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Fehlüberweisung: Eine Überweisung zurückholen – Anleitung

Fehlüberweisung  

Wie Sie eine Überweisung zurückholen können

Von Sabrina Manthey

10.03.2019, 09:58 Uhr
Fehlüberweisung: Eine Überweisung zurückholen – Anleitung. SEPA-Überweisungsträger: Die IBAN ist lang, ein Fehler schnell gemacht. Nun ist Schnelligkeit gefragt. (Quelle: Getty Images/ollo)

SEPA-Überweisungsträger: Die IBAN ist lang, ein Fehler schnell gemacht. Nun ist Schnelligkeit gefragt. (Quelle: ollo/Getty Images)

Einmal nicht richtig hingeschaut, einen Zahlendreher eingebaut – und das Geld landet auf dem falschen Konto. Unterlaufen beim Ausfüllen von Überweisungsformularen Fehler, ist der Schreck erstmal groß. Doch Ruhe bewahren. Es gibt Möglichkeiten, Überweisungen zurückbuchen zu lassen.

Es ist schon ein Kreuz mit der langen IBAN. Schnell die Zahlen verwechselt und ein fremder Empfänger freut sich über einen unerwarteten Geldregen. Nicht nur bei falscher IBAN, auch bei falschen Adressaten oder fehlendem Verwendungszweck wünscht sich der Absender manchmal sein Geld zurück. Dann heißt es erst einmal: Ruhe bewahren. Viele Banken bieten bei einer fehlhaften Überweisung oder einer gänzlichen Fehlüberweisung einen Rückrufservice an – allerdings meist kostenpflichtig und unter Vorbehalt.

Einige Tipps, wie Sie Ihre Überweisung zurückholen können

Kann ich die Überweisung zurückziehen?

Bei einer Fehlüberweisung ist Schnelligkeit gefragt: Sobald Sie bemerkt haben, dass Ihre Überweisung an ein falsches Konto gegangen sein könnte, sollten Sie umgehend Ihre Bank kontaktieren und mitteilen, dass Sie eine Überweisung zurückbuchen möchten.

Wenn das Geld noch nicht von Ihrem Konto abgebucht wurde oder aber auf dem Sammelkonto liegt und dem Empfängerkonto noch nicht gutgeschrieben wurde, können Sie die Überweisung stoppen. Schwieriger wird es, wenn der Betrag bereits die Bank verlassen hat. Sobald das Geld auf dem Konto der Empfängerbank liegt, kann Ihre Bank in den Überweisungsvorgang nicht mehr eingreifen.

In der Regel dauert eine Überweisung zu einer anderen Bank zwischen drei und 24 Stunden, da das Geld erst auf ein Sammelkonto fließt, bevor es an das Konto des Empfängers übergeben wird. Bei Überweisungen innerhalb des eigenen Bankinstituts erfolgt die Transaktion jedoch häufig direkt.

Die Annahmefristen für Onlinebanking

Da ein paar Minuten den Unterschied ausmachen können: Achten Sie auf die Fristen für nationale Onlineüberweisungen Ihrer Bank.

  • Deutsche Bank: 15.59 Uhr
  • Commerzbank: 17.00 Uhr
  • Hypovereinsbank: 17.00 Uhr
  • Postbank: 14.00 Uhr
  • Berliner Sparkasse: 14.00 Uhr
  • ING-DiBa: 14.00 Uhr
  • DKB: 15.00 Uhr
  • Comdirect: 18.00 Uhr
  • Sparda Bank: 12.00 Uhr
  • Norisbank: 15.59 Uhr
  • DAB-Bank: 16.00 Uhr
  • Targo Bank: 20.15 Uhr
  • Volksbank 16.40 Uhr

Kann der Kunde von seiner Bank eine Rückerstattung fordern?

Ein Bankkunde hat auch mit der neuen rechtlichen Grundlage kein grundsätzliches Recht auf Rückerstattung des fälschlich überwiesenen Betrags. Allerdings wurde die Zusammenarbeit mit dem Kreditinstitut des Empfängers vereinfacht. Dieses muss bei einer fehlerhaften und nicht grob fahrlässigen oder betrügerischen Fehlüberweisung dem überweisenden Geldhaus die erforderlichen Informationen für eine Rückbuchung zur Verfügung stellen.

Ungerechtfertigte Bereicherung: Wann sollte man zum Anwalt?

Da der "falsche Empfänger" ungerechtfertigt bereichert wurde, muss er den Betrag juristisch gesehen zurückgeben. Sie sollten sich jedoch vorab erkundigen, welche Kosten bei einem Rückholungsauftrag von Ihrer Bank auf Sie zukommen. Weigert sich der falsche Empfänger, das Geld zurück zu überweisen, können Sie rechtliche Schritte einleiten und einen Anwalt mit der Rückbuchung beauftragen.

Urlaub schützt vor Rückgabe

Dieser Anspruch sollte möglichst schnell geltend gemacht werden. Der Grund: Der Empfänger muss das Geld nur so lange herausgeben, wie er "bereichert" ist (§ 818, Absatz 3 BGB). Wenn der Überweisungsempfänger das Geld verprasst hat, etwa bei einer kurzfristig gebuchten Urlaubsreise, ist er nicht mehr bereichert – und muss nichts mehr rausrücken.

Rückholkosten: Oft lohnt der Aufwand nicht

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat festgestellt, dass sich ein solcher Auftrag bei ein- oder zweistelligen Beträgen nicht lohnt. Rückholkosten liegen demnach zwischen zehn und 15 Euro, in manchen Fällen werden sogar bis zu 45 Euro in Rechnung gestellt.

Auch wenn man bei den vielen Zahlen leicht den Überblick verlieren kann: Kontrollieren Sie bei jeder Überweisung lieber zweimal, ob alle Angaben tatsächlich hundertprozentig richtig ausgefüllt sind.

Geldscheine: Beim Zurückbuchen einer fehlerhaften Überweisung kommt es auf Schnelligkeit an. Ein paar Minuten können den Unterschied machen. (Quelle: Getty Images/ratpack223)Geldscheine: Beim Zurückbuchen einer fehlerhaften Überweisung kommt es auf Schnelligkeit an. Ein paar Minuten können den Unterschied machen. (Quelle: ratpack223/Getty Images)

Hintergrund: Belegloser Barverkehr

Seit 2009 sind die Banken nicht mehr verpflichtet, im beleglosen Bargeldverkehr die Kontonummer mit dem Namen des Empfängers abzugleichen. Sobald eine Bank den Überweisungsauftrag ausgeführt hat und das Geld auf das Konto der Empfängerbank angewiesen wurde, kann der Vorgang nicht mehr gestoppt werden. Dann muss das Geld aktiv zurückgebucht werden. Es kommt also auf schnelles Handeln an.


Fehlüberweisungen: Änderungen im Zahlungsverkehr 2018

Seit Anfang 2018 ist es für Bankkunden einfacher, eine Überweisung zurück zu buchen. Auf Grundlage der Zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD 2) müssen Banken bei Überweisungen, die vom Kontoinhaber nicht autorisiert wurden (wie im Fall eines Betrugs), den fälschlich abgebuchten Betrag spätestens einen Tag nach Information zurückerstatten.

Dies kann verweigert werden, wenn sie den Verdacht eines Betrugsfalls oder der groben Fahrlässigkeit des Kunden hegen. Liegt jedoch eine Fehlüberweisung vor, muss die Empfängerbank dem Kreditinstitut des Zahlers alle Informationen zur Verfügung stellen, damit die Überweisung zurückgebucht werden kann.

Zudem können sich Verbraucher auch auf Euro lautende SEPA-Lastschriften erstatten lassen und zwar nunmehr europaweit. Grundlage ist das achtwöchige bedingungslose Erstattungsrecht, das für EU-Zahlungen in Euro gesetzlich verankert wurde.


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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