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Radikaler Umbau: Deutsche Bank will 18.000 Jobs abbauen


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Deutsche Bank will weltweit 18.000 Stellen abbauen

Von dpa, rtr
Aktualisiert am 08.07.2019Lesedauer: 3 Min.
Bis 2022: Die Deutsche Bank will weltweit 18.000 Stellen streichen. (Quelle: Reuters)
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Die krisengeschüttelte Deutsche Bank plant umfangreiche Veränderungen, um die Profitabilität zu steigern. Zu dem Programm gehört auch der Abbau von Tausenden Stellen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Keine Dividenden in den nächsten Jahren
  • Stellenstreichungen geplant
  • Personelle Entscheidungen
  • Kreditinstitut will interne "Bad Bank" gründen
  • Mehr Konzentration auf das Kerngeschäft der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank bringt eine umfangreiche Neuausrichtung auf den Weg. Der Konzernumbau werde bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten, teilt der Dax -Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Keine Dividenden in den nächsten Jahren

Diese Kosten will die Bank aus eigener Kraft stemmen und ohne erneute Kapitalerhöhung auskommen. Die Aktionäre sollen deshalb für 2019 und 2020 keine Dividende erhalten. Zudem will das Geldhaus seine Kapitalpolster abschmelzen – künftig setzt es sich eine harte Kernkapitalquote (CET 1) von mindestens 12,5 Prozent zum Ziel, nachdem bislang mindestens 13 Prozent angestrebt wurden.

Stellenstreichungen geplant

Das Kreditinstitut will sich aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen und plant im Zuge ihrer Umstrukturierung bis 2022 den Abbau von rund 18.000 Stellen auf 74.000. Somit streicht das Institut ein Fünftel seines Personals.

Personelle Entscheidungen

Die Deutsche Bank baut auch ihren Vorstand grundlegend um. Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierungsthemen zuständige ehemalige Bankenaufseherin Sylvie Matherat verlieren ihre Posten im Führungsgremium des größten deutschen Geldhauses. Beide werden die Bank zum 31. Juli dieses Jahres verlassen. Bereits am Freitag hatte die Bank bekanntgegeben, dass Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie das Institut zum 31. Juli verlassen wird.

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Vorstandschef Christian Sewing macht die Führung der zuletzt schwächelnden Unternehmens- und Investmentbank zur Chefsache. Rechtsvorstand Karl von Rohr, der ebenfalls stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist, wird die Verantwortung für die Privatkundenbank und die Vermögensverwaltung mit der Marke DWS übernehmen. Risikovorstand Stuart Lewis ist künftig auch für den Bereich Compliance und die Abteilung gegen Finanzkriminalität zuständig.

Drei neue Vorstandsmitglieder

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank ernannte in seiner Sitzung zudem drei neue Vorstandsmitglieder, die zunächst Generalbevollmächtigte sein werden, bis die entsprechenden Freigaben der Aufsichtsbehörden vorliegen: Die gebürtige Amerikanerin Christiana Riley, seit Ende 2015 Finanzchefin der Unternehmens- und Investmentbank, übernimmt ab sofort die regionale Verantwortung für das Geschäft in Nord- und Südamerika.

Der bisherige SAP-Vorstand Bernd Leukert stößt zum 1. September 2019 als Vorstand für Digitalisierung, Daten und Innovation zur Deutschen Bank, um die IT auf Vordermann zu bringen.

Stefan Simon, der bislang die Interessen der Scheichs von Katar im Aufsichtsrat vertrat, wird im Führungsgremium der Bank nun Chief Administrative Officer (CAO) und ist damit für die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden und die Rechtsabteilung verantwortlich. Der Anwalt und Steuerberater leitete zuletzt den Integritätsausschuss im Aufsichtsrat.

Kreditinstitut will interne "Bad Bank" gründen

Die bereinigten Kosten der Deutschen Bank sollen bis 2022 auf 17 Milliarden Euro sinken. Wegen der Kosten für den Umbau schreibt die Bank im zweiten Quartal einen Verlust von 500 Millionen Euro vor und 2,8 Milliarden Euro nach Steuern.

Bereinigt um diese Belastungen erwarte die Bank für das zweite Quartal einen Gewinn vor Steuern in Höhe von rund 400 Millionen Euro und nach Steuern von 120 Millionen Euro. Die Zwischenbilanz für das zweite Quartal 2019 will der Konzern wie geplant am 24. Juli veröffentlichen.

Die Deutsche Bank gründet zudem eine interne "Bad Bank", um Bilanzpositionen abzuwickeln, die aus den Geschäftsfeldern stammen, die aufgegeben oder verkleinert werden sollen. Diese Positionen umfassen 74 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva – ein Fünftel des Gesamtbestandes.

Mehr Konzentration auf das Kerngeschäft der Deutschen Bank

Durch die Maßnahmen will das Institut Luft für Investitionen in ihren Kernbereichen bekommen. Zu diesen zählt sie das Geschäft mit Unternehmenskunden, das Finanzierungsgeschäft, das Geschäft mit Fremdwährungen, das Beratungs- und Emissionsgeschäft, das Privatkundengeschäft sowie die Vermögensverwaltung mit der Fondstochter DWS.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa, Reuters
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