streitkräfte hätten mehr als 500 Quadratkilometer und Dutzende Ortschaften im Gebiet um Cherson zurückerobert. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Donnerstag, 6. Oktober

Aufregung um Selenskyj-Äußerungen

21.43 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit einer Rede vor dem australischen Lowy Institut am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. Selenskyj sprach unter anderem davon, dass die Nato verhindern müsse, dass Russland Atomwaffen einsetze. Dabei sprach er auch über "Präventivschläge": "Wichtig ist aber – ich wende mich wie vor dem 24. Februar deshalb an die Weltgemeinschaft – dass es Präventivschläge sind, damit sie wissen, was ihnen blüht, wenn sie sie anwenden." Er betonte: "Nicht umgekehrt: Auf Schläge von Russland warten, um dann zu sagen: 'Ach du kommst mir so, dann bekommst du jetzt von uns'", wird Selenskyj von der Nachrichtenagentur dpa zitiert.

Der Kreml nutzte die Aufregung für einen verbalen Angriff gegen die Ukraine und den Westen. "Die Erklärungen Selenskyjs sind nichts anderes als ein Aufruf zum Beginn des Dritten Weltkriegs mit unvorhersehbaren schrecklichen Folgen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Auch das russische Außenministerium kritisierte Selenskyjs Äußerungen heftig. Lesen Sie hier mehr dazu.

Atombehörde: Gefahr von Atomunfall in Saporischschja bleibt weiter hoch

21.08 Uhr: Die Gefahr eines Unfalls an dem von Russland eingenommenen ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja ist Experten zufolge nicht gebannt. "Wir sagen immer wieder, was getan werden muss, nämlich, einen Atomunfall verhindern, der immer noch eine sehr, sehr klare Möglichkeit ist", sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, am Donnerstag in Kiew. Die Anlage ist wegen der Kämpfe in der Region abgeschaltet.

Zur Sicherung der Anlage soll eine nukleare Sicherheits- und Schutzzone um das Kraftwerk errichtet werden. Darüber verhandelt Grossi nach eigenen Angaben mit Kiew und Moskau. Er wollte anschließend nach Moskau weiterreisen. Gespräche dort fänden auf "sehr hoher Führungsebene" statt, wie Grossi sagte. Ob er Präsident Wladimir Putin treffen würde, war unklar.

Grossi betonte, dass die IAEA sich nicht zu militärischen Angelegenheiten äußere. Sein Team vor Ort sei ausschließlich dafür da, mit den lokalen Mitarbeitern für die Sicherheit der Anlage zu sorgen. Das IAEA-Team werde jetzt von zwei auf vier ausgebaut. Er betonte aber, dass eine Annexion des umliegenden Gebiets – und die russische Verstaatlichung des Atomkraftwerks – nach internationalem Recht illegal sind. Für die IAEA sei Saporischschja ein ukrainisches Atomkraftwerk.

Ukrainische Soldaten zwischen Isjum und Lyman: Die Ukraine konnte zuletzt immer mehr Rückeroberungen vermelden.
Ukrainische Soldaten zwischen Isjum und Lyman: Die Ukraine konnte zuletzt immer mehr Rückeroberungen vermelden. (Quelle: Francisco Seco/AP/dpa-bilder)

Medwedew: EU-Sanktionen wirkungslos

20.20 Uhr: Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat die neuen EU-Sanktionen gegen sein Land als zweckloses und teures Unterfangen bezeichnet. "Unsere dummen Opponenten können eine einfache Sache nicht verstehen: Russland lebt schon lange unter den Beschränkungen und hat gut gelernt, sich an die schnell verändernden Umstände anzupassen", schrieb Medwedew am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal. Zugleich schädigten die Sanktionen aber den Westen selbst und die Weltwirtschaft.

Als "Beweis" für Russlands Unempfänglichkeit gegen Sanktionen führte er den Rückgang der offiziellen Inflation von 17,8 auf 13,7 Prozent an. Auch das Bruttoinlandsprodukt werde zum Jahresende weniger stark fallen als zunächst befürchtet, schrieb er. Tatsächlich haben Wirtschaftsexperten die Prognosen für das laufende Jahr verbessert. Allerdings sagen die meisten von ihnen Russland eine lang anhaltende Rezession voraus.

Der Westen habe erkennen müssen, dass er sich mit seinen Sanktionen selbst geschadet habe. Die starken Teuerungen trieben die Menschen dort auf die Straße. "Ein typischer Schuss in den eigenen Hintern", kommentierte der 57-Jährige. Zugleich habe die Sanktionspolitik negative Folgen für die gesamte Weltwirtschaft und treffe viele Unschuldige. Er wolle aber nicht mehr an die Vernunft des Westens appellieren. Den Feind müsse man "dazu zwingen, um Gnade zu flehen in einer verlorenen Wirtschaftsschlacht. Und sie mit der völligen und bedingungslosen Kapitulation (des Westens) beenden", schrieb Medwedew.

Selenskyj warnt vor russischen Angriffen auf Prag und Warschau

18.18 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor russischen Angriffen auf weitere Länder in Europa gewarnt, sollte die Ukraine den Krieg verlieren. In einer Videoansprache an den Gründungsgipfel der neuen Europäischen Politischen Gemeinschaft am Donnerstag in Prag forderte Selenskyj weitere Waffenhilfen vom Westen, um zu verhindern, "dass russische Panzer nach Warschau oder Prag fahren".

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Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident warnt vor russischen Angriffen auf EU-Staaten. (Quelle: Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa)

"Der Angreifer muss bestraft werden, und dieser Krieg muss jetzt gewonnen werden – damit die russische Flotte nicht andere Häfen im Schwarzen Meer, im Mittelmeer oder in einem anderen Meer blockieren kann. Damit die russischen Panzer nicht auf Warschau oder Prag vorrücken können", sagte Selenskyj.

EU beschließt Preisdeckel für russisches Öl und weitere Sanktionen

16.47 Uhr: Die EU hat als neue Strafmaßnahmen gegen Russland unter anderem einen Preisdeckel für russisches Öl beschlossen. "Die Preisobergrenze wird die Einnahmen, die Russland mit dem Ölgeschäft macht, drastisch reduzieren", erklärten die EU-Mitgliedstaaten am Donnerstag. Das mittlerweile achte Sanktionspaket der EU gegen Russland trat nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft.

Das Paket wurde in Reaktion auf die Annexion von vier Regionen um Osten und Süden der Ukraine durch Russland verhängt. Die meisten Staaten erkennen die Annexion der ukrainischen Gebiete nicht an und verurteilen diese als Bruch des Völkerrechts.

Die rechtliche Grundlage für einen Preisdeckel auf russisches Öl ist Teil der neuen Sanktionen. Diese Preisobergrenze soll zusammen mit einem Transportverbot für europäische Schiffe von russischem Rohöl und Erdölprodukten funktionieren. Details zu dem Preisdeckel für russisches Öl müssen jedoch noch unter den G7-Staaten abgesprochen werden.

Kinder aus Cherson sollen auf Krim "Ferien machen"

14.31 Uhr: Kinder aus Cherson sollen nach dem Willen des russischen Bildungsministeriums Urlaub auf der Krim machen. Vom 6. bis 21. Oktober 2022 sollten Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Einrichtungen und berufsbildender Sekundarschulen der Stadt Cherson und verschiedener Vororte auf die Halbinsel reisen, teilt die in der Region russisch-installierte Verwaltung per Telegram mit.

Beobachter bezeichnen die Maßnahme nicht als Ferien, sondern "Evakuierung." Der Bezirk und die gleichnamige Stadt Cherson sind derzeit besonders umkämpft. Zuletzt hatten ukrainische Streitkräfte die russische Armee entlang der Flüsse Dnipro und Inhulez zum Rückzug gezwungen. Dessen ungeachtet ruft Russland nun im Namen des "Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Region Cherson der Russischen Föderation" das Ferienprogramm aus – angeblich auf Wunsch vieler Eltern. Geplant seien "Bildungsveranstaltungen und Ausflüge", heißt es.

Russland betreibt infolge des russischen Angriffskriegs in mehreren ukrainischen Gebieten – darunter Cherson – eigene, international nicht anerkannte Verwaltungen und gibt etwa auch russische Pässe aus. Die Krim hatte Russland bereits 2014 völkerrechtswidrig annektiert.

Saporischschja erneut bombardiert

14.18 Uhr: Auf die tödlichen Raketenangriffe auf Saporischschja ist offenbar ein weiterer Angriff auf die ukrainische Stadt erfolgt, wie lokale Behörden am Donnerstag mitteilten. Die Bombardierung erfolgte demnach mehrere Stunden nach den Raketenangriffen auf die südukrainische Stadt in der Morgendämmerung, bei denen ein Mensch getötet und sieben Personen, darunter ein dreijähriges Mädchen, ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

"Achtung! Es gibt einen weiteren feindlichen Raketenangriff. Bleiben Sie in den Schutzräumen!" schrieb Gouverneur Oleksandr Starukh in einem an die Einwohner gerichteten Beitrag auf Telegram. Der erste Angriff am frühen Morgen soll Wohnhochhäuser getroffen haben, als die Menschen schliefen, sagte der Sekretär des Stadtrats von Saporischschja, Anatoliy Kurtiev, auf seinem Telegram-Kanal.

Ex-Nato-General warnt, russische Armee zu unterschätzen

14.07 Uhr: Parallel zu weiteren Geländegewinnen der Ukraine warnt Ex-Nato-General Egon Ramms bereits jetzt von einem "Zusammenbruch" der russischen Front zu reden. Dies sei zu früh, sagte er dem "ZDF". "Die Russen haben noch genügend Kräfte in der Ukraine."

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Warnt davor, die Stärke russischer Truppen zu unterschätzen: Ex-Nato-General Egon Ramms. (Quelle: IMAGO/Jürgen Heinrich)

"Ich schätze das so ein, dass die ukrainischen Kräfte sehr erfolgreich angreifen, dass den Russen möglicherweise die Voraussetzungen fehlen, um das Gefecht weiterzuführen." Seitens der russischen Führung sei es "letztendlich eine Frage der geschickten Befehlsgebung und der geschickten Führung, um wieder einen Zusammenhalt in den eigenen Reihen wiederherzustellen, sagte Ramms weiter. Vor einem möglichen Ende des Kriegs werde es noch zahlreiche Kampfhandlungen und viele Tote geben.

Russisches Außenministerium: Atomkrieg darf nicht geführt werden

12.17 Uhr: Russland steht nach Angaben des Außenministeriums in Moskau dazu, dass ein atomarer Krieg nicht geführt werden darf. Man stehe weiter vollumfänglich zu diesem Prinzip, sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist in der Ukraine

12 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), ist am Donnerstag zu Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Sie werde dort mit Vertretern der Regierung und Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte sprechen, teilte das Büro der Abgeordneten mit. Auf dem Programm stand demnach auch ein Besuch an Orten, an denen es Kämpfe bei der Verteidigung des Landes gegen die russischen Angreifer gegeben hatte.

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Kriegsdienst-Flüchtige: Abgeordneter will Autos beschlagnahmen

10.46 Uhr: Hunderttausende Russen haben ihr Land aus Angst vor einem Kriegsdienst in der Ukraine verlassen – und teils ihre Autos an überfüllten Grenzübergängen zurückgelassen. Diese Fahrzeuge sollten nun beschlagnahmt werden, sagte der Abgeordnete Oleg Morosow am Donnerstag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. "Wir müssen das Gesetz dringend ändern, damit Entscheidungen zur Überführung von Fahrzeugen in staatliches Eigentum getroffen werden können." Eine Beschlagnahmung könne etwa dann in Frage kommen, wenn ein Auto nach einem Monat nicht abgeholt worden sei, meinte der Politiker der Kremlpartei Geeintes Russland.

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Autos vor dem Grenzübergang Werchni Lars zwischen Georgien und Russland: Manche Russen lassen ihren Wagen bei der Einreise zurück. (Quelle: Uncredited)

Staatschef Wladimir Putin hatte am 21. September die Teilmobilmachung angeordnet und will 300.000 Reservisten einziehen lassen, um nach den Niederlagen der russischen Armee in der Ukraine die besetzten Gebiete zu halten. Nach dem Erlass gab es an den Grenzen etwa zu Georgien im Südkaukasus, zu Kasachstan in Zentralasien, aber auch zu Finnland Bilder von kilometerlangen Staus. Viele Menschen gingen letztlich zu Fuß über Grenze, um möglichst schnell aus dem Land herauszukommen.

Russland am Fluss Dnipro vor strategischem Dilemma

9.10 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste steht Russland bei der Verteidigung heftig umkämpfter Gebiete am Dnipro-Fluss in der Ukraine vor einem strategischen Dilemma. Eine der größten Herausforderungen für russische Kommandeure sei derzeit die zunehmende Bedrohung der strategisch wichtigen Stadt Nowa Kachowka am Südende des Dnipro-Stausees, hieß es am Donnerstag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Die Russen benötigten den beschädigten Nachschubweg über den Dnipro in dieser Region, um die eigenen Truppen jenseits des Flusses zu versorgen. Ein Rückzug der Einheiten von dort würde zwar die Verteidigung der Region um die Gebietshauptstadt Cherson verstärken, allerdings werde es der politische Imperativ wohl gebieten, sich nicht zurückzuziehen, heißt es von den Briten.

Moskau habe bereits die Mehrheit seiner unterbesetzten Luftstreitkräfte bei der Verteidigung von Cherson eingesetzt. Daher verfüge der Kreml kaum über weitere, hoch qualifizierte und schnell einsetzbare Truppen, die die Front stabilisieren könnten. Es sei wahrscheinlich, dass dabei künftig Reservisten eingesetzt würden, hieß es weiter.

Soldat vor dem Kernkraftwerk in Saporischschja: Dort finden erneut schwere Kämpfe statt.
Soldat vor dem Kernkraftwerk in Saporischschja: Dort finden erneut schwere Kämpfe statt. (Quelle: -/dpa)

Verletzte und Brände nach Beschuss von Saporischschja

7 Uhr: In der Nacht ist die ukrainische Stadt Saporischschja erneut bombardiert worden. "Infolge der feindlichen Angriffe sind in der Stadt Brände ausgebrochen, es gibt möglicherweise Verletzte. Rettungskräfte sind bereits dabei, Menschen aus den Trümmern zu bergen", teilt der Gouverneur der Region, Oleksandr Starukh, auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien durch den Beschuss beschädigt oder zerstört. Eine Frau soll laut "Kyiv Independent" getötet worden sein.

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Das Wichtigste aus der Nacht: Russland verstaatlicht AKW

5.40 Uhr: Per Dekret hat der russische Präsident Wladimir Putin Europas größtes Kernkraftwerk in Saporischschja verstaatlicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich in seiner Abendansprache optimistisch und verkündet eine Bewerbung für die Fußball-WM 2030. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der Nacht.

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Ukrainische Soldaten posieren vor einem Ortsschild im Osten des Landes. (Quelle: imago stock&people)

Video soll russische Soldaten bei Aufgabe zeigen

2 Uhr: Ein Video, das vom ehemaligen ukrainischen Vize-Innenminister Anton Gerashchenko auf Telegram geteilt wurde, soll russische Soldaten in einem gepanzerten Fahrzeug zeigen, die sich ukrainischen Einheiten ergeben. Sie haben weiße Fahnen in der Hand. "Offenbar hatten die Besatzer genug von der russischen Propaganda gehört und erkannt, dass sie im Winter frieren würden. Infolgedessen verfügen unsere Verteidiger über funktionstüchtige BMPs und Kriegsgefangene", schrieb Gerashchenko.

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Polnischer Präsident offen für Stationierung von US-Atomwaffen

1.30 Uhr: Der polnische Präsident Andrzej Duda hat sich nach polnischen Medienberichten offen für eine Stationierung amerikanischer Atomraketen in seinem Land geäußert. In einem heute in der Zeitung "Gazeta Polska" erscheinenden Interview spricht Duda über die Idee einer gemeinsamen Verwendung der Raketen. "Wir haben mit amerikanischen Führern darüber gesprochen, ob die Vereinigten Staaten eine solche Möglichkeit in Betracht ziehen. Das Thema ist offen", sagte laut dem britischen "Guardian" Duda gegenüber "Gazeta Polska". Der Chef der Regierungspartei PiS, Jarosław Kaczyński, sagte: "Wenn der Präsident in dieser Sache zusätzliches Wissen hat, das ich nicht habe, dann unterstütze ich das natürlich voll und ganz. Ich glaube, das wäre eine sehr gute Lösung."

Özdemir vergleicht Putin mit Kolonialherrschern

1.10 Uhr: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat Russlands Erwartung einer höheren Getreideernte scharf kritisiert. "Dass Russland nun durch die rechtswidrige Annexion weiter Teile der Ukraine mit einer eigenen höheren Getreideernte rechnet, ist an Zynismus nicht zu überbieten", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Erst stehlen Putins Schergen skrupellos die Weizenreserven der Ukraine, jetzt nimmt er sich gleich ganze Getreideanbauflächen."

Özdemir sagte weiter: "Putins Vorgehen erinnert an längst überwundene Zeiten, in denen Kolonialherrscher fruchtbare Gebiete besetzt und ausgebeutet haben. In einem Rechtsstaat gibt es dafür nur ein Wort: kriminell. Die lächerlichen Scheinreferenden sind dafür keine Rechtfertigung."

Röttgen: Atomwaffeneinsatz unrealistisch

0.45 Uhr: Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen sieht einen möglichen Einsatz von Atomwaffen durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin für unrealistisch an. "Ich halte es für keine realistische Option von Putin", sagte Röttgen am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Maischberger". Alle Folgen wären für ihn desaströs. Putin wäre völlig verloren und isoliert in der Welt und die Menschen in Russland wollten nicht in einen Atomkrieg verstrickt werden. Schließlich hätten die Amerikaner deutlich gemacht, dass ein solcher Tabubruch eine klare militärische Antwort nach sich zöge. Man müsse solche Drohungen von Putin ernst nehmen. Ein Einsatz von Atomwaffen mache aber für ihn weder politisch noch militärisch oder wirtschaftlich Sinn.

Selenskyj: Weitere Ortschaften zurückerobert

0.10 Uhr: Die Ukraine hat nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj drei weitere Siedlungen in der südlichen Region Cherson zurückerobert. Die von Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache genannten Orte liegen alle nordöstlich der gleichnamigen Stadt. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor. Selenskyj nannte die jüngsten russischen Angriffe mit iranischen Kampfdrohnen auf ukrainische Städte zwecklos. "Das hilft Euch schon nicht mehr. Ihr habt schon verloren", wandte er sich an die russische Führung. Diese könne ihre eigenen Soldaten nicht mehr motivieren, während die Ukrainer wüssten, wofür sie kämpften, zeigte er sich überzeugt.

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Zerstörter Panzer in Lyman: Der Ort wurde von der ukrainischen Armee befreit, nun hat die Ukraine offenbar drei weitere Siedlungen in der Region Cherson zurückerobert. (Quelle: IMAGO/JAVIER ESPINOSA)

Ukraine gibt WM-Bewerbung bekannt

0.05 Uhr: Selenskyj hat angesichts des Vormarschs der eigenen Truppen die Kandidatur der Ukraine als Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft angekündigt. "Zusammen mit unseren Freunden – Spanien und Portugal – bewerben wir uns um die Ausrichtung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2030", sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner täglichen Videoansprache.

Mittwoch, 5. Oktober

Bericht: Neues Massengrab in der Ukraine gefunden

21.53 Uhr: In der vor kurzem von ukrainischen Truppen befreiten Stadt Lyman sind ukrainischen Medien zufolge Gräber von mehr als 50 Zivilisten gefunden worden. "Die Russen haben Gräben ausgehoben und Personen, die sie der Kollaboration mit dem ukrainischen Militär verdächtigten, gezwungen, die Leichen der Toten für die Umbettung einzusammeln", teilte der ukrainische Internet-Fernsehsender Hromadske am Mittwoch mit. Dazu präsentierte er Fotos der Grabstätte.

Nach Angaben des Mediums sind einige Opfer durch den Beschuss der Stadt ums Leben gekommen. Lyman war im Mai nach intensiven Kämpfen von moskautreuen Truppen eingenommen und Anfang Oktober nach ebenfalls schweren Gefechten von den Ukrainern zurückerobert worden. Während bei einigen Toten die Namen angegeben sind, stehen auf anderen Gräbern nur Nummern.

Scholz plant Schutzschild in vier Schichten

21.50 Uhr: Kanzler Olaf Scholz will für Deutschland einen Schutzschild mit vier Schichten errichten. Dies sei Teil des 100 Milliarden-Euro-Sonderprogramms für die Bundeswehr, sagt Scholz bei den deutsch-spanischen Regierungskonsultationen. Davon hätten auch die Nachbarn Deutschlands einen Vorteil, mit denen man reden werde. Eine Zusammenarbeit mit Spanien bei dem Schutzschirm spiele derzeit keine Rolle.

EU-Parlamentspräsidentin fordert Panzer für die Ukraine

21.49 Uhr: Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, will die EU-Länder zu Lieferungen moderner Panzer an die Ukraine auffordern. Die Ukraine "braucht Waffen zum Kämpfen, um ihr Gebiet zurückzugewinnen", was "zum Beispiel Leopard-2-Panzer, die mehrere Mitgliedstaaten haben" sein könnten, sagte Metsola am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Dies wolle sie den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder bei deren Treffen am Freitag in Prag vorschlagen.

Nach Angaben eines EU-Beamten befinden sich rund 2.000 Panzer vom Typ Leopard 2 in Deutschland, Österreich, Dänemark, Ungarn, Spanien und weiteren EU-Ländern sowie in den Nicht-EU-Ländern Norwegen, der Schweiz und in der Türkei.

Parlamentspräsidentin Metsola schlug vor, dass die europäischen Länder, die Panzer dieses Typs liefern wollen, aus gemeinsamen EU-Mitteln entschädigt werden könnten. So würden mögliche Panzer-Lieferungen "keinen Mitgliedstaat mehr als einen anderen militärisch beeinträchtigen". Metsola kündigte zudem an, die EU-Länder zu einem "beschleunigten Verfahren" für einen EU-Beitritt der Ukraine aufzufordern.

Tschechischer Präsident Zeman warnt vor Atomkrieg

17.42 Uhr: Der tschechische Präsident Milos Zeman hat vor dem "ernsten Risiko" eines nuklearen Konflikts im russischen Krieg gegen die Ukraine gewarnt. Seiner Ansicht nach sollte der Westen den Kreml warnen, dass er in einem solchen Fall nicht nur mit einer diplomatischen Reaktion, sondern mit einer "entschiedenen militärischen Antwort" rechnen müsse. "Mit allen Folgen, die das haben kann", fügte der 78-Jährige am Mittwoch in Prag hinzu.

Derweil wurde bekannt, dass aus Tschechien in diesem Jahr Rüstungsgüter im Wert von 47 Milliarden Kronen, umgerechnet knapp 1,9 Milliarden Euro, in die Ukraine exportiert wurden. Das sagte Verteidigungsministerin Jana Cernochova nach Angaben der Agentur CTK in Prag. Die Summe liegt um ein Vielfaches höher, als bisher bekannt war. Der tschechische Staat hat demnach einen Anteil von mehr als 170 Millionen Euro davon finanziert.

Putin befördert Tschetschenenführer Kadyrow

17.25 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Chef der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, zum Generaloberst befördert. Das teilte Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal mit. Laut Kadyrow soll Putin ihn persönlich angerufen und gratuliert haben. Generaloberst ist hinter Marschall und Armeegeneral der dritthöchste Dienstgrad der russischen Streitkräfte.

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Ramsan Kadyrow: Der russische Präsident soll den Tschetschenen-Führer befördert haben. (Quelle: IMAGO/Mikhail Metzel)

Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil im muslimisch geprägten Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervorgetan. Er steht seit Langem im Ruf, russische Gesetze ohne Folgen für ihn zu umgehen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Per Dekret: Putin stellt AKW unter russische Kontrolle

17.03 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja unter russische Verwaltung gestellt. Putin unterzeichnete am Mittwoch in Moskau ein entsprechendes Dekret. Das größte Atomkraftwerk Europas im Süden der Ukraine ist seit März von russischen Truppen besetzt. Zuvor hatte bereits die russische staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti darüber berichtet.

OECD will Vorgespräche über Beitritt von Ukraine führen

17.00 Uhr: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht die Ukraine als potenzielles Mitgliedsland. OECD-Generalsekretär Mathias Cormann teilte am Mittwoch mit, es solle zunächst Gespräche zu einem Beitritt geben. Danach solle der OECD-Rat sich damit befassen, ob Beitrittsverhandlungen formell aufgenommen werden. Die Ukraine hatte laut OECD darum gebeten, den Aufnahmeprozess zur Industriestaatenorganisation zu starten.

Die in Paris ansässige OECD vereint Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben großen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch Schwellenländer wie Mexiko und Chile Mitglied. Die Fachleute der Organisation erarbeiten beispielsweise regelmäßig Konjunkturprognosen und sind für den weltweit größten Schulleistungstest Pisa verantwortlich.

Russland warnt USA: Angriff auf Krim mit US-Waffen wäre "extrem gefährlich"

12.26 Uhr: Russland hat vor einem möglichen Einsatz amerikanischer Waffen für Angriffe auf die Krim gewarnt. Die Aussagen von Pentagon-Vertreterin Laura Cooper wonach von den USA gelieferte Waffen von der Ukraine für Angriffe auf die Krim genutzt werden könnten, seien "extrem gefährlich" und ein "Beweis für eine direkte Beteiligung der USA an dem Konflikt", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland hatte die Krim 2014 annektiert.

Russland unterstellt AKW Saporischschja russischen Behörden

12.18 Uhr: Russland stellt das AKW Saporischschja der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge unter die Aufsicht russischer Behörden. Die russische Agentur Tass, die ebenfalls dem Staat gehört, berichtet, dass der Chef der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) in den kommenden Tage zu einem Besuch in Moskau erwartet wird, um die Lage in dem größten Atomkraftwerk Europas zu erörtern. Rafael Grossi selbst erklärt Tass zufolge, er könne ein weiteres Mal zu dem AKW fahren.

Grossi spricht sich weiter für eine Sicherheitszone um das AKW aus. Das Atomkraftwerk wird von Russland kontrolliert, aber noch von ukrainischen Technikern betrieben. Es liegt in der gleichnamigen Region Saporischschja, die zu den vier Gebieten gehört, die Russland annektiert hat. Die vorausgegangenen Referenden zu einem Beitritt Russlands bezeichnen die Ukraine und westliche Staaten als illegal. Sie erkennen die Annexion nicht an.

Das AKW Saporischschja: Das Atomkraftwerk wird von Russland kontrolliert, aber noch von ukrainischen Technikern betrieben.
Das AKW Saporischschja: Das Atomkraftwerk wird von Russland kontrolliert, aber noch von ukrainischen Technikern betrieben. (Quelle: Sergei Malgavko/Imago Images)

Russland: Rückzug hat keine Auswirkungen auf Annexionspläne

12.15 Uhr: Trotz militärischer Rückschläge will Russland die völkerrechtswidrige Annexion vier ukrainischer Regionen weiterverfolgen. "Sie werden für immer zu Russland gehören", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland werde die Gebiete zurückerhalten.

Ukrainer entdecken Kiste mit Goldzähnen in russischer Folterkammer

11.43 Uhr: Auf die Freude über die Befreiung folgt stets das Grauen über die russische Besatzung. Nun löst eine Entdeckung in der Region Charkiw Entsetzen aus. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Borrell warnt vor nuklearer Eskalation

11.40 Uhr: Angesichts ukrainischer Erfolge auf dem Schlachtfeld hat der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell vor einem möglichen Atomwaffeneinsatz Russlands gewarnt. Der Krieg sei in eine neue Phase eingetreten, in der eine Nuklearmacht Rückschritte mache und Drohungen im Raum stünden, dass Kernwaffen eingesetzt würden, sagte der EU-Chefdiplomat am Mittwoch im Europaparlament. Davor dürfe man nicht die Augen verschließen. "Das ist sicherlich ein besorgniserregendes Szenario, in dem wir zeigen müssen, dass unsere Unterstützung für die Ukraine nicht wankt."

Borrell betonte, dass auch bei einem kalten Winter die Solidarität mit der Ukraine uneingeschränkt bestehen bleiben müsse. Russland hat Gaslieferungen nach Europa vor dem Hintergrund des Kriegs dramatisch verringert, wodurch die Energiepreise stark angestiegen sind und die europäische Wirtschaft von einer Rezession bedroht ist.

Joseph Borrell: Er blickt mit Sorge auf die Beziehung zwischen Russland und der Ukraine.
Josep Borrell: Er blickt mit Sorge auf die Beziehung zwischen Russland und der Ukraine. (Quelle: Seeliger/imago-images-bilder)

Ukraine: Russland greift mit Kampfdrohnen an

10.52 Uhr: Die russische Armee hat nach Angaben aus Kiew erstmals Ziele nahe der ukrainischen Hauptstadt mit Kamikaze-Drohnen angegriffen. "Es gab sechs Einschläge und Explosionen", teilte der Gouverneur des Gebiets Kiew, Olexij Kuleba, am Mittwoch im Nachrichtendienst Telegram mit. In der Kleinstadt Bila Zerkwa sei ein Mensch verletzt worden. Getroffen worden sei Infrastruktur. In der Nacht hatte es in der Hauptstadt und dem angrenzenden Gebiet über drei Stunden lang Luftalarm gegeben.

Den Luftstreitkräften zufolge sind insgesamt zwölf iranische Drohnen aus südlicher Richtung auf Ziele geflogen. Der Iran hatte eine Lieferung offiziell bestritten. "Sechs von ihnen wurden abgeschossen, drei mit Flugabwehrraketen im Süden und ebenfalls drei wurden durch die Luftstreitkräfte abgeschossen", sagte der Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ihnat, im ukrainischen Fernsehen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Medienberichten zufolge soll eine Kaserne in Bila Zerkwa Ziel gewesen sein.

EU verabschiedet achtes Sanktionspaket

10.33 Uhr: Die EU-Staaten haben ein achtes Paket mit Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht. Wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten, billigten die ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten am Mittwoch unter anderem die rechtlichen Voraussetzungen für einen von den G7-Staaten unterstützten Preisdeckel für Ölimporte aus Russland. Die Einigung muss noch im schriftlichen Verfahren von den Hauptstädten der Mitgliedstaaten bestätigt werden.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: "Die von Putin ausgerufene illegale Annexion wird nichts ändern."
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Putin wird mit weiteren Sanktionen konfrontiert. (Quelle: Eurokinissi/imago images)

Russland: Truppen formieren sich in Cherson für Gegenangriff

10.25 Uhr: Nach den jüngsten Geländegewinnen ukrainischer Soldaten in der Region Cherson bereiten sich die dortigen russischen Soldaten einem Medienbericht zufolge auf einen Gegenangriff vor. Die russischen Truppen würden sich dazu derzeit neu aufstellen, "um ihre Kräfte zu sammeln und einen Vergeltungsschlag auszuführen", zitiert die Nachrichtenagentur RIA den von Russland eingesetzten Vertreter Kirill Stremusow.

London: Ukrainischer Vormarsch bremst Versorgung russischer Truppen

9.24 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste bereitet die fortschreitende Gegenoffensive der Ukraine Russland Probleme bei der Versorgung seiner eigenen Truppen. So seien ukrainische Einheiten in der nordöstlichen Region Charkiw bis zu 20 Kilometer hinter den Fluss Oskil in die russische Verteidigungszone vorgedrungen, hieß es am Mittwoch im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Damit näherten sich die Truppen einem Versorgungsknotenpunkt in der Stadt Swatowe. Die Ukraine könne mit ihren Waffensystemen nun mutmaßlich eine wichtige Straße in der Region angreifen und damit die Möglichkeiten der Russen, ihre Truppen im Osten mit Nachschub zu versorgen, weiter einschränken.

Die Geheimdienste gehen davon aus, dass der ukrainische Vormarsch auf die Grenzen des Gebiets Luhansk für die russische Führung besorgniserregend sein dürfte, nachdem diese die Region in der vergangenen Woche annektiert hat. Der völkerrechtswidrige Schritt wird von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.

Putin unterzeichnet Annexion der ukrainischen Gebiete

8.44 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die völkerrechtswidrige Annexion der besetzten Teile der ukrainischen Gebiete Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk abgeschlossen. Er unterzeichnete die zuvor von der Staatsduma und dem Föderationsrat beschlossenen Gesetze zur Integration der Regionen in russisches Staatsgebiet und setzte sie somit in Kraft, wie der Kreml am Mittwoch in Moskau der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mitteilte. Moskau kontrolliert aktuell nur Teile der annektierten Gebiete, doch sie stehen nun offiziell unter dem Schutz der Atommacht.

Putin hatte am Freitag mit den von Moskau eingesetzten Besatzern die international nicht anerkannten Verträge über den Beitritt unterzeichnet. Zusammen mit der bereits 2014 einverleibten Schwarzmeer-Halbinsel Krim kontrolliert Russland damit nun sieben Monate nach Beginn seines Angriffskriegs mehr als 16 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets. Mit der Annexion will sich die Vollversammlung der Vereinten Nationen am kommenden Montag in einer Dringlichkeitssitzung beschäftigen.

Bericht: 700.000 Russen haben das Land verlassen

7.09 Uhr: 700.000 Menschen haben Russland seit Putins Ankündigung der Teilmobilmachung verlassen. Das berichtet "Forbes Russia" unter Berufung auf eine Kreml-nahe Quelle. Die Präsidialverwaltung gab an, dass von 600.000 bis 700.000 Russen die Rede sei. Mehr als 200.000 Menschen sind offenbar nach Kasachstan geflohen. An den Grenzen sollen inzwischen Warteschlangen entstanden seien.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am 21. September angekündigt, 300.000 Reservisten einziehen zu wollen.

Das Wichtigste aus der Nacht: Selenskyj meldet Erfolge

5.45 Uhr: Ukrainische Truppen haben nach Angaben von Präsident Selenskyj Dutzende Ortschaften in den Regionen Cherson und Charkiw befreit. Russische Militärs zeigen Karten, auf denen ein Rückzug der eigenen Truppen zu sehen ist. Die USA schicken weitere Waffen, darunter Himars-Systeme. Lesen Sie hier die Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in der vergangenen Nacht.

Russische Angriffe auf Region Kiew und Charkiw gemeldet

2 Uhr: Der Gouverneur der Region Kiew, Oleksiy Kuleba, hat laut der ukrainischen Nachrichtenwebseite Kyivindependent gemeldet, dass am frühen Mittwochmorgen russische Streitkräfte die Stadt Bila Zerkwa mit sogenannten Kamikaze-Drohnen angegriffen hätten. Bila Zerkwa liegt 80 Kilometer südlich von Kiew. Nach Angaben des Gouverneurs fing ein Infrastrukturobjekt Feuer, eine Person wurde verletzt. Die Bergungs- und Löscharbeiten dauern an. Kuleba forderte die Bewohner auf, in Notunterkünften zu bleiben.

Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechhow, berichtet auf Telegram, dass die Bezirke Cholodnohirskyi und Novobavarskyi der Stadt von russischen Raketen angegriffen wurden. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden einige Infrastruktur- und Industrieobjekte getroffen. Angaben zu Verletzten liegen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Dienstag, 4. Oktober

Selenskyj: Dutzende weitere Ortschaften befreit

23 Uhr: Bei dem Vormarsch der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Tagen Dutzende Ortschaften aus russischer Besatzung befreit worden. Es gebe gute Nachrichten, sagte Selenskyj in einer am Dienstagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. "Die ukrainische Armee dringt ziemlich schnell und kraftvoll vor bei der gegenwärtigen Verteidigungsoperation im Süden unseres Landes." Es seien Ortschaften in den Gebieten Cherson, Charkiw, Luhansk und Donezk wieder unter ukrainische Kontrolle gebracht worden.

Insbesondere im Gebiet Cherson im Süden seien Ortschaften befreit worden. Die ukrainischen Streitkräfte sprachen am Abend von insgesamt acht Siedlungen. "Unsere Soldaten stoppen nicht. Und es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Okkupanten von unserem Land vertrieben haben", sagte Selenskyj.

Notenbank-Chef der Ukraine tritt zurück

22.10 Uhr: In der Ukraine hat Notenbankchef Kyrylo Schewtschenko mitten im Krieg mit Russland überraschend seinen Rücktritt eingereicht. "Aus gesundheitlichen Gründen, die ich nicht länger ignorieren kann, habe ich eine schwierige Entscheidung für mich getroffen", hieß es in einer am Dienstag bei der Zentralbank veröffentlichten Erklärung. Der 49-Jährige dankte Präsident Wolodymyr Selenskyj für das Vertrauen und die Zusammenarbeit. Nach der russischen Invasion vom 24. Februar sei die Arbeit des Finanzsystems ohne Unterbrechungen gesichert worden.

Medienberichten zufolge hatte sich zuletzt der Konflikt zwischen Finanzministerium und der Zentralbank verschärft. Schewtschenko hatte sich wegen des chronischen Haushaltsdefizits für Einsparungen ausgesprochen. Die weitere Finanzierung sollte demnach wegen der Gefahr einer Hyperinflation nicht mehr über die Notenpresse erfolgen. Im aktuellen Haushaltsentwurf für 2023 muss gut die Hälfte des Etats durch teils im Ausland aufgenommene Kredite bestritten werden.

Auf dem Währungsmarkt sei keine Panik ausgebrochen, und der massive Kapitalabfluss sei gestoppt worden, hieß es seitens der Zentralbank.

AKW-Chef wird nicht wieder zurückkehren

21 Uhr: Der von Russland vorübergehend festgenommene Chef des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja wird nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) diese Stelle nicht mehr antreten. Ihor Muraschow sei nun mit seiner Familie in ukrainisch kontrolliertem Gebiet vereint, heißt es in einer Erklärung. Es sei nicht klar, wer den Chefposten jetzt übernehmen werde.

Russische Militärkarten zeigen Gebietsverluste um Cherson

19.30 Uhr: Die russischen Streitkräfte, die die ukrainische Schwarzmeerregion Cherson im Süden besetzen, haben in den vergangenen Tagen offenbar schwere Gebietsverluste erlitten. Dies geht aus am Dienstag vom Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichten Karten hervor. Die in der täglichen Militärbesprechung enthaltenen Karten zeigen, dass die russischen Streitkräfte nicht mehr die Kontrolle über das Dorf Dudschany am Westufer des Dnjepr haben. In der nordöstlichen Region Charkiw zeigten Karten des Verteidigungsministeriums, dass die russischen Streitkräfte ihre Stellungen am Westufer des Flusses Oskil verlassen haben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Videobriefing aus Moskau: Die Angaben des russischen Militärs lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Video-Briefing des russischen Militärs: Die Angaben aus Moskau lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (Quelle: Screenshot/Video des Russischen Verteidigungsministeriums/t-online)

US-Präsident Biden sagt Ukraine weitere HIMARS-Systeme zu

18.59 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj weitere Unterstützung in Höhe von 625 Millionen Dollar zugesagt. Zu dem Paket gehörten auch Himars-Waffensysteme, teilt das US-Präsidialamt mit. Biden habe Selenskyj zugesichert, die USA würden die russische Annexion von ukrainischem Gebiet nie anerkennen.

Großbritannien kündigt Reaktion im Fall eines Atomangriffs an

18.38 Uhr: Großbritanniens Außenminister James Cleverly warnt Russlands Präsident Wladimir Putin vor dem Einsatz von Nuklearwaffen. "Es wäre unweigerlich so, dass der Einsatz von Atomwaffen durch irgendein Land auf der ganzen Welt nicht ohne Reaktion bleiben würde", sagt Cleverly auf einer Veranstaltung anlässlich des Parteikongresses der Konservativen in Birmingham. Wie diese Reaktion aussehen würde oder welche Schwelle überschritten werden müsse, um sie auszulösen, will er nicht sagen. Er fügt aber hinzu, dass Putin eine Reihe von strategischen Fehlern gemacht habe. Dies habe ihn international zunehmend isoliert.

Ukrainischer Regionalchef kündigt Evakuierungen in Luhansk an

17 Uhr: Der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, kündigt an, Bewohner größerer Städte bald zur Evakuierung aufzurufen. Hintergrund sei eine Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte zur Befreiung der kürzlich von Russland annektierten Region. "Bald werden wir die Menschen auffordern, die Großstädte der Region Luhansk zu verlassen", schreibt Hajdaj im Nachrichtendienst Twitter.

Angesichts der zerstörten Infrastruktur sei eine Rückkehr in die Städte in diesem Winter nicht möglich, prognostiziert Hajdaj – auch nach einer erfolgreichen Befreiungsaktion. "Es ist unmöglich, dort die Heizperiode zu beginnen; alles ist kaputt", schreibt Hajdaj.

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Die ukrainische Region Luhansk wird derzeit größtenteils von den russischen Streitkräften kontrolliert. In der Vorwoche wurden Scheinreferenden durchgeführt, die eine Aufnahme der Region in die Russische Förderation begründen sollen. Die Annexion von Luhansk und drei weiteren ukrainischen Gebieten wird international nicht anerkannt. Ein Teil von Luhansk wird bereits seit 2014 von russischen Separatisten besetzt gehalten.

Ukrainische Armee berichtet von Rückeroberung von weiteren Orten

14.45 Uhr: Bei Gegenangriffen in der Südukraine hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben weitere Ortschaften von russischen Truppen befreit. Der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, schrieb am Dienstag beim Nachrichtendienst Telegram von fünf Orten, die zurückerobert worden seien. In sozialen Netzwerken kursierten Videos aus dem lang umkämpften Dorf Dawydiw Brid und den Ortschaften Welyka Olexandriwka und Starossillja am Fluss Inhulez. Zudem sollen ukrainische Einheiten in Dudtschany am Fluss Dnipro eingerückt sein. Offizielle Bestätigungen lagen zunächst nicht vor.

Russland rechnet durch Annexion mit höherer Getreideernte

13.30 Uhr: Russland erwartet durch die völkerrechtswidrige Annexion von vier ukrainischen Gebieten künftig eine deutlich höhere Getreideernte. "In Anbetracht der dortigen Anbauflächen denke ich, dass mindestens fünf Millionen Tonnen Getreide in die russische Sparbüchse kommen werden", sagte Landwirtschaftsminister Dmitri Patruschew am Dienstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. "Ich denke auch, dass wir andere Feldfrüchte bekommen werden."

Präsident Wladimir Putin hatte vergangene Woche die Annexion der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja verkündet, die etwa 18 Prozent des international anerkannten ukrainischen Territoriums ausmachen. Wegen der am 24. Februar begonnenen russischen Invasion ist die ukrainische Getreideernte bereits deutlich zurückgegangen. Die Ukraine hat Russland wiederholt beschuldigt, Getreide aus besetzten Gebieten zu stehlen und landwirtschaftliche Flächen gezielt zu zerstören. Russland streitet dies ab.

Zudem ist die Schifffahrt im Schwarzen Meer gestört, über die die Ukraine Weizen und andere landwirtschaftliche Produkte in alle Welt exportiert. Die daraus resultierenden Unterbrechungen der Getreide- und Düngemittellieferungen lösten die schlimmste Krise der Ernährungssicherheit seit mindestens 14 Jahren aus, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) am vergangenen Freitag betonte. Etwa 345 Millionen Menschen seien mit lebensbedrohlichen Versorgungsengpässen konfrontiert.

Verbrannte Felder in der Region Cherson, Ukraine: Russland erwartet durch die Annexion eine Steigerung der Getreideernte.
Verbrannte Felder in der Region Cherson, Ukraine: Russland erwartet durch die Annexion eine Steigerung der Getreideernte. (Quelle: IMAGO/Ivan Rodionov)

Insider: Keine ungewöhnlichen Aktivitäten bei Russlands Atomwaffen

13.11 Uhr: Nach den Atom-Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin seien bislang keine ungewöhnlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Moskauer Atomwaffenarsenal festgestellt worden, sagt ein westlicher Regierungsvertreter, der anonym bleiben will, gegenüber Reportern. "Wir haben keine Indikatoren oder Aktivitäten gesehen, die aus unserer Sicht außerhalb der Norm liegen würden. Wir haben keine Aktivitäten gesehen, die über das übliche Maß hinausgehen."

Schoigu: Schon mehr als 200.000 Soldaten eingezogen

12.41 Uhr: Im Zuge der Teilmobilmachung in Russland sind nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu bereits mehr als 200.000 Menschen eingezogen worden. "Die Ausbildung erfolgt auf 80 Übungsplätzen und in sechs Ausbildungszentren", sagte er am Dienstag in Moskau seinem Ministerium zufolge.

Experten des britischen Verteidigungsministeriums hatten zuvor noch von erheblichen Problemen berichtet. Russland sei nicht mehr in der Lage, ausreichend Ausrüstung und militärisches Training für die große Zahl an Rekruten bereitzustellen, hieß es im täglichen Kurzbericht.

Schoigu sagte, die zuständigen Stellen seien angewiesen worden, den Rekruten die notwendige Kleidung und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen und sie einzuweisen. Nach Schoigus Darstellung haben sich viele Freiwillige gemeldet. Zahlen nannte er nicht. Es sollte niemand abgelehnt werden, "wenn es keine schwerwiegenden Gründe gibt".

Ukraine verbietet Gespräche mit Putin

12.07 Uhr: In der Ukraine sind Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verboten worden. Ein entsprechendes Dekret des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde am Dienstag auf dessen Webseite veröffentlicht. Dem ging eine Entscheidung des Rates für Sicherheit und Verteidigung voraus. Selenskyj hatte den Schritt bereits am vergangenen Freitag angekündigt.

Der Sicherheitsrat reagierte damit auf die russische Annexion von vier ukrainischen Gebieten in der Süd- und Ostukraine, die international als Völkerrechtsbruch kritisiert wurde. Selenskyj leitet den Rat bestehend aus Regierungsmitgliedern und den Chefs von Armee und Geheimdiensten.

200.000 Russen reisen in Kasachstan ein

9.52 Uhr: Seit der Teilmobilmachung des russischen Militärs vor knapp zwei Wochen sind bereits mehr als 200.000 russische Staatsbürger ins Nachbarland Kasachstan in Zentralasien eingereist. Diese Zahl nannte Innenminister Marat Achmetdschanow am Dienstag der Staatsagentur Kazinform zufolge vor Journalisten. Seit dem 21. September hätten 147.000 Russen die Ex-Sowjetrepublik aber wieder verlassen. Zu den Hintergründen sagte der Minister nichts.

"Gestern kamen mehr als 7.000 Bürger Russlands in Kasachstan an, etwa 11.000 verließen das Land", sagte Achmetdschanow. Es werde keine Einreisebeschränkungen für russische Staatsbürger geben. Bislang sind seinen Angaben zufolge 68 Anträge auf Einbürgerung gestellt worden.

Russlands Präsident Wladimir Putin will nach offizieller Darstellung rund 300.000 Reservisten einziehen lassen, um nach den Niederlagen der russischen Armee in der Ukraine die besetzten Gebiete zu halten. Er hatte deshalb eine Teilmobilmachung angeordnet, was bei vielen Russen Panik auslöste. Viele reisten ins Ausland aus – neben Kasachstans etwa auch nach Armenien, Georgien und in die Türkei.

Russisches Oberhaus stimmt für Annexion ukrainischer Gebiete

9.30 Uhr: Nach der Duma stimmt auch das russische Oberhaus für die Annexion der vier besetzten Gebiete in der Ukraine. Dem einstimmigen Beschluss des Föderationsrats zufolge sollen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – etwa 18 Prozent des international anerkannten ukrainischen Staatsgebiets – der Russischen Föderation angehören. Die Vorlage geht jetzt zurück an Präsident Wladimir Putin, nach dessen Unterschrift ist sie in Kraft. Die Provinzen sind allerdings nicht völlig unter Kontrolle der russischen Streitkräfte, weshalb die von der Regierung in Moskau angestrebten Grenzziehungen völlig unklar sind.

Der russische Föderationsrat in Moskau: Der festgenommene Politiker soll außerdem Dokumente gefälscht haben, auf deren Grundlage er Mitglied des Rates wurde.
Der russische Föderationsrat in Moskau (Archivbild): Die Politikerinnen und Politiker haben die Annexionen ukrainischer Gebiete gebilligt (Quelle: Stanislav Krasilnikov/imago-images-bilder)

Experten: Moskau kann Soldaten nicht ausrüsten

9 Uhr: Der russische Staat ist nach Ansicht britischer Militärexperten nicht mehr in der Lage, ausreichend Ausrüstung und militärisches Training für eine große Zahl an Rekruten bereitzustellen. Ein Anzeichen dafür sei, dass der Einberufungszyklus in diesem Jahr einen Monat später als üblich beginnen solle, hieß es am Dienstag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums zum Krieg in der Ukraine. Die jährliche Einberufung von etwa 120.000 Wehrpflichtigen in Russland unterscheide sich von der kürzlich beschlossenen Teilmobilmachung von Reservisten.

"Die Herausforderungen für Unterbringung, Training, Ausrüstung und Einsatz von mobilisiertem und einberufenem Personal sind erheblich", hieß es in der Mitteilung. Mängel in der russischen Verwaltung und den logistischen Systemen untergraben nach Ansicht der Briten diese Bemühungen.

Nordkorea unterstützt Annexionen Putins

7.55 Uhr: Nordkorea steht bei den völkerrechtswidrigen und international kritisierten Annexionen ukrainischer Gebiete durch Russland auf der Seite Moskaus. Die zuvor abgehaltenen Scheinreferenden in den vier Gebieten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja seien "im Einklang mit der UN-Charta" abgehalten worden, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Dienstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Jo Cheol Su, Generaldirektor für internationale Organisationen im nordkoreanischen Außenministerium, sagte zudem, dass man die Haltung der russischen Regierung bei der Annexion der Gebiete unterstütze. Im Juli erkannte Nordkorea als weltweit drittes Land nach Russland und Syrien die Unabhängigkeit der prorussischen Separatisten-Republiken Donezk und Luhansk in der Ukraine an.

Russischer Präsident Putin
Kremlchef Wladimir Putin in Moskau: Er hat vier Gebiete der Ukraine annektiert und wird nun von Nordkorea unterstützt. (Quelle: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa/dpa-bilder)

Kiew greift weiter an – die Nacht im Überblick

6.30 Uhr: Russland hat weiter Probleme an der Front und bei der Mobilmachung. Die ukrainische Führung freut sich, verwickelt sich aber rhetorisch in einen Nebenkriegsschauplatz mit Elon Musk. Hier lesen Sie einen Überblick zum Geschehen in der Nacht und einen Ausblick auf den Tag.

IWF prüft 1,3 Milliarden Dollar an Nothilfen für Ukraine

2.01 Uhr: Das Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird am Donnerstag Insidern zufolge den Antrag der Ukraine auf 1,3 Milliarden Dollar an Notfallmitteln prüfen. Die Ukraine habe ausreichende finanzielle Zusicherungen von ihren globalen Partnern erhalten, um die Anforderungen des IWF an die Schuldentragfähigkeit zu erfüllen und sich für die Notfinanzierung zu qualifizieren, sagen zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die notwendigen Dokumente für die Bereitstellung der Mittel seien bereits vorbereitet.

Dienstag, 4. Oktober

Selenskyj: Ukrainische Streitkräfte rücken weiter vor

23.30 Uhr: Die ukrainische Armee rückt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiter gegen die russischen Streitkräfte vor. Zudem hätten die ukrainischen Truppen weitere Städte in etlichen Gebieten zurückerobert, sagte Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft. Details nannte er nicht. Er kündigte jedoch die Auszahlung von Renten und Sozialleistungen in den wiedergewonnenen Territorien an.

"Russische Propagandisten schüchtern die Menschen in den noch von den Besatzern kontrollierten Gebieten ein, dass die Ukraine angeblich fast jeden, der in den besetzten Gebieten bleibt, als Kollaborateure betrachten werde. Absolut wirres Zeug", sagte Selenskyj zudem in dem Video.

Wolodymyr Selenskyj: Seine Aussagen zu Präventivschlägen sorgten für Irritationen.
Wolodymyr Selenskyj: Seine Armee kann ihm zufolge weitere Erfolge verbuchen. (Quelle: imago images)

US-Vertreter: Sehen keine groß angelegte Truppen-Verstärkung der Russen

22.15 Uhr: Die USA haben trotz einer Teilmobilmachung durch Moskau bisher keine groß angelegte Verstärkung der russischen Truppen in der Ukraine beobachtet. Das sagt ein US-Militärvertreter. "Grob gesagt haben wir eine relativ kleine Zahl (russische Verstärkung) gesehen...jedoch nichts in großem Stil zu diesem Zeitpunkt", erklärt der Vertreter, der namentlich nicht genannt werden will.

Musk sorgt mit Ukraine-Friedensplan für Empörung

22.06 Uhr: High-Tech-Milliardär Elon Musk hat mit einem Plan für "Frieden" in der Ukraine und einer Twitter-Abstimmung über seine Vorschläge die Wut der ukrainischen Regierung auf sich gezogen. Der Chef des US-Elektroautobauers Tesla und reichste Mensch der Welt ließ seine mehr als 107 Millionen Follower auf Twitter am Montag über einen Vier-Punkte-Plan abstimmen, der unter anderem neue Abstimmungen in den von Russland annektierten Gebieten in der Ukraine unter UN-Aufsicht vorschlägt. Der ukrainische (Noch-)Botschafter Andrij Melnyk reagierte ausfallend, auch Staatschef Wolodymyr Selenskyj mischte sich ein. Mehr dazu lesen Sie hier.

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP, Reuters
  • t-online
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