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F-16-Kampfjets für die Ukraine: Putins Bomber sind gegen sie machtlos


Gegen diesen Jet sind Putins Bomber machtlos


Aktualisiert am 20.08.2023Lesedauer: 3 Min.
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Kampfjet für die Ukraine? Aufnahmen zeigen die wendige F-16 in Aktion. (Quelle: t-online)

Kein anderer Kampfjet ist so verbreitet wie die F-16. In Europa hätte die Ukraine viele Lieferanten in direkter Nachbarschaft. Nun gaben die USA grünes Licht.

Westliche Kampfjets schienen für die Ukraine lange unerreichbar zu sein, doch jetzt haben die USA ihre Zustimmung gegeben: Man habe Dänemark und den Niederlanden in Aussicht gestellt, der Lieferung ihrer F-16-Kampfjets an Kiew "beschleunigt" zu genehmigen, hieß es diese Woche in Washington.

Voraussetzung sei, dass die Ausbildung der ukrainischen Piloten und Techniker abgeschlossen sei, so ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums am Freitag. Mehrere europäische Länder, darunter Dänemark, die Niederlande, aber auch Frankreich und Großbritannien, hatten sich in den vergangenen Monaten bereit erklärt, ukrainische Piloten auszubilden. In Dänemark hat die Pilotenausbildung bereits begonnen.

Doch was kann der Jet überhaupt? Wie wirksam ist die F-16 in der Bekämpfung russischer Flugzeuge? Und wie steht es mit der Beteiligung Deutschlands an der "Kampfjet-Koalition"? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die größte F-16-Flotte Europas

Aus ukrainischer Sicht ist die F-16 das ideale Flugzeug, um die eigene Flotte aus sowjetischen MiG-Kampfjets zu ersetzen. Seit Mitte der 1970er-Jahre wird die für die US-Air-Force entwickelte F-16 in Serie produziert. Laut Hersteller Lockheed Martin sind bis heute rund 3.000 Exemplare der Maschine in 25 Ländern im Einsatz – mehr als von jedem anderen Kampfjet. Deutschland beteiligt sich nicht an der Kampfjet-Koalition, da die Bundeswehr die F-16 nie genutzt hat.

Die meisten F-16 befinden sich in den Beständen von zwölf Nato-Armeen. Über den Großteil – mehr als 2.200 Exemplare – verfügt die US-Armee. Die Türkei hat mit 270 Stück die größte F-16-Flotte in Europa, gefolgt von den Niederlanden mit 213, Griechenland mit 170 und Belgien mit 160. Auch Polen, Dänemark und Italien haben jeweils mehrere Dutzend F-16 in ihren Hangars. Die Ukraine hätte also viele mögliche Zulieferer und technisches Know-how in direkter Nachbarschaft.

Entwickelt wurde die F-16 zunächst als reines Jagdflugzeug, um den schnellen und wendigen MiGs der Sowjetunion und ihrer Verbündeten etwas entgegenzusetzen – in den Luftkämpfen des Vietnamkriegs waren die US-Flugzeuge oft weit unterlegen. Dann wurde sie zum Allzweckflugzeug weiterentwickelt, das auch mit Bomben gegen Bodenziele bestückt werden kann.

Die F-16 ist relativ günstig

Diese Vielseitigkeit brachte ihr in vielen Armeen den Ruf als Arbeitstier ein, das zu allen möglichen Einsätzen taugt. Zum Verkaufsschlager wurde die F-16 auch dank ihres relativ niedrigen Preises von unter 30 Millionen Euro pro Stück. Zum Vergleich: Die neuen F-35 Kampfjets der Bundeswehr kosten mehr als 100 Millionen Euro pro Stück.

Hinzu kamen technische Neuerungen wie das tropfenförmige Cockpitfenster, das dem Piloten beinahe volle Rundumsicht bietet; der Steuerknüppel ist bei der F-16 seitlich angeordnet, was sie auch bei extremen G-Kräften im schnellen Kurvenflug manövrierfähig hält. Die F-16 gehörte außerdem zu den ersten Kampfjets, die den Piloten mit einem Bordcomputer unterstützt, der das instabile Flugverhalten der Maschine im Unterschallflug ausgleicht.

Die F-16 trifft auf 180 Kilometer Entfernung

Die Standardwaffe der F-16 zur Bekämpfung gegnerischer Kampfflugzeuge ist eine im Rumpf verbaute, sechsläufige Maschinenkanone. Ihre Tragflügel können zudem mit wärmesuchenden Kurzstreckenraketen wie der AIM-9 Sidewinder und der radargestützten Langstreckenrakete AIM-120 AMRAAM bestückt werden. Letztere kann feindliche Flugzeuge auf eine Entfernung von bis zu 180 Kilometer abschießen. Auch das macht die F-16 so wertvoll für die Ukraine.

Bisher nämlich konnte Russland seine überlegene Luftwaffe kaum gegen die geschickte Luftverteidigung der Ukrainer ausspielen. Seit dem Frühjahr setzt Russland jedoch verstärkt auf sogenannte Gleitbomben: einfache Fliegerbomben, die mit kleinen Tragflächen und teilweise mit einer Satellitensteuerung versehen aus großer Distanz abgefeuert werden und dann ins Ziel gleiten. Die russischen Kampfjets bleiben so außer Reichweite der ukrainischen Flugabwehr. Bislang sieht Kiew keine Handhabe gegen diese neue russische Taktik.

"Piloten brauchen zwei Jahre Ausbildung"

Bis die ukrainische Armee aber tatsächlich über die F-16-Jets verfügt, dürfte noch einige Zeit vergehen. "Piloten ohne Vorerfahrung brauchen bestimmt bis zu zwei Jahre Ausbildung, bis sie kampffähig sind", sagte der Verteidigungsexperte Christian Mölling im Mai zu t-online. "Das ist auch ein Schritt, um die Ukraine mittel- und langfristig verteidigungsfähig gegenüber Russland zu machen."

Wie sehr die F-16 in der seit Juni laufenden ukrainischen Gegenoffensive hilft, muss sich zeigen. Aktuell profitiert Kiew wohl mehr von Marschflugkörpern mit gut 200 Kilometern Reichweite, die Großbritannien und Frankreich geliefert haben. Die Ukraine setzt die Waffen vor allem gegen russische Nachschubwege ein.

Auch Deutschland könnte ähnliche Waffensysteme liefern: Der Taurus-Marschflugkörper kann sogar Ziele in einer Entfernung von 500 Kilometern bekämpfen. Laut t-online-Informationen werde die Bundesregierung "in Kürze" eine Lieferung der Taurus-Waffen an Kiew verkünden (mehr dazu lesen Sie hier).

Verwendete Quellen
  • f-16.net: Users (Stand: 17. Mai 2023)
  • lockheedmartin.com: F-16 Fighting Falcon Fast Facts (Stand: April 2023)
  • faz.net: Was kostet eigentlich ein Kampfflugzeug? (Stand: Februar 2016)
  • statista.com: Teuerste Kampfflugzeuge der Welt nach Baukosten im Jahr 2020
  • Telefonat mit Christian Mölling
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