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Weitere Handelsketten öffnen trotz Lockdown ihre Geschäfte

Von t-online, fls

Aktualisiert am 17.12.2020Lesedauer: 3 Min.
Filiale von Mäc-Geiz (Archivbild): Der Non-Food-Discounter hält seine Geschäfte im Lockdown offen.
Filiale von Mäc-Geiz (Archivbild): Der Non-Food-Discounter hält seine Geschäfte im Lockdown offen. (Quelle: Rust/imago-images-bilder)
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Der Ärger über Douglas ist kaum verflogen, da öffnen weitere Handelsketten trotz Lockdown ihre Geschäfte: Der Discounter Action bietet in mehreren Bundesländern einen Teil seines Sortiments zum Verkauf an, auch Mäc-Geiz schließt seine Läden nicht.

Douglas wieder zu, Action und Mäc-Geiz dafür auf: Weitere Handelsunternehmen versuchen den harten Lockdown in Deutschland zu umgehen. Nach dem Ärger um die Parfümeriekette öffnet nun der niederländische Non-Food-Discounter Action einen großen Teil seiner Filialen in Deutschland. Ebenfalls nicht schließen werden die Geschäfte der Billig-Kette Mäc-Geiz. Die Begründung ähnelt der von Douglas: Beide Händler verkauften Dinge des täglichen Bedarfs, so etwa Hygieneartikel und auch Lebensmittel.

Auf t-online-Anfrage teilte eine Action-Sprecherin am Donnerstag mit: "Heute haben etwa 300 Action-Filialen mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und eingeschränktem Angebot von wichtigen Alltagsprodukten wieder geöffnet." Action richte sich dabei nach den Vorgaben der jeweiligen Bundesländer.

"Dies bedeutet, dass wir unsere Filialen in einigen Bundesländern öffnen werden, in anderen nicht", so die Sprecherin. Geöffnet seien zum Beispiel die Geschäfte in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Auch in Berlin waren am Donnerstag Action-Läden offen. Anders sei es in Rheinland-Pfalz: Dort bietet Action seinen Kunden nur das Abholen vorheriger Bestellungen an.

Umsatz auf Kosten der Pandemiebekämpfung?

Action betreibt in Deutschland rund 400 Filialen, stammt aus den Niederlanden und ist ein sogenannter Non-Food-Discounter. Das heißt: Neben festen Bestandsartikeln verkauft Action vor allem zahlreiche Sonderposten zu günstigen Preisen. Das Sortiment umfasst unter anderem Dekoration, Spielzeug, Büromaterial, Mode – aber auch Reinigungsmittel, Duschgel, Shampoos, Tiernahrung und Süßigkeiten.

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Auf letztere Produkte verweist auch die Sprecherin. "Action verkauft in Übereinstimmung mit den Coronaschutzvorgaben lediglich wichtige Produkte des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, Hygieneartikel und Tierfutter", sagte sie. "Alle anderen Produktgruppen sind in den Filialen mit Folie abgehängt und vorübergehend in den Kassensystemen deaktiviert."

Auf der Webseite von Mäc-Geiz ist ähnliches zu lesen. Dort heißt es: "Unsere Filialen haben weiterhin für Sie geöffnet und bieten Ihnen, Artikel des täglichen Bedarfs." Von den rund 300 Standorten sind demnach nur acht in Brandenburg, Thüringen und Sachsen geschlossen. Eine Kundin berichtete t-online, dass in einem Berliner Mäc-Geiz zahlreiche Regale mit langlebigeren Produkte abgehängt waren, lediglich alltägliche Verbrauchsgüter seien im Angebot gewesen.

Entlastung für andere Supermärkte

Auf diese Weise war am Mittwoch, dem ersten Lockdown-Tag, in einigen Filialen auch Douglas vorgegangen – und hatte Ärger von Kunden und Gewerkschaften auf sich gezogen. Ein Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sprach im Telefonat mit t-online von einer "Farce" und vom gezielten Umgehen des Corona-Shutdowns im Einzelhandel. Der direkte und indirekte Vorwurf der Kritiker: Um des Profits Willen riskierten die Unternehmen einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen, da sie die Wahrscheinlichkeit menschlicher Kontakte im Geschäft erhöhten.

Die Action-Sprecherin widerspricht dem, das Gegenteil sei der Fall: Action trage zum flächendeckenden Angebot an Produkten des täglichen Bedarfs bei und sichere so die Grundversorgung der Verbraucher. "Zum anderen sinkt das Kontaminierungsrisiko für Konsumenten", sagte sie. "Denn je größer die gesamte Verkaufsfläche in ganz Deutschland ist, desto geringer ist der Andrang auf einige wenige Geschäfte und desto mehr verteilen sich die Konsumenten auf verschiedene Stadtgebiete."

Und weiter: "Indem wir unsere Filialen geöffnet lassen, geben wir den Konsumenten nicht nur eine weitere Option, sich mit essentiellen Waren zu versorgen, sondern nehmen auch ein Stück weit Druck von Supermärkten und Drogeriemärkten."

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