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WOCHENAUSBLICK: Selbst starke Quartalszahlen drohen als Kurstreiber auszufallen

Von dpa-afx
Aktualisiert am 19.07.2021Lesedauer: 2 Min.
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Können die Quartalsberichte der Unternehmen den auf hohem Niveau stagnierenden Börsen in der neuen Woche nochmals Auftrieb geben? Mehr als 70 europĂ€ische Konzerne öffnen dann laut der Bank UBS ihre BĂŒcher. Darunter die UBS selbst und BranchengrĂ¶ĂŸen wie SAP , Volvo, die Pharmariesen Roche und Novartis, der Industriekonzern ABB und der Telekomgigant Vodafone. Die Erwartungen der Investoren sind hoch gesteckt, es könnte also eng werden fĂŒr eine Fortsetzung der Rally.

"Am Markt ist die Erwartung, dass die Unternehmen die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt haben", schreibt UBS-Stratege Nick Nelson. Von 15 großen Konzernen, die zuletzt Zahlen veröffentlicht hatten, hĂ€tten elf die Erwartungen ĂŒbertroffen, vier hĂ€tten sie verfehlt. Von den Dax-Konzernen konnten BASF , Volkswagen , die Deutsche Post und der Chemieproduzent Covestro mit ihren Eckdaten und Ausblicken die Erwartungen ĂŒberbieten. Bei Daimler wurden fehlende Aussagen zum weiteren Jahresverlauf moniert und Siemens Energy enttĂ€uschte schwer mit einer Gewinnwarnung.

Angesichts dieser Gemengelage stieg der Dax im Wochenverlauf geradezu in Trippelschritten auf weitere RekordstĂ€nde. Den nachhaltigen Ausbruch ĂŒber den Widerstand bei 15 800 Punkten schaffte der deutsche Leitindex aber nicht mehr. Seit einem Monat hĂ€ngt er schon unter dieser HĂŒrde fest. Zieht man in Betracht, dass Unternehmen zumeist mit ĂŒberraschend guten Ergebnissen die Anleger frĂŒhzeitig erfreuen wollen, so könnte es in den kommenden heißen Wochen durchaus zu EnttĂ€uschungen kommen.

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Andererseits machen Dax & Co aber auch keinerlei Anstalten, den Ausbruch nach unten zu versuchen. Die jĂŒngsten zwei nennenswerten RĂŒcksetzer endeten schon bei 15 300 ZĂ€hlern. "Sobald es mit dem Dax um mehr als 100 Punkte nach unten geht, kommen KĂ€ufer zurĂŒck in den Markt", stellte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners am Freitag fest mit Blick auf die SchwĂ€che am Donnerstag. Es gebe also ein gewisses Kaufinteresse, aber eben nicht auf Rekordniveau.

Stratege Frank Klumpp von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg (LBBW) fasste die Lage so zusammen: "Die Anleger sind kurzfristig sehr vorsichtig, mittelfristig aber zuversichtlich". Dies verwundert nicht nach einem Dax-Anstieg von 14 Prozent seit Jahresbeginn. Die beschriebene Konstellation mache eine ausgeprĂ€gte KursschwĂ€che im Sommer unwahrscheinlich, meint der Experte. Denn auf eine solche Korrektur dĂŒrften sich die Investoren bereits vorbereitet und mit ihren Portfolios abgesichert haben.

Die EuropĂ€ische Zentralbank dĂŒrfte das mittelfristige Zutrauen der Börsianer am Donnerstag wohl nicht durchkreuzen. Zuletzt hatte sie mitgeteilt, das Inflationsziel von "nahe, aber unter zwei Prozent" auf "zwei Prozent" zu erhöhen. "Damit kann die lockere Geldpolitik noch lĂ€nger betrieben werden", schlussfolgerte LBBW-Stratege Klumpp. Ein zeitnahes Ende der WertpapierkĂ€ufe der Notenbank erscheine vor diesem neuen strategischen Hintergrund ausgeschlossen./bek/tih/jha/he
--- Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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