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Geldsegen für Wirecard-Chef Braun? Aktien für mehr als 150 Millionen Euro verkauft

Bilanzskandal  

Ex-Wirecard-Chef verkauft Aktien für mehr als 150 Millionen Euro

23.06.2020, 20:14 Uhr | mak, rtr, dpa-AFX, t-online.de

Geldsegen für Wirecard-Chef Braun? Aktien für mehr als 150 Millionen Euro verkauft . Ex-Wirecard-Chef Markus Braun vor der Konzernzentrale (Fotomontage): Der Manager musste einen Großteil seiner Wirecard-Aktien veräußern. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun vor der Konzernzentrale (Fotomontage): Der Manager musste einen Großteil seiner Wirecard-Aktien veräußern. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Geldsegen für den ehemaligen Wirecard-Chef Braun? Der festgenommene Manager veräußerte bereits Ende vergangener Woche Wirecard-Aktien für mehr als 150 Millionen Euro. Doch darüber freuen kann er sich nicht.

Der ehemalige Wirecard <DE0007472060>-Chef Markus Braun hat den Großteil seiner Wirecard-Aktien verkauft. Das geht aus mehreren sogenannten Ad-hoc-Mitteilungen hervor. Das sind Nachrichten, die eine Aktiengesellschaft, in diesem Fall Wirecard, veröffentlichen muss.


In einer Serie von Verkäufen hat Braun bereits am Donnerstag und Freitag insgesamt rund 155 Millionen Euro erlöst. Doch der Manager hat seine Unternehmensanteile nicht für sein Privatvermögen verkauft. Vielmehr musste er dies tun.

Der Grund des Verkaufs waren nämlich sogenannte "Margin Calls". Ein Margin Call ist im Grunde die Nachschusspflicht eines Investors. Um Verluste auszugleichen und Sicherheiten zu gewährleisten, fordert eine Bank oder ein Aktienhändler den Anleger, in diesem Fall Braun, auf, Geld nachzuschießen. Dafür musste Braun die Aktien verkaufen.


Wirecard hat insgesamt knapp 123,6 Millionen Aktien im Umlauf. Braun hat überschlagen also mehr als fünf Millionen seiner rund 8,7 Millionen Wirecard-Papiere verkauft. Die Wirecard-Aktien haben seit Mittwochabend über zehn Milliarden Euro an Wert verloren, Braun selbst dürften die Kursverluste um mehr als eine halbe Milliarde Euro ärmer gemacht haben.

1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz existieren wohl nicht

Das dürfte momentan aber seine geringste Sorge sein: Denn am Montagabend wurde er festgenommen. Braun kommt jedoch gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro wieder auf freien Fuß.

Hintergrund der Verhaftung Brauns war der Bilanzskandal des Zahlungsdienstleisters Wirecard. Die Ermittler legen Braun zur Last, allein oder mit weiteren Tätern die Bilanzsumme und den Umsatz durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht zu haben.

Die Gesellschaft habe dadurch finanzkräftiger und für Anleger und Kunden attraktiver dargestellt werden sollen. Die Ermittlungsrichterin setzte den Haftbefehl gegen Auflagen wie die Zahlung einer Kaution und einer wöchentlichen Meldung bei der Polizei aus. Er sei damit aber nicht aufgehoben. Brauns Anwalt war für einen Kommentar nicht erreichbar. Wirecard lehnte eine Stellungnahme indes ab.

Finanzaufsicht weitet Ermittlungen aus

Der in den vergangenen Jahren stark gewachsene Zahlungsdienstleister hat Anfang der Woche eingeräumt, dass ein bilanziertes Vermögen von 1,9 Milliarden Euro auf Konten in Asien aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht existiert. Braun trat zurück, der für das Asiengeschäft zuständige Vorstand Jan Marsalek wurde fristlos entlassen.

Berichte und Spekulationen darüber, dass bei Wirecard Bilanzen manipuliert worden seien, gab es immer wieder. Doch konkrete Anhaltspunkte für Straftaten fanden die Staatsanwälte bislang nicht. Ein Wendepunkt war nach Angaben von Beteiligten erreicht, als Wirecard unter dem neuen Chef James Freis am Wochenende die Staatsanwaltschaft und die Öffentlichkeit über die fehlenden Milliarden informierte.

Nach den jüngsten Entwicklungen erweiterte die wegen ihres Verhaltens im Fall Wirecard selbst in der Kritik stehende Finanzaufsicht BaFin am Dienstag ihre Strafanzeige gegen den Konzern wegen des Verdachts der Marktmanipulation. "Die Ad-hoc-Mitteilung der Wirecard AG vom 22. Juni 2020 verstärkt den Verdacht, dass die bilanzielle Darstellung zu Umsatzerlösen und Vermögensgegenständen in den Geschäftsberichten (zum 31.12.2016, 31.12.2017 und 31.12.2018) unrichtig war", erklärte eine Bafin-Sprecherin.

Verwendete Quellen:

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