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Größter deutscher See-Windpark eröffnet

Von dpa, dpa-afx, t-online
26.08.2013Lesedauer: 3 Min.
Bard 1 ist der größte deutsche Windpark auf See - jetzt ist die Anlage offiziell eröffnet worden
Bard 1 ist der größte deutsche Windpark auf See - jetzt ist die Anlage offiziell eröffnet worden (Quelle: dpa-bilder)
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Bedeutender Tag für die deutsche Offshore-Stromindustrie: Rund 100 km nordwestlich vor der Insel Borkum wurde der größte deutsche Meereswindpark Bard Offshore 1 eröffnet. Gleichzeitig gab Siemens bekannt, dass die erste Station für die Anbindung eines Windparks fertiggestellt wurde - mit einem Jahr Verspätung. Solche Plattformen werden benötigt, um die Elektrizität für den Transport in Gleichstrom umzuwandeln. In einer Station an der Küste wird er dann wieder in den haushaltsüblichen Wechselstrom zurückgewandelt.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler eröffnete Bard Offshore 1. Die 80 installierten Anlagen habe eine Leistung von 400 Megawatt, was dem Jahresstrombedarf von mehr als 400.000 Haushalten entspricht.

Hauptlieferant für deutschen Offshore-Strom

Die erste Anlage speist bereits seit Ende 2010 Strom ins Netz ein. Inzwischen liefert der Windpark 75 Prozent des deutschen Offshore-Stroms. Mit weit über zwei Milliarden Euro Investitionskosten ist der Park deutlich teurer geworden als geplant. Der bereits Anfang August eröffnete Nordsee-Windpark "Riffgat" mit 30 Anlagen ist zwar ebenfalls fertig, aber noch ohne Netzanschluss.

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Minister Rösler sagte, Bard Offshore 1 sei der Beweis, dass die technologischen Herausforderungen der Offshore-Windindustrie zu meistern seien. Dies werde wirtschaftspolitische Effekte in der Region und für die gesamte deutsche Industrie nach sich ziehen. "Das ist alles 'Made in Germany' und bietet enorme Chancen", sagte der Minister.

Regierung auf Strom aus Seewind

Entgegen mancher Befürchtungen bleibe die Offshore-Windenergie ein wesentlicher Punkt im energiepolitischen Konzept der Bundesregierung. "Es ist richtig, auch auf die Offshore-Windenergie in einem vernünftigen Mix der erneuerbaren Energien zu setzen."

Der Geschäftsführer der Bard-Gruppe, Michael Baur, sagte über das Pionierprojekt: "Noch nie zuvor wurde ein Kraftwerk 100 Kilometer entfernt von der Küste in 40 Meter Wassertiefe errichtet. Das war bei Baubeginn weltweit einmalig." Bis zu 400 Mitarbeiter zogen den Windpark seit 2010 hoch, unterstützt von vier Errichterschiffen, einem Hotelschiff und sechs weiteren Spezialschiffen.

Nach Baubeginn im Herbst 2010 standen die Bard-Gruppe und der Windpark Bard Offshore 1 kurz vor dem Scheitern. Danach seien alle Hürden in einem großen Kraftakt überwunden worden.

Erste Siemens-Plattform für Stromtransport an Land

Siemens freute sich derweil über die erste Nordseeplattform. "Mit der Installation unserer Plattform auf See haben wir den kritischsten Teil dieses Projekts erfolgreich gemeistert", teilte der Chef der zuständigen Siemens-Sparte, Karlheinz Springer, mit. Für Siemens ist das ein wichtiger Schritt, gehörte die Anbindung der Windparks doch zu den größten Baustellen des Konzerns.

Bislang kosteten die Verzögerungen die Münchner gut 700 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2011/2012 musste der damalige Konzernchef Peter Löscher wegen des Debakels auf See sogar die Gewinnprognose kappen. Dem inzwischen abgelösten Vorstandsvorsitzenden waren neben anderen Punkten auch immer die wieder die Probleme bei der Windparkanbindung vorgeworfen worden. Grund für die Verzögerungen waren unter anderem zu optimistische Annahmen etwa für die Genehmigung des Mammutprojekts.

Neue Anlage vor Helgoland

In Betrieb soll die Anlage Helwin 1 erst 2014 gehen. Damit können dann mehr als 500 Megawatt Strom ans Festland transportiert werden. Die Plattform befindet sich nordwestlich von Helgoland rund 85 Kilometer von der Küste entfernt. Eine zweite Anlage für einen Windpark vor der Insel Borkum soll noch vor dem Herbst von einer Werft in Warnemünde an ihren endgültigen Standort geschleppt und installiert werden.

Windstrom-Anlagen mit seltsamen Namen

Insgesamt baut Siemens vier dieser Plattformen für den Netzbetreiber Tennet: neben Helwin 1 und Borwin 1 noch Borwin 2 und Sylwin 1 für einen Windpark vor der Insel Sylt. Die Plattformen sind 27 Meter hoch, verfügen über sieben Decks und messen 75 mal 50 Meter. Bei Borwin, Helwin und Sylwin handelt es sich um Kunstnamen in Anlehnung an die Inseln, vor denen sie liegen.

Bard steht dagegen für "Bekker Arngolt Russland Deutschland". Arngolt Bekker war ein russisch-deutscher Ingenieur und der Gründer der Bard Holding. Er starb im April 2013 im Alter von 77 Jahren in Bremen.

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