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Aldi-Bäcker stellt Betrieb ein – Hunderte Löhne in Gefahr


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Löhne in Gefahr
Großabnehmer Aldi springt ab – Aus für die Gersthofer Backbetriebe


Aktualisiert am 13.12.2018Lesedauer: 2 Min.
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Frisches Brot aus dem Ofen: Bei Aldi wird das Brot künftig anders schmecken. Der Discounter wird nicht länger mit Frischwaren von den Gersthofer Backbetrieben beliefert.Vergrößern des Bildes
Frisches Brot aus dem Ofen: Bei Aldi wird das Brot künftig anders schmecken. Der Discounter wird nicht länger mit Frischwaren von den Gersthofer Backbetrieben beliefert. (Quelle: Denisfilm/getty-images-bilder)

Schocknachricht für die Angestellten der Gersthofer Backbetriebe. Das kriselnde Unternehmen schließt seine Türen. Der Großabnehmer Aldi ist abgesprungen. Hunderte Mitarbeiter fürchten um ihren Job und ihr Geld.

Es wird keine frohe Weihnacht für die fast 500 Mitarbeiter der Gersthofer Backbetriebe. Einen Tag nach Nikolaus steht der Betrieb still. Der Grund: Die einen zeigen auf Aldi, die als Großabnehmer abgesprungen sind. Die anderen auf die Firmenleitung, die sich bei Verhandlungen mit dem Discounter verzockt haben soll.

Das Aus für die Großbäckerei kommt jedoch nicht aus heiterem Himmel. Seit Monaten strauchelt das Unternehmen, drei Monate wurde unter dem Schutzschirmverfahren saniert und am Ende dennoch am 1. Dezember das Insolvenzverfahren eröffnet. Bereits eine Woche später ist nun endgültig Schluss. Wie der Insolvenzverwalter Max Liebig laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) dem Betriebsrat mitteilte, wolle der Großkunde Aldi Süd keine Ware mehr aus Gersthofen beziehen.

Hat sich die Firmenleitung verzockt?

So sieht es zumindest die Gewerkschaft. "In letzter Zeit waren die Backbetriebe kein zuverlässiger Lieferant für Aldi", zitiert die "Augsburger Allgemeine" Tim Lubecki von der NGG. Zudem wollte die Geschäftsführung Zugeständnisse von Aldi wie höhere Preise und längerfristige Lieferbeziehungen. Eine riskante Strategie, die wohl letztlich zum Aus führte.

Dezember-Löhne in Gefahr?

Es sei noch nicht mal gesichert, ob die Mitarbeiter ihr Gehalt für den Monat Dezember erhalten, heißt es weiter. Während eines Insolvenzverfahrens greift eigentlich das Insolvenzgeld. Doch das wurde – nach Informationen der Gewerkschaft – bereits im seit September laufenden dreimonatigen Sanierungsprozess verbraucht. Groß ist die Gefahr, dass für das eigentliche Insolvenzverfahren kein Geld mehr da ist. Der Grund für das abrupte Aus nur eine Woche nach Eröffnung des (womöglich zu spät eingeleiteten) Insolvenzverfahrens?

Auch auf hohe Abfindungen können die Mitarbeiter nicht hoffen. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sind diese auf 2,5 Monatsgehälter begrenzt. Und selbst das ist nicht gesichert, denn diese werden aus der Insolvenzmasse gezahlt und da stehen zudem Verbindlichkeiten in Millionenhöhe gegenüber Banken.

Gersthofer Backbetriebe

Die Gersthofer Backbetriebe wurden 2014 von der Unternehmensgruppe Serafin übernommen. Mit ihren frischen Backwaren belieferten sie den gesamten süddeutschen Raum. Großabnehmer waren die Discounter Aldi und Norma. Das Problem: Frischwaren, wie sie unter anderem die Gersthofer produzieren, werden im Einzelhandel immer weniger nachgefragt. Der Trend geht zu kostengünstigen Aufbackstationen in den Filialen. Neue Kunden konnten nicht in ausgleichendem Maß gewonnen werden.

Verwendete Quellen
  • Stadtzeitung Online
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