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Scoring soll Hinweise ├╝ber Kreditw├╝rdigkeit geben

Von dpa
Aktualisiert am 23.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Auskunfteien wie die Schufa bewerten die Kreditw├╝rdigkeit von Verbrauchern.
Auskunfteien wie die Schufa bewerten die Kreditw├╝rdigkeit von Verbrauchern. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Bevor Unternehmen einen Kredit gew├Ąhren, Waren gegen Rechnung nach Hause liefern oder einen Smartphone-Vertrag vergeben, wollen sie meist wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Auskunft ├╝ber die Bonit├Ąt ihrer Kunden bekommen sie in der Regel bei Wirtschaftsauskunfteien wie Schufa, Creditreform oder B├╝rgel. Die Unternehmen f├╝hren Verbraucherdaten zusammen. Die Informationen werden ihnen durch Unternehmen ├╝bermittelt, die mit Verbrauchern Vertr├Ąge abgeschlossen haben. Auf dieser Grundlage wird die Bonit├Ąt von Verbrauchern ermittelt und in einem sogenannten Score abgebildet.

Mit diesem Wert entscheiden Vertragspartner, ob sie den jeweiligen Kunden f├╝r kreditw├╝rdig halten. "Wenn man einen schlechten Score bekommt, bekommt man Waren eventuell nur gegen Vorkasse oder Kredite nur noch mit schlechtem Zinsangebot", erl├Ąutert Matthias Spielkamp, Mitbegr├╝nder der NichtregierungsorganisationAlgorithmwatch.

Scoring erm├Âglicht Unterscheidung von Kunden

Scoring wird als notwendig angesehen, weil es erm├Âglicht, s├Ąumige Zahler von den Kunden ohne Zahlungsst├Ârungen zu unterscheiden und so das Wirtschaftsleben zu erleichtern. "Man soll nicht bei jeder Bestellung seine Gehaltsabrechnung beilegen m├╝ssen", sagt Marit Hansen, Landesdatenschutzbeauftragte f├╝r Schleswig-Holstein.

Welche Daten erhoben werden, kann sich je nach Auskunftei unterscheiden. "Dabei werden nicht nur Daten verwendet, die die Unternehmen von ihren Gesch├Ąftspartnern durch automatisierte Meldesysteme ├╝bermittelt bekommen, sondern auch allgemein erh├Ąltliche Informationen", so Spielkamp.

So gibt zum Beispiel dieSchufaan, zu den bei ihr registrierten Personen Geburtsdatum, Geschlecht, Anzahl der im Gesch├Ąftsverkehr verwendeten Anschriften, Informationen ├╝ber bisher aufgenommene Kredite und bisherige Zahlungsst├Ârungen zu erheben. Dagegen werden keine Informationen zu Beruf oder Familienstand gespeichert.

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Verbrauchersch├╝tzer sehen Praxis kritisch

NachAngaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalenflie├čen in die Datenverarbeitung mancher Auskunfteien auch Merkmale wie Umzugsh├Ąufigkeit, Wohndauer und Wohnumfeld mit ein. Informationen zu Zahlungsr├╝ckst├Ąnden d├╝rfen nur unter Einhaltung engerdatenschutzrechtliche Grenzenin den Bonit├Ątsscore einflie├čen.

Das ist dies unter anderem nur zul├Ąssig, nachdem s├Ąumige Zahler zweimal schriftlich gemahnt worden sind und vier Wochen zwischen erster Mahnung und Weitergabe der Daten liegt. Betroffene m├╝ssen ├╝ber die geplante Meldung unterrichtet worden sein.

Datenschutzrechtlich nicht in Ordnung ist das heimliche Auswerten von Daten aus sozialen Netzwerken, das sogenannte social scoring. "Wenn es allerdings doch passiert, kann man sich kaum wehren", sagt Hansen. "Die bisherige Rechtsprechung ist nicht immer datenschutzfreundlich." Betroffene wissen h├Ąufig nicht, welche ihrer Daten benutzt werden und ob die herangezogenen Angaben korrekt sind.

Auch wie sich der Score im Einzelfall errechnet, wird von den Auskunfteien als Gesch├Ąftsgeheimnis behandelt. "Wenn die B├╝rger nicht ├╝berblicken k├Ânnen, welche Handlungen den Score beeinflussen, haben sie auch keine M├Âglichkeit, durch eigenes Verhalten ihre Bewertung zu verbessern", gibt Spielkamp zu bedenken.

Probleme treten bei fehlerhaften Daten auf

Schwierigkeiten treten immer dann auf, wenn die Daten nicht korrekt sind oder wenn die erhobenen Daten falsch verkn├╝pft werden. "Der nicht transparente Mechanismus ist schwer anzugreifen", sagt Hansen.

Mitunter gebe es Probleme, wenn die Schulden am Ende doch noch beglichen werden, berichtet Spielkamp: "Der Ausgleich muss zwar auch gemeldet werden, aber es kann vorkommen, dass der Score dann trotzdem nicht berichtigt wird." Auch wenn Betroffenen ein Vertrag mit haltlosen Zahlungsaufforderungen untergeschoben wird, kann ein solch unberechtigter Vorgang bei Auskunfteien landen und in deren Bewertung zu einem schlechteren Score-Wert f├╝hren.

DieVerbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehltdaher, mindestens einmal im Jahr bei den Auskunfteien Informationen einzuholen, welche personenbezogenen Daten dort zu welchem Zweck gespeichert sind, woher diese stammen und an wen sie weitergegeben werden. Nachweislich falsche oder unzul├Ąssig gespeicherte Daten m├╝ssen die Auskunfteien berichtigen, l├Âschen beziehungsweise sperren.

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