Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePolitikUkraine

Abrams M1 für die Ukraine? Das kann der Superpanzer des US-Militärs


Der Superpanzer der US-Streitkräfte

Von Patrick Diekmann

Aktualisiert am 20.01.2023Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

US-Kampfpanzer in Kalifornien.
US-Kampfpanzer in Kalifornien. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen
Symbolbild für einen TextCDU-Abgeordneter gestorbenSymbolbild für einen TextBelästigung an Uni: Schwere Vorwürfe
Schafft Schalke heute den ersehnten Sieg?
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Die Bundesregierung möchte erst Leopard-2-Panzer an die Ukraine geben, wenn die USA M1 Abrams liefern. Aber ist das überhaupt sinnvoll? Ein Überblick.

Nach monatelangen Diskussionen rückt die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine näher. Kanzler Olaf Scholz (SPD) ist nach übereinstimmenden Medienberichten nun dazu bereit – aber nur unter Bedingungen. Laut "Süddeutscher Zeitung" und "Bild"-Zeitung stellte Scholz in einem Telefonat mit US-Präsident Joe Biden klar, Deutschland könne nur liefern, wenn die USA ihrerseits der Ukraine eigene Abrams-Kampfpanzer zur Verfügung stellen.

Aber ergibt diese Debatte überhaupt Sinn? Würde eine Abgabe der M1 Abrams der Ukraine weiterhelfen? Ein Überblick:

Was ist der M1 Abrams?

Der M1 Abrams ist seit 1980 der reguläre Kampfpanzer der USA und das Rückgrat der US-Streitkräfte. Seither wurde der Panzer stetig modernisiert und hat diverse Kampfwertsteigerungen erhalten. Bessere Panzerung, einen schnelleren und leiseren Antrieb und mehr Feuerkraft. Die neuesten Versionen des M1 Abrams gehören deshalb zu den modernsten Kampfpanzern der Welt. Das aktuelle Modell ist der M1A2, aber der Kampfpanzer der nächsten Gegenration – der AbramsX – wurde bereits 2022 vorgestellt.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Wer nutzt den Kampfpanzer?

Trotz seiner Leistungsfähigkeit wird er im Vergleich zum Leopard 2 aber nicht von vielen Armeen verwendet. Neben den US-Streitkräften vertrauen Australien, Ägypten, der Irak, Kuwait, Marokko, Saudi-Arabien und Griechenland auf den Abrams. Auch Polen hat Hunderte gebrauchte Panzer von den USA bestellt.

Wo hat er sich bewährt?

Die US-Streitkräfte haben den M1A2 Abrams vor allem in Wüsten oder Steppen in Afghanistan und im Irak eingesetzt. Für eben diese äußeren Bedingungen gilt er als zuverlässiger Panzer. Das war aber nicht immer so: Anfangs machte der Antrieb massive Probleme, weil er auf sandigem Untergrund zu viel Dreck anzog und zu oft versagte. Die häufig auftretenden Pannen wurden durch den Einbau eines Filters behoben.

Was sind die Stärken und die Schwächen des M1 Abrams?

Als Stärken des M1 Abrams gelten seine 120-Millimeter-Kanone von Rheinmetall, seine Kompositpanzerung aus verschiedenen Materialien sowie seine Zuverlässigkeit: Seit 1980 hat die US-Armee nur 18 Abrams M1 verloren, wobei die Hälfte davon wegen Schäden außer Dienst gestellt wurden; die anderen neun wurden im Golfkrieg 1990 zerstört, allerdings, ohne dass dabei US-Soldaten getötet wurden. Das liegt auch an verschiedenen Sicherungssystemen, die die Besatzung vor explodierender Munition schützen sollen – ein großes Problem vieler russischer Panzer.

Eine Besonderheit des M1 Abrams im Vergleich zu anderen Kampfpanzern ist sein Antrieb: Der besteht aus einer Gasturbine, die aber auch Benzin, Diesel oder Kerosin verbrennen kann. Die Turbine mit 1.500 PS gilt als leistungsstark, zuverlässig und kampferprobt – verbraucht aber deutlich mehr Treibstoff als beispielsweise der Dieselmotor eines Leopard 2. Der hohe Spritverbrauch erschwert die Versorgung des Panzers im Gefecht, seine Reichweite mit bis zu 500 Kilometern ist aber vergleichbar mit der des Leopard 2.

Begehrtes Kriegsgerät: Aufnahmen zeigen die Kampfkraft des Leopard II. (Quelle: t-online)

Ist der Abrams der richtige Panzer für die Ukraine?

Eigentlich nicht. Zunächst einmal sind die Logistikketten zu lang und teuer. Die USA müssten die schweren Panzer zunächst einmal nach Europa verschiffen und die Ausbildung an der komplexen Technik ist aufwendig. Aber damit würden die Probleme nicht aufhören: Der Panzer ist sehr wartungsanfällig und Ersatzteile sind in Europa kaum vorhanden. Die westlichen Unterstützer der Ukraine müssten also eine komplexe Wartungs- und Reparaturlogistik aufbauen. Auch das ist lang und teuer.

Im Prinzip wäre der Leopard 2 dementsprechend eine logische Ergänzung für die Verteidigung der Ukraine. Zwar würde die ukrainische Armee sicherlich auch den Abrams nehmen, weil er zu den modernsten Kampfpanzern der Welt gehört, aber auch und weil sie wissen: Kanzler Scholz kann seine Leopard-Blockade nicht aufrechterhalten, wenn nach den Briten nun auch die USA Kampfpanzer liefern. Ausreichend freies Gerät wäre ab Sommer 2023 auch vorhanden, weil die US-Streitkräfte Hunderte ältere Abrams ausmustern wird. Trotzdem ist das vermutlich nur die B-Lösung, falls Deutschland sich nicht bewegt.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • tagesschau.de: "Kämpfen, schützen, spähen - was Panzer können"
  • futurezone.at: "Der nächste Kampfpanzer der USA kommt mit Hybrid-Antrieb"
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Medwedew: "Die gesamte Ukraine wird brennen"
  • Rahel Zahlmann
  • Arno Wölk
Von Rahel Zahlmann, Arno Wölk
AustralienBundesregierungDeutschlandFloridaGriechenlandIrakJoe BidenKalifornienMarokkoOlaf ScholzSPDSaudi-ArabienUSAUkraineÄgypten

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfe & ServiceFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website