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Auf Einkaufstour im Fondssupermarkt?

Von dpa
Aktualisiert am 03.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Internet eröffnet neue Vertriebsmöglichkeiten: Für Fonds gibt es zum Beispiel Discounter.
Das Internet eröffnet neue Vertriebsmöglichkeiten: Für Fonds gibt es zum Beispiel Discounter. Beratung finden Kunden dort aber nicht. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn./dpa)
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Köln/Düsseldorf (dpa/tmn) - Egal ob Käse, Wurst oder Obst - beim Discounter kaufen Kunden preiswerter ein als anderswo. Doch Supermärkte gibt es nicht nur für Lebensmittel. Auch Fonds kann man in Discountern kaufen. Doch die heißen weder Lidl noch Aldi und haben auch keine stationären Geschäfte.

Fondsdiscounter wie AVL Finanzvermittlung, Fondsdiscount, Fonds for less oder FondsSuperMarkt sind Vermittlungsunternehmen, die auf Plattformen im Internet Anlegern Fonds und ETFs anbieten. Weil die Anbieter hier auf Gebühren wie Ausgabeaufschlag verzichten und die Fonds den Kunden zur Selbstbedienung ins virtuelle Regal stellen, wird das Konzept mit dem der Lebensmitteldiscounter verglichen.

"Anleger sparen beim Fondskauf oft erheblich", sagt der Kölner Finanzmarktexperte und Geschäftsführer der z-invest GmbH, Uwe Zimmer. Im Gegenzug müssen Anleger oft auf Beratung verzichten. "Der Fondssupermarkt verspricht, dass durch seine Einschaltung beim Anleger keine zusätzlichen Kosten anfallen", erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Das Fondsdepot ist zudem oft gratis.

Kunden müssen sich alleine informieren

Das Sortiment der Fondsdiscounter ist oft breit. Manche haben auch Altersvorsorgeprodukte rund um Riester- und Rürup-Renten im Angebot. Anteile an geschlossenen Fonds sind mitunter ebenfalls zu haben. Einige Anbieter locken mit Fonds für Vermögenswirksame Leistungen.

Was zunächst so attraktiv klingt, kann aber für manche Anleger einen Haken haben: Sie erhalten zwar vom Anbieter sämtliche Infos zu dem Fonds wie Konditionen und Rabatte. "Die Entscheidung, ob das Produkt für einen wirklich sinnvoll ist, müssen Anleger in vielen Fällen alleine treffen", betont Zimmer. Aus Sicht von Scherfling sind Fondssupermärkte daher eher etwas für erfahrenere Anleger.

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Wer für sich eine Wahl getroffen hat, ordert im Fondssupermarkt - der wie ein Fondsvermittler agiert. Er leitet den Kundenwunsch an die Fondsgesellschaft weiter. "Das Geld des Kunden landet also nicht beim Vermittler, sondern bei der Fondsgesellschaft oder Bank", so Zimmer.

Vermögen ist sicher

Weil das Geld eben nicht beim Fondssupermarkt angelegt wird, sondern bei externen Geldinstituten auf ein für den Kunden eingerichtetes Verrechnungskonto fließt, ist es durch die gesetzliche Einlagensicherung oder eine als gleichwertig anerkannte Institutssicherung geschützt. Darauf weist Scherfling hin.

Was bedeutet: Im Fall einer Kapitalmarktkrise müssen Kunden nicht den Verlust ihrer Guthaben fürchten. Geschützt sind in Deutschland mindestens 100 000 Euro pro Kunde und Bank. "Fondsanteile selbst gelten als Sondervermögen", so Scherfling. Da es getrennt vom Vermögen einer Investmentgesellschaft verwaltet wird, ist es im Insolvenzfall vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt.

Keine Frage: Ein Vermittler kann dafür sorgen, dass der Kauf von Fondsanteilen nicht nur preiswerter, sondern auch bequemer wird. "Vor dem Kauf heißt es aber erst einmal Augen auf", rät Scherfling. Prüfen sollten Anleger etwa, ob Fonds tatsächlich alle ohne Ausgabeaufschlag zu kaufen sind.

Bedingungen gut prüfen

Ebenfalls wichtig: Ist das Wertpapierkonto wirklich kostenlos - oder erst ab einem bestimmten Depotwert? Fallen in der Tat keine Transaktionskosten an oder gilt das erst ab einem bestimmten Anlagebetrag oder für ganz bestimmte Fonds?

Worauf Anleger beim Anbieter selbst achten sollten: Gibt es eine Hotline, an die sich Kunden bei Fragen wenden können und zu welchen Uhrzeiten ist sie erreichbar? Ist eine Kontaktaufnahme auch per Mail oder über Messengerdienst möglich?

Ein Tipp von Zimmer: "Im Idealfall macht es der Anbieter technisch möglich, dass sich der Interessierte auf der Webseite plattformübergreifend über den Fonds informiert." Das ist vor allem wichtig, wenn der Anbieter selbst keine Beratung offeriert. So kann der Anleger alles, was er wissen muss, selbst zusammentragen.

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